32: Carlos Lunes, Dark-Romance-Sprecher - über dunkle Figuren, Spice und Schauspiel
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Wie wird man zu einer der bekanntesten Stimmen der Dark Romance? Im Interview erzählt Carlos Lunes von seinem ungewöhnlichen Weg vom Schauspiel zur Hörbuchwelt, wie er zu Dark Romance kam, warum ihn düstere Figuren faszinieren und weshalb ihn Fan-Nachrichten manchmal tief berühren. Außerdem sprechen wir über Spice-Szenen, Gay Romance, Bookboyfriends, Lieblingsbücher, Schauspieltechniken und viele Fragen aus der Community.
Freu dich auf ein ehrliches, humorvolles und überraschend persönliches Gespräch voller Einblicke hinter die Kulissen der Hörbuchproduktion und in die Arbeit eines Schauspielers, der Romance-Figuren zum Leben erweckt.
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Kapitel und Transkript
00:00Einführung und Vorstellung Carlos Lunes
Jenni: Hello, hello, hier ist wieder Jennifer Rolle und ich begrüße dich ganz herzlich zu einer neuen Folge des Passion and Words Vodcasts und schön, dass du wieder den Weg gefunden hast und wenn du das hier gerade als Video schaust, dann siehst du schon heute wird es wieder geheimnisvoll. Ich habe mir wieder eine Maske umgebunden, wieder im Partnerlook mit meinem heutigen Gast zu erscheinen. Aber bevor wir da einsteigen, noch ein kurzer Aufruf.
Wenn dir dieser Kanal gefällt und du der Meinung bist, andere Menschen, sich auch für New Adult interessieren, Dark Romance, Romantasy und überhaupt alles rund Romance Literatur, die dann auch diesen Kanal finden sollen, dann folge doch einfach diesen Kanal, denn dann wird da auch gleich wieder an mehr Menschen ausgespielt und vorgeschlagen.
Noch eine Ankündigung, mein heutiger Gast und ich veranstalten zusammen ein Gewinnspiel und weitere Hinweise dazu werden wir am Ende des Interviews teilen. Aber nun zu meinem heutigen Gast. Er ist von 0 auf 100 in die Dark-Romance-Hörbuch-Szene eingestiegen und ist von Fans regelrecht absorbiert worden. Vielleicht erzählt er uns nachher auch bisschen was davon.
Ja und er klingt, als ob er extra für uns Mädels die Nächte durchfeiert, wie ein Schlot raucht und Alkohol trinkt wie andere Wasser, nur mit seiner rauchig-heiseren Stimme ins Mikro unsere Lieblingspsychopathen sprechen zu können. ja, so neu er vielleicht für die Dark-Romance-Szene ist, ist er aber bei weitem kein Neuling in den darstellenden Künsten und ich freue mich schon riesig.
darüber den Menschen hinter unserer Fantasie mehr kennenzulernen und sage ganz herzlich willkommen Carlos Lunes.
Carlos: Hi. Schön, sein zu dürfen. Wow, was für eine Einleitung. Freue mich. Okay.
Jenni: Alles Hypothesen, denen wir jetzt mal so auf den Grund gehen werden in diesem Interview.
Denn ich glaube, ist ein Rieseninteresse in der Community. Auf den vielfachen Wunsch von dem einen oder anderen Fan bin ich auf dich zugegangen und wir sind über dieses Interview ins Gespräch gekommen und du warst so lieb und hast gleich Ja gesagt.
Carlos: Mhm.
Ja.
Jenni: Lass uns doch mal ganz locker einsteigen und vielleicht magst erstmal so ein paar Dinge über dich erzählen, so ein paar Rahmdaten mitgeben, dass wir dich ein bisschen einordnen können, wer du so bist, wo du so lebst, so ein bisschen was zu deiner Situation.
Carlos: Mhm.
Okay, ja, also ich bin Carlos. Natürlich nicht mein richtiger Name. Carlos Lunes, wunderbares Pseudonym. Und genau, ich bin Sprecher. Wie wahrscheinlich zwei, drei wissen hier, die zuhören, denke ich mal. wohne in Berlin. So viel kann ich sagen. Mehr verrate ich aber nicht.
03:27Carlos Lunes: Der Mensch hinter der Stimme
Jenni: Ja, mehr verrätst du nicht.
Vielleicht magst du dich mal charakterisieren, drei Hashtags zu dir, wie würdest du dich beschreiben?
Carlos: Ähm, Hashtags, drei Hashtags. Also ich bin, glaub ich, ich nehm Dinge nicht so ganz ganz ernst. Ich glaub ich bin ein sehr humorvoller Das kann ich sagen. Ich, ähm, geh gern in Extreme, schon immer. Und...
Ich schlafe gerne, wenn ich dazu komme.
Jenni: sehr, sehr, sehr schöne Beschäftigung, schlafen. Dann passt das ja vielleicht gar nicht so gut. der Einladung habe ich ja gesagt, du klingst so, als ob du extra für uns Mädels die Nächte durchzechst. Das tust du dann wahrscheinlich nicht. Sondern du liegst lieber im Bett und erholst dich und schläfst. Also ist deine Stimme so, sie ist?
Carlos: Sehr wichtig, sehr wichtig, sehr wichtig.
Ja.
Ich mache gern Mittagsschlaf.
Jenni: Du machst keinen Mittagsschlaf.
Carlos: Jaja, bin so ein... Ich bin ein Powernap-Mensch, so viel kann ich dazu sagen. Ja.
Jenni: Das
ist auch meine liebste Beschäftigung, insbesondere am Wochenende. Ich finde das ganz, ganz fantastisch. Wir frühstückten dann immer sehr spät, so gegen elf. Und dann haben wir einen vollen Magen und dann sind wir vielleicht acht aufgestanden, manchmal auch sieben, manchmal auch sechs. Und dann elf frühstück und dann zwölf mittags schlafen, nach dem Frühstück direkt. Herrlich. herrlich.
Carlos: Ja.
Ja.
Aber das ist doch perfekt, einfach wegzudösen, oder? Ich liebe
das auch. Wenn nicht solche Temperaturen draußen sind wie jetzt gerade, dann ist es...
Jenni: Das ist wohl wahr. Das
ist wohl Aber dann sag mal, wie verbringst du denn deine Nächte? Also wo hast du deine rauchige Stimme her?
Carlos: ich rauche schon sehr lange. Ich habe sehr jung angefangen. Ich rauche wirklich. Ich rauche Zigaretten. Ich will das nicht verherrlichen. Man sollte niemals damit anfangen. Das muss ich gleich dazu sagen. Aber ich rauche, seit ich zwölf bin. Da habe ich meine erste Zigarette geraucht und hatte zwischendrin ...
Jenni: Tatsächlich, du rauchst wirklich, ja?
Nein, seit zwölf. Hart.
Carlos: Und hatte, ja ja, das ist hart. hatte, aber dreimal, ich hab dreimal aufgehört. Immer jeweils ein Jahr und hab dann aber immer wieder mit meinem besten Freund, das fällt mir jetzt gerade erst auf, dass es immer der gleiche war. Ich glaube, ich sollte die Freundschaft mal kündigen. aber immer mit meinem besten Freund zusammen, immer im Sommer am Wasser bei einem Bier. Hab ich dann wieder, ja, hab ich dann gefragt, kann ich mal ziehen? Und äh...
Ich fang nicht wieder an. Auf gar keinen Fall fang ich wieder an. Zack.
Jenni: ist man wieder drin. Verstehe. Also dann war das gar nicht so verkehrt, die Hypothese. Und Wir haben eine ganz lustige Frage aus der Community. Deathly Vampire 89 fragt, gibt es ein Getränk, das du besonders magst? Und ich musste sofort dran...
Carlos: Also ich glaube, das hat beigetragen zur
Ja, nicht ganz,
Okay.
Jenni: mich fragen, ob sie danach fragt, ob du besonders gerne Blut trinkst bei dem Profilnamen und in der Szene.
Carlos: Ja.
Jenni: Das
Carlos: zusammen Blut trinken gehen können oder wäre dann die Frage gewesen so ein Blood Date. weiß. Nein Blut ist es tatsächlich nicht. kann ich schon mal ausschließen. Ein Getränk, also jetzt ein alkoholisches oder generell einfach Flüssigkeitszufu. Mein Lieblingsgetränk. Ich also ich finde so ein
Jenni: Wer weiß?
Hahaha
Sie fragt nach deinem Lieblingsgetränk.
Carlos: So Allrounder, immer funktioniert und ganz solide mich durch meine Jahre begleitet hat, ist einfach eine Naturtrübe Apfelschorle tatsächlich. Das ist was, was ich glaube ich immer trinken kann. So viel kann ich dazu sagen. Also ich trinke auch gerne andere Schorlen, wenn ich mal unterwegs bin. Aber Apfelschorle ist der konstanteste Begleiter.
Jenni: Vielen
Also Mädels, wenn ihr Carlos was Gutes tun wollt, serviert ihm eine naturtrübe Apfelschorle.
Carlos: Oder ein Caipirinha, das wäre auch okay. Oder Mojito.
Jenni: insbesondere bei den Temperaturen des richtigen Erfrischungsgetränk zur Zigarette. Dann ist Steffi Schwarze fragt, was tust du, vom Job zu entspannen?
Carlos: Ja, auf jeden Fall.
Apfelschorle trinken? Nein. Was tue ich vom Job zu entspannen?
Jenni: Hahahaha
an der Spree sitzen und mit deinem Freund eine rauchen und Kaltbier zu trinken.
Carlos: Ja,
tatsächlich im Moment ist es echt schwierig. Es ist auch wirklich ein Thema, was ich mit meinem guten Kollegen Kevo Adler letztens besprochen habe. ist einfach wirklich viel, viel, viel zu tun. Und ich habe ja auch noch zweiten Job quasi. Und komme gar nicht so zum Entspannen der Zeit. Und es ist wirklich schwierig, runterzufahren. Und wenn ich es tue, dann schlafe ich.
Dann schlaf ich.
Jenni: Also vom Job zu entspannen, schlafen? Absolut logisch irgendwie, ja.
Carlos: schlafen oder mal
eine Runde spazieren gehen. das, weil ich wohne relativ nah am Wasser auch und das bringt mich auch unter Musik auf die Ohren und einfach eine Runde am Wasser spazieren gehen. Mag ich auch sehr gerne.
Jenni: Also
Das heißt,
Sunshine fragt, du eine Sportart, du sehr gerne magst und vielleicht auch selber ausübst?
Carlos: Also früher, als ich noch Zeit hatte, ich habe mein Leben lang Kraftsport gemacht und war früher sehr aktiv. Ich kann mich nicht erinnern, wenn ich so lange nicht im Gym war, also Fitness, also Kraftsport. Ich glaube, ich war jetzt seit zwei Monaten nicht mehr im Fitnessstudio. Aber normalerweise
Jenni: Oha!
Carlos: Kraft baut. Es ist immer mal schwierig. Es ist lang, ja. ist sehr lang.
Jenni: Monate, das ist schon...
Vielleicht hast es mitgekriegt, ich spiele mit meinen Gästen immer das A oder B Spiel, was dann mit zunehmenden Alternativenpärchen auch immer spicier wird. Dem Genre geschuldet natürlich. Und genau, das heißt ich werde dir jetzt gleich zwei Alternativen nennen und du sagst mir für welche Alternative du dich entscheiden würdest und auch gerne warum, was dich daran mehr reizt.
09:42A oder B Spiel: Humorvolle Entscheidungen
Carlos: Mmh, danke.
Jenni: Und wir steigen
mal ganz locker ein mit der Frage Nutella mit oder ohne Butter?
Carlos: Mit Butter. Alles mit Butter. Immer Butter. Immer und überall Butter. Doppelt Butter.
Jenni: Jaaa! Endlich mal jemand! Ja! Immer!
Endlich mal jemand, der mich versteht!
Carlos: Ist aber auch okay, wenn ihr keine Butter nehmt.
Jenni: Wenn mein Mann sagt, man braucht da keine Butter drunter, weil das schon fett genug ist, aber ich finde mit Butter schmeckt es einfach besser.
Carlos: Ja, ja, doch, doch.
Naja, weil es ist ja trotzdem
ja noch ein Geschmacksträger mehr. Geschadet doch nicht, oder? Dann ist es doch...
finde ich meiner. Ja, mit Butter, definitiv mit Butter auf jeden Fall.
Jenni: Mit Butter, sehr gut, sehr gut, sehr gut. So,
Carlos: Ja.
Jenni: Feste Beziehung oder One Night Stand.
Carlos: menschliche Wegbegleiter.
Ich glaube, es gibt keine richtige Antwort, ich präferiere oder die ich einordnen kann. Ich glaube, es geht immer einen transparenten, menschlichen, ehrlichen Kontakt miteinander. Und ich glaube, das ist das Wichtigste. Und dann kann man sich entscheiden, wo man hingehen will. klar, das ist meine Antwort.
Jenni: Also eher Richtung...
ist es.
beides dann
Verwöhnen oder verwöhnen lassen.
Carlos: verwöhnen.
Jenni: ich glaube da steigst du gerade sehr im Kurs hier in der Community. Atemkontrolle oder Spanking?
Carlos: Hmm...
Mh.
Hmhmhmhmhm
Atemkontrolle. Ich nehme die Atemkontrolle.
Jenni: Oho, mhm, mhm.
Das lassen wir einfach mal so stehen und gehen mal rein jetzt. Atmen das mal weg, sehr gut. Und schwitzen das mal aus. Okay, dann lass es doch mal auf deinen Werdegang drauf schauen. Du hast in einem Beitrag erzählt, dass du...
Carlos: Das lassen wir. Atmen das mal weg.
Ja.
Mhm.
12:22Der Weg zum Schauspieler: Eine unerwartete Reise
Jenni: ursprünglich Schauspieler warst oder vielleicht auch immer noch bist und darüber dann zum Synchronsprechen gekommen bist und darüber dann zum Hörbuch sprechen. Ich würde ganz gerne mit dir mal ganz vorne anfangen, wie du auf die Idee gekommen bist Schauspieler zu werden. Wann und wie und wo?
Carlos: Mhm.
Das ist eine sehr, sehr,
sehr spannende Geschichte. Ich hab BWL studiert, ein Semester. Ja, ja, ich hab mal BWL studiert, ein Semester. ein Semester, ich hab auch alle meine Scheine gemacht damals. Hätte das auch weitermachen können. Wollte ich dann aber nicht mehr. Das hat mir keinen Spaß gemacht. Und damals hatte ich eine Beziehung mit meiner, also mit einer damaligen Ex-Freundin und ...
Jenni: Nein, im Ernst!
Carlos: Wir standen dann nachts in der Küche, weil ich noch da haben uns was zu essen gemacht, nachdem wir in einer Kneipe waren oder waren auf jeden Fall irgendwo unterwegs und haben uns was zu essen gemacht und zusammen beim Essen kochen über meine Zukunft gedacht. Und dann hat sie den Vorschlag gemacht, jemand kennt oder hat gesagt, hat eine Freundin, auf einer Schauspielschule ist, die sie letztens getroffen hat und die machen, die bieten auch so Workshops an. dann habe ich
Weil ich immer schon ein Mensch bin, der einfach ins Wasser springt und guckt, wo die nächste Insel ist, irgendwo kommt schon eine. Hab dann gesagt, ich mach das und vier Jahre später stand ich dann auf einer Bühne am Theater. Ich hab da auch null Berührungspunkte gehabt, Mein Onkel ist Tänzer, ich komm schon aus einer kreativen Familie, aber ich hatte selber nie einen Zug. So einen Inneren, dass ich immer gesagt habe, ich möchte jetzt...
Schauspieler werden. Ich glaube, ich wusste nie so richtig, was ich überhaupt machen will. Ich glaube, das war es eher und dann habe ich was gefunden, mir Spaß gemacht hat.
Jenni: Das heißt, ist da nachts
in der Küche am Herd das erste Mal überhaupt aufgekommen. Und es hat sofort irgendwie Klick gemacht. Ich probiere das jetzt mal aus und das war dann die große Liebe.
Carlos: Ja, total.
Ja, ja, genau so. Und das Essen hat auch geschmeckt, tatsächlich. Das weiß ich auch noch.
Jenni: Und das heißt, du bist ein Schauspieler geworden und von dort aus wahrscheinlich zum Synchron gekommen, nehme ich mal an.
Carlos: Haha.
Mhm.
Nee, habe dann Theater gespielt danach. Erstmal war ich ein Jahr frei und bin an mehreren Theatern gewesen in Deutschland. Genau, und dann hatte ich ein Festengagement, vier Jahre an einem Haus im Harz. Ja, doch, im Harz war das.
Jenni: Mhm. Mhm.
Mhm.
Carlos: bin danach dann tatsächlich aufs Kreuzfahrtschiff, weil ich meinen Vertrag da gekündigt habe von selber, weil mir das alles, der ganze Stadttheaterbetrieb, den wollte ich nicht mehr. Das hat mir keinen Spaß mehr gemacht. Weil man da, na man ist in so einem Hamsterrad gefangen irgendwie und führt, also es war auch ein kleineres Theater, etwas ab vom Schuss und man, es war eine tolle Zeit, es war total schön. Man hat viel gelernt, also ich habe total viel gelernt.
Jenni: Was war da das Problem?
Carlos: Also auf der Bühne zu sein, auf der Bühne zu spielen und konnte unglaublich viele verschiedene Rollen spielen oder viele verschiedene Rollen schlüpfen. Ich auch sehr, sehr dankbar dafür. Aber irgendwann hat es mir einfach gereicht, es war halt so klein. Da war halt nichts los. Da war halt einfach nichts los. ich bin danach aufs Kreuzfahrtschiff gegangen und habe mich dann an keinem anderen Theater beworben, sondern habe auf einem Kreuzfahrtschiff dann als Schauspieler gearbeitet.
und hab da die Welt umsegelt.
Jenni: Da ist auf jeden Fall was
los, würde ich sagen.
Carlos: Da war was los, da war auf jeden Fall was los. Da war einiges los. Das war eine
tolle Zeit auf jeden Fall. Wenn man so am Strand liegt und denkt, ah, schon wieder der gleiche Strandmensch. Gar keine Lust. Es ist schon wahnsinnig schwieriges Leben gewesen. Das war schon schlimm. Es war auf jeden Fall eine sehr, sehr, sehr, sehr, sehr tolle Zeit. Und dann kam Corona.
Jenni: Luxusproblem.
Carlos: Genau, dann kam Corona, da war ich auch auf dem Schiff gefangen und war dann irgendwie 50 Tage an Bord und wir haben den Atlantik überquert und bin dann nach Deutschland irgendwann, als wir dann wieder an Land durften und hab dann überlegt, was ich mache mit meinem Leben, so generell, weil ja auch alle Theater geschlossen waren und die ganze Veranstaltung, also die gesamte Veranstaltungsbranche war ja, da war ja nichts mehr los. Durfte man ja nicht.
Jenni: Lactonida, naja.
Carlos: Genau, war ja auch ganz schwierige Zeit. Also nicht nur für die Veranstaltungsbranche, natürlich Gottes Willen nicht. Es gibt da Menschen, wesentlich mehr mitgenommen haben, nachhaltig, glaube ich. Aber dann bin ich auf jeden Fall zurück nach Deutschland und habe mit einer Bekannten von mir geredet. Also erstmal wollte ich meine Fitness-Scheine machen, weil ich war ja, wie gesagt, ich habe mir dem lange Sport gemacht und habe wirklich überlegt, weil Sport war immer meins.
und wollte dann meine Fitness-Scheine, wollte Richtung Sport gehen. ich, genau, war da auch wieder etwas, das, genau wie mit dem Schauspiel, so eine Alternative, bei der ich mir innerlich irgendwie so ein Gefühl hatte, okay, das mache ich selber gerne, da sehe ich mich, da sehe ich mich einfach, weil ich halt auch Mitmenschen immer sehr, also ich bin so ein Mitmenschen-Typ, kann man das so sagen. Ich mag Menschen,
Jenni: Menschen.
17:57Der Weg zum Synchronsprecher
Carlos: Genau, und dann hat eine Freundin von mir gesagt, es gibt eine Synchron-Weiterbildung und ich hätte auch eine ganz schöne Stimme. Und dann habe ich gedacht, habe ich wirklich eine schöne Stimme? Ich probiere das jetzt mal und dann habe ich diese Weiterbildung gemacht und dann habe ich noch mal Sommertheater gespielt.
bin dann nach und nach in Synchron rein und habe währenddessen aber dann auch auf einer Baustelle gearbeitet, weil ich da recht flexibel war, weil ich ja auch Geld verdienen musste und Sachen, solche Sachen. Und man im Synchron gerade, das ist so ein Day-by-Day-Job, da muss man halt am nächsten Tag verfügbar sein. Also man weiß, ich weiß heute wie ich morgen arbeite, bis abends ungefähr, können Termine reinkommen. Man muss da schon sehr, flexibel sein und umso mehr man sich da
sperrt oder da nicht verfügbar ist, umso geringer sind natürlich die Chancen. Es ist halt so sehr schneller Job. Ein sehr schneller Beruf.
Jenni: Ja, das erklärt
vielleicht auch, warum... Also ich hab immer so von außen das Gefühl als Zuschauerin, dass das eine sehr inzestuöse Branche ist. man hört immer die gleichen 40 Stimmen gefühlt. Wenn man jetzt übersetzte Filme, also synchronisierte Filme oder Serien guckt. Das hängt dann wahrscheinlich damit zusammen, dass das eine bestimmte Art von Geschäft ist, die auf eine bestimmte Art von...
Carlos: Mmh.
Mmh.
Mmh.
Jenni: Art organisiert wird, die sich wahrscheinlich relativ schlecht kombinieren lässt mit anderen Dingen.
Carlos: Ne, wie meinst das? Das habe ich jetzt nicht verstanden. Die Branche an sich, aber...
Jenni: Ja, ja, meine, ja die Branche,
also wenn du sagst, die Branche funktioniert so, dass das eben von heut auf morgen praktisch disponiert wird und man da extrem flexibel sein muss, das macht wahrscheinlich anderes total schwierig mit einzubauen und das heißt, du machst entweder synchron oder du machst was anderes.
Carlos: Hmm.
Mmh.
Ja.
Ja, ja, total. Das auf jeden Fall. Diese Flexibilität. Man sollte sich möglichst kein Privatleben mehr einräumen für die Anfangszeit. Ich bin da aber auch ein sehr großes Extrem gewesen, glaube ich. Ich war immer verfügbar. Man hätte mich auch nachts anrufen können. Ich wäre da gewesen, auch das mit der Baustelle. das ja bewusst. Ich habe den Job durch einen guten Freund von mir bekommen, der
Bauleiter bei einem sehr großen Betrieb war damals und der hat mich dann gefragt, wo willst du arbeiten, in welcher Stadt, das weiß ich noch. Und genau, dann bin ich da, habe ich da angefangen zu arbeiten, aber hatte da halt diese Flexibilität, dass ich gesagt habe, morgen komme ich nicht und dann war das okay und das viele machen dann ja andere Berufe und da gibt es dann ja Wochenpläne und die haben halt einfach nicht diese Flexibilität und sind dann natürlich einfach viel limitierter in ihrer Zeit und genau und ist
So Übergänge sind ja auch schwer, bis man dann natürlich im Synchron so Fuß gefasst hat, dass man dann wirklich das ausgleichen kann, die Differenz. Und es gibt ja auch Monate, die laufen besser und schlechter und das ist ja ein künstlerischer, schwankender, freier Beruf halt, wie alles was da so geht.
Jenni: ist
schon krass, wenn ich... Ich hab mal in die Synchronkartei reingeguckt. Du hast ja schon über 300 Rollen gesprochen in der Zeit, seitdem du aktiv bist. Also ich glaube so richtig los ging's bei dir, wenn ich das gesehen hab. Tatsächlich mit...
Carlos: Hmm.
sind aber mehr...
Jenni: Sind mehr?
Carlos: Ja, mit Corona. Es sind mehr. Also die eingetragenen Rollen. Ja, genau. Aber die Rollen, eingetragen sind bei der Synchronkartei, ja Es sind nicht alle Rollen. Es sind die Rollen, erfasst wurden und eingetragen wurden von Dritten. Also jeder jetzt nicht nur bei mir. Also ich glaube, da kann man immer noch mal schätzungsweise so ein Drittel bis ... Ja, so ein Drittel kann man da, glaube ich, noch mal draufschlagen. Bei allen Kolleginnen und Kollegen auch, die das machen.
Jenni: Mit Corona ging es richtig los.
Ja.
Carlos: Ja, ja, doch. Ich darf da...
Jenni: Aber es gibt zumindest
schon mal einen Hinweis, dass das nichts ist, du mal gemacht hast und dann nicht mehr. Sondern es zeigt ja, dass du da sehr aktiv bist in dem Segment.
Carlos: Ja, ich
hab das vier Jahre nur gemacht. Also bis ich mit Dark Romance angefangen habe, habe ich eigentlich nur Synchron gemacht. bis auf Hörspiel oder sowas.
Jenni: Ahaha!
Weil die Oberlander Angelina fragt, bist du überhaupt noch als Schauspieler und Synchronsprecher aktiv? Synchron haben wir jetzt ja schon rausgehört, ja. Was ist mit Schauspiel? Machst du das noch?
Carlos: Mh.
Ja, doch kann man schon so sagen. Also ich drehe ab und zu. Also hab jetzt nichts, also ans Theater gehe ich jetzt nicht, würde ich jetzt nicht gehen. Fest oder auch frei. Weil, weil, naja es sind halt diese Probenzeiten und man ist ja, ist auch wieder so diese Zeitfrage. Diese Zeitfrage sich selber und ich mag das auch einfach mich selber zu organisieren.
Jenni: Mhm.
Mhm.
Mhm.
Carlos: Ich sollte ein bisschen weniger annehmen vielleicht oder das ein bisschen besser organisieren. Das muss ich dazu sagen, allerdings nicht weniger annehmen. Ich glaube, es ist organisieren alles. Aber ich mag diese Selbstorganisation und da nicht von anderen abhängig zu sein.
Jenni: Ich würde noch vollziehen.
Carlos: auch zu sagen, ich
schlafe jetzt mal eine Runde. Ich kann es nur oft genug erwähnen. Schlaf ist wichtig.
23:22Der Einstieg ins Hörbuch-Sprechen
Jenni: Und du bist dann, wenn ich das jetzt zumindest an deiner Historie mir angucke, Anfang letzten Jahres zum Hörbuch sprechen gekommen? Oder hast du vorher schon was gemacht? es gibt irgendjemand, warte mal, ich muss mal ein bisschen runterscrollen. Ich glaube LALA Land war es die
Carlos: Mhm, genau.
Mhm.
Jenni: der Meinung war dich schon mal unter einem anderen Pseudonym gehört zu haben vorher. Lass uns das mal kurz
Carlos: Okay, wie
...
Jenni: Weißt du jetzt selber nicht? Okay, spannend. Das heißt, du bist letztes Jahr mit Carlos Lunes eingestiegen unter dem Namen und dann direkt mit Dark Romance.
Carlos: Ja, aber es gab, also bei Voice Berries haben wir auch Hörspiele, die machen wir auch. Und da habe ich am Anfang von Voice Berries ein Pseudonym zugeordnet bekommen. Ich glaube für zwei verschiedene, aber ich weiß auch nicht mehr was es war. Eine Weile her, da müsste ich selber noch mal überlegen. Aber da habe ich, was war denn das? Also weil es waren wirklich nur zwei verschiedene, was war denn das?
Jenni: Mhm.
Aso!
Carlos: Ich weiß auch gar nicht mehr, wie das Pseudonym hieß. Hat sie was dazu geschrieben? Was für ein Pseudonym der Name des Pseudonym? Ich glaube, Damon Creed. Doch, Damon Creed, glaube ich, war der Name. Damon Creed. Ich habe ganz viele Vorschläge bekommen und dann habe ich mir aus zwei Namen einen zusammengesetzt. Damon Creed. Falls ich doch irgendwann slight bin als Carlos, dann bin ich als Damon unterwegs wieder.
Jenni: Nee, das hat sie nicht dazu geschrieben, leider. Weil das hätte das jetzt mal die nächste Frage gewesen, ob du das... Okay.
Ja.
Okay, ja.
Aber den wolltest du nicht behalten, oder
durftest du nicht?
Carlos: Doch, du... Ich wollte mein Pseudonym haben. Hä, wär das andere besser gewesen, findest du, Damon Creed? Was ist denn deine bescheidene Meinung jetzt?
Jenni: ist was anderes. Ich glaube,
ich finde das Englischsprachige gefällt mir besser, passt für mich noch einen Ticken besser zur Szene, weil da vieles ja auch in den USA spielt, also im englischsprachigen Raum. Dafür passt es natürlich ganz gut. Aber kommen wir vielleicht noch drauf, wenn wir mal über dein Pseudonym sprechen? Lass uns mal ganz kurz erst abschließen, das Thema hier Hörbuch sprechen und wie du dazu gekommen bist.
Carlos: passt besser,
Voll. Voll. Das war mir vorher gar nicht so bewusst. Ja, ja.
Jenni: Hast du dafür dann irgendwie noch eine spezielle Ausbildung gemacht oder wie bist du da überhaupt reingerutscht in diese ganze Sparte?
Carlos: Mit dem Hörbuch? Nein, ich habe keine spezielle Hörbuchausbildung gemacht. die Schauspielausbildung, die spielerische Erfahrung am Theater, Film. Ich auch bisschen gedreht, mal. Genau, das mache ich jetzt auch als Schauspieler noch manchmal. Und dann durch Synchronen natürlich, durch verschiedene Hörspiele. Also ich habe das mit dem Sprechen, das mache ich jetzt schon sehr lange. Und Rollenformen und auch gerade dieser Theaterbetrieb am Theater so viel zu spielen.
Jenni: Ja.
Carlos: Das hat mir auch geholfen relativ schnell einzutauchen, durch Synchron auch schnelles Eintauchen, schnelles Abnehmen und dadurch aber auch ein Gefühl für die Stimme, für Rollen oder für Charaktere zu entwickeln. Deshalb das mit dem Hörbuch, also keine spezielle Ausbildung. Aber ich glaube, man merkt es auch an meinen Büchern, zu den Anfängen. Also ich habe das Gefühl, ich werde ruhiger. Dass ich am Anfang noch mehr ins Spielen gegangen bin, als ich es jetzt tue.
ist zumindest mein Gefühl. Weil ich eben auch keine Berührungspunkte zu Büchern hatte, zu Hörbüchern hatte vorher selber auch nicht, muss ich leider gestehen. Also wenige gehörte in meinem Leben und da auch mit meiner eigenen... Ich hab da jetzt Lust drauf, ich mach das jetzt so. Ein Stellung, reingegangen bin und finde... Aber das finde ich nach wie vor, aber das ist nur meine Entscheidung, mein Gefühl.
Wenn ich eine Geschichte erzähle, möchte ich die Leute direkt mitnehmen. Und will auch, dass sie sich erschrecken, wenn ich schreie. Das mag ich. Weil viele... Achso, kommen wir auch noch. Entschuldigung, ich nehme alles voll weg. Ich nehme alles voll weg.
Jenni: Ja, da kommen wir noch drauf. Das finde ich total... Ja, ja, ja, ja, da kommen wir noch drauf. Da kommen wir noch drauf. Nee, alles gut, alles gut. Aber
da bestätigst du mir ja schon etwas, was mir auch aufgefallen ist bei deinen Aufnahmen, was sich definitiv unterscheidet auch von anderen Hörbesprechern.
Carlos: Hmm.
Was
keine Wertung ist natürlich, das muss ich dazu sagen. Ich bin da einfach nur für mich. Ich komm aber mehr ins Schwitzen dadurch, das muss ich gestehen.
Jenni: Das ist ja auch Geschmack und ja, absolut.
Das erklärt es aber ein Stück weit.
Glaub ich, glaub ich. Das heißt, deine Hauptstandbeine sind jetzt Synchron und Hörbuch? was würdest du sagen? Und du machst auch noch Veranstaltungen? Dark Romance Night? So was in der Art. Oder, glaub ich, Dark... Wie heißt es mit der Girls? Nee, wie hieß die Hour da noch? Good Girl Hour genau, ja.
Carlos: Ja.
Genau.
Good Girl Hour. Genau,
die wunderbare Good Girl Hour von Special Events, von wunderbaren Lilia. Genau, die Veranstaltungsreihe, da dürfen wir auch immer dabei sein. Ich mag das, ich finde das ganz schön. finde das ganz schön. Auch der Rahmen für Frauen, für Damen einen Safe Space zu schaffen. Und diesen sinnlichen Abend und die Locations sind immer
Jenni: Mhm.
Carlos: Also meiner Meinung nach, ich finde sie immer wunderschön. Ich sehe ja auch, ich bin ja auch mit Lydia befreundet, was sie sich für Mühe gibt und wie liebevoll sie da an die Sache rangeht und hoffe, dass das noch viel größer wird. Genau. Und die Dark Romance Night, die Lesungen, die haben wir auch noch. Und jetzt habe ich das Gefühl, kommen auch noch andere Events immer mal wieder dazu.
sind welche in Planung, da darf ich aber noch nichts sagen. Ist noch nicht ganz sicher, aber es bleibt spannend.
29:20Die Wahl des Pseudonyms
Jenni: Na gut, dann lass es mal rübergehen zu deinen Pseudonymen. Wo kam das jetzt her, Carlos Lunes? Wie bist du darauf gekommen? Klingt ja eher so bisschen spanisch angehaucht. du in diese Richtung irgendwelche Connections?
Carlos: Ja.
Also ich muss vorneweg sagen, ich spreche gar kein Spanisch. Ich muss mich jetzt direkt outen. Mein Cousin ist Bolivianer, also weil ich zwei bolivianische Cousins Mein Onkel lebt seit 30 Jahren in Spanien und ich mache da mein Leben lang Urlaub. spreche aber trotzdem kein Spanisches. Und ich habe tatsächlich mit einer Ex-Freundin von mir, habe ich mir einen Namen überlegt und
Da sind wir darauf gekommen, dass Carlos irgendwie zu meiner Stimme passt. weiß es nicht. Es war einfach so eine Entscheidung, irgendwie... ist Italienerin und dann haben wir im italienischen Raum gesucht nach Namen und weil sich ja ein Pseudonym auch abgrenzen soll von der die als Person, deshalb ist das natürlich, haben im italienischen Namensbereich gesucht und dann sind wir aber irgendwie bei Carlos gelandet. Und dann dachte ich...
Jenni: Mhm. Mhm. Mhm.
Carlos: Mond wäre doch gut, irgendwas Dunkles, mit Nacht zu tun hat. Und dann habe ich mir Lunes rausgesucht. Bis dann eine andere Freundin, und ich erzähle das jetzt, ich habe echt überlegt, lange mal, ich es erzählen soll, bis dann eine andere Freundin zu mir gesagt hat, du weißt schon, dass Lunes Montag heißt und nicht Mond. Und jetzt heiße ich eigentlich Carlos Montag.
Das ist der Name. Aber Carlos Lunes hört sich schöner an, ich. Dieser Wortklang, finde ich. glaube, das war auch die Entscheidung, ihn dann zu nehmen. Aber es hat keinen tieferen Sinn.
Jenni: Lustig, lustig.
Kein Tieferein, sondern geht den Klang. Und
du hast, ich habe aber gesehen, du hast auch zumindest mal ein Hörbuch, unter Klarnamen gelesen, oder?
Carlos: Ja, da wurde mir gesagt...
Jenni: Wonach entscheidest du?
Genau, Ja, wonach du entscheidest, ob du das oder welchen Namen du das liest.
Carlos: wonach ich entscheide?
Ich glaube, dem Spice-Anteil eigentlich nur. Das ist der einzige. Und mir wurde, das war, glaube ich, auch mein zweites oder drittes Buch, was ich angeboten bekommen habe damals. Ich wusste, ich kannte mich da ja auch wirklich nicht aus, muss ich gestehen. So richtig. Man findet ja in Sachen rein. Und wird erfahren und besser, wie mit allem. Aber ... Genau, nee, ich hab ...
Jenni: Mhm.
Mhm.
Carlos: das Buch angeboten bekommen und mir wurde dann gesagt, dass es da jetzt keine großen Berührungspunkte geben wird im Buch zwischenmenschlich. Und genau, dann habe ich da entschieden, dass ich das unter Klarnamen mache.
Jenni: Du bist ja nicht ganz ungefährlich, auf diese Art Weise dann vielleicht doch identifiziert zu werden. Aber du gibst dir ja an sich nicht ganz so viel Mühe. andere vermummeln sich und haben noch eine Kapuze auf und du zeigst dich ja teilweise sogar auf Instagram mit deinem Gesicht oder zumindest mal von der Seite oder so. Wie ist das? Also wie wichtig ist das für dich, unerkannt zu bleiben als...
Carlos: Nee, nein.
Mmh. Mmh.
Jenni: als eigentlicher Mensch sozusagen, als Original.
Carlos: Also für mich persönlich, aus privaten Gründen gar nicht so wichtig. Also ich bin wie gesagt ein sehr offener Mensch. Ich gehe immer auf offen zu. Also ich bin ja auch gebürtiger Rheinländer, der rheinische Frosin. Ja, ich bin ein Bünschejung. so ein Rheinländer und einfach dieses offene, glaube ich, das habe ich da immer noch im Herzen. Ich gehe halt offen auf Menschen zu und ich finde das gar nicht schlimm, wenn mich Leute da...
Jenni: Ach was? Hört man gar nicht mehr. Ich finde das Berlinerische kommt irgendwie ein bisschen durch.
Carlos: Wenn mich ansprechen und im privaten Bereich sehe ich da jetzt gar nicht eine Gefahr. Oder für mich persönlich finde ich jetzt nicht schlimm. Trotzdem finde ich schön als Kennzeichnung, als Abgrenzung von mir als Person für den Bereich. Die Maske zu tragen, ja genau, als Marke kann man sagen, genau das ist es.
Jenni: So als Marke praktisch.
Carlos: Genau. Und eigentlich, so ein Pseudonym ist ja, man, also gerade wenn man andere in anderen Bereichen spricht, da kommen ja die Pseudonyme eigentlich her. Da ist ja dieser Ursprung, dass man diese spicy Sachen oder Sachen allgemein, die in eine extremere Richtung gehen, einfach von sich fernhalten kann. Von seinem...
von seriösen Sachen in Anführungszeichen. Bei vielen Firmen, gerade auch im Synchron, also keine Namen natürlich, aber habe da auch schon gehört, dass Kollegen gecancelt wurden, weil ihr Name mit gewissen literarischen Texten in Verbindung gebracht wurden oder anderen Dingen und genau und das ist ja eigentlich der Ursprung des, ja genau,
ist diese Wahrung oder diese Abgrenzung für mich wichtig. Natürlich einfach nur in diesem Arbeitskontext.
Jenni: Das hätte ich ja nicht gedacht. Wie engstirnig.
Puh. Okay.
Carlos: Ja.
Jenni: Okay, verstehe.
Dann lass uns mal einsteigen. Du hast schon gesagt, man findet sich dann irgendwie rein. Das älteste Höhrbuch, was ich gefunden habe von dir unter dem Namen Carlos Lunes, ist jetzt noch gar nicht so alt. Sondern es ist im April oder so letzten Jahres erschienen. Das ist Skin of a Sinner gewesen. Ich weiß nicht, ob das jetzt das Allererste war, zumindest mit dem...
34:57Der Einstieg in Dark Romance
Carlos: Hm.
Mhm.
Jenni: ältesten Erscheinungsdatum, das ich gefunden habe und da bist du ja gleich total in die vollen Genau, Roman, genau. Miki, da hast du ja gleich das volle Rohr gekriegt.
Carlos: Nee, R-Roman.
Roman, Mickey, Mickey, Klibeen.
Ich liebe ihn auch.
Jenni: Steffi Schwarze fragt jetzt erstmal, wie bist du ausgerechnet zu Dark Romance gekommen und das gleich so von Anfang an? Wie kam es dazu?
Carlos: Also ich habe mich beworben bei einem Produktionsstudio. Also das war es auch. Ich habe mich bei einem Produktionsstudio beworben für Hörbuch, weil ich synchron aus dem Ensemble raus bin. gibt... Also das Ensemble sprechen ist, wenn man zum Beispiel Avatar, man... Oder andere Filme, wenn irgendwelche Kampfszenen sind und dann einer im Hintergrund schreit, sie kommen, ich bin getroffen. Solche Sachen.
Jenni: Mhm.
Carlos: Also diese ganzen Hintergrundlaute und was man so spitzen und und kleinere Rollen, die dann im Ensemble übernommen werden und irgendwann kann man sagen, man möchte das nicht mehr machen, aber dann ist, also hat man weniger Jobs einfach so, man hat weniger Jobs, weil diese Ensemble Termine natürlich wegfallen und bis man dann auch als sich etabliert hat im Rollenfach, das dauert halt auch eine Weile, also wenn es funktioniert.
Genau und bin dann da aus dem Ensemble ausgestiegen und habe dann nach drei Monaten hatte ich dann eine Schwankung und dann dachte ich mir, ich habe Lust auch nochmal was anderes zu machen und habe mich dann bei einem Produktionsstudio beworben und die haben meine Stimme eingeordnet und haben gesagt, dachten sich...
Jenni: Gut, bis später.
Carlos: der kann auch bestimmt ganz gut mit Roman sich identifizieren oder so. Also nicht als Person, aber stimmlich. ist ja stimmlich. Das war glaube ich der Gedanke und dann kam ging das Schlag auf Schlag. Dann ging das relativ schnell. Und ich mag aber auch einfach also jetzt
Jenni: Was hast du denn da gedacht?
Carlos: Ich? Was ich gedacht...
Jenni: Ja, als du das ja gelesen hast, was
ist dir da durch den Kopf gegangen? Du musst ja gedacht haben, es ist total irre, was da abgeht.
Carlos: Ich... Nee.
Ich weiß nicht. Nee, nee, gar nicht eigentlich. Überhaupt nicht. Also ich mag Extreme schon immer und ich hab auch immer im Theater lieber die bösen und die abgefuckten Rollen gesprochen und mag es auch. Es ist einfach viel interessanter und geiler oder schöner. Es ist interessanter. Es macht wesentlich mehr Spaß in...
Jenni: Mhm.
Carlos: Abgründe zu tauchen und da zu suchen und Rollen zu bedienen, also meiner Meinung nach, einfach nur so eine glatte Schiene zu bedienen. idealsten ist natürlich, oder am interessantesten ist, wenn immer eine Fallhöhe da ist, ich, wenn man was glattes hat und da drunter ist dieses, wenn das so gegeneinander drückt und man das wirklich auch innerlich, und das liebe ich. Das liebe ich.
diese Gegensätze einfach nicht, weil das Leben ist ja nicht so.
38:52Die Herausforderung von extremen Charakteren
Jenni: Das wäre jetzt nämlich meine Frage gewesen, ob es dir schwer gefallen ist, jetzt insbesondere in diesen sehr verdrehten Charakter Roman hineinzuversetzen, wie dir das gelungen ist. Und da gibt es auch noch hier eine Frage von Lina, da wir ganz viel ein As hinten dran. Gab es bei den Hörbüchern, die du gesprochen hast, also sie guckt auch durchaus noch bisschen mehr in die Breite, einen Charakter, mit dem du dich überhaupt nicht identifizieren konntest oder den du...
Carlos: Mmh.
Jenni: die du dich eher schwer hineinversetzen konntest. Ich hoffe in viele von den Charakteren. Wo es dir einfach schwer gefallen ist, da reinzugehen an die Rolle.
Carlos: Also mir fällt jetzt so spontan keiner ein und ich glaube, ist dann schon immer ein gutes Zeichen. Also es fällt natürlich, Charakter anzulegen teilweise, dass man sie selber so echt und authentisch empfindet beim Sprechen. glaube, ist eher so ein bisschen, aber das ja auch total subjektiv ist, was ich empfinde und als echt wahrnehme oder nach.
Jenni: Ja, absolut.
Carlos: ins Mikrofon abgebe, das kann ja auch anders empfunden werden, so wie sie nach draußen, aber bis ich für mich sage, okay, ich kann das jetzt über
8 Stunden so leben oder lebendig machen oder auch wenn es ein Nebencharakter ist, dann kann ich den irgendwie über 3 Stunden so lebendig machen. Ich glaube, das ist eher die Schwierigkeit, zu wirklich einem Hass oder das, was ich gerne gemocht habe. Nicht. Manchmal, doch, okay, ich muss sagen, aber ich glaube, das liegt an allgemein meiner Leserart, dass ich manchmal denke...
Fuck, jetzt hast du schon wieder so extrem gemacht. Jetzt musst du das die ganze Zeit durchziehen und schwitze die ganze Zeit, obwohl kein Sommer ist. Weißt du? So das ist eher dieses, dass man dann so... Ja. Ja, jetzt muss man so dieses extreme Level die ganze Zeit halten und kommt dann nicht mehr runter und muss da...
Jenni: hab dir zu viel Mühe am Anfang gegeben und jetzt musst du das auch noch durchziehen bis zum Ende. So ein Mist.
Das Level.
Carlos: Nee, aber das eher nur. Aber nicht so wirklich, dass ich da...
40:50Unangenehme Szenen und persönliche Grenzen
Jenni: Und Sarah LH86 fragt, gab es Szenen, die dir unangenehm waren?
Carlos: Ja, Sikko, da waren ein paar... Ja, war nicht schön. Ist nicht schön. Sikko ist das... Ja, genau.
Jenni: Aus welchem Buch war das? Weißt du das?
So heißt das Buch? Aha,
okay. Da bin ich noch nicht dran vorbeigekommen.
Carlos: Es geht einen Kinderhandelsring. Das war ein bisschen unangenehm, weil ich da auch tatsächlich nicht so richtig wusste, wo die Reise genau hingeht. Das habe ich angefangen und vorher glaube ich einfach nicht genug recherchiert. Das hat mich schon selber auch ... Da ich einen Moment, ich echt dachte, okay krass.
Jenni: Okay.
Wäre das etwas gewesen, wo du im Nachhinein gerne gesagt hättest, wo ich es vorher gewusst hätte, hätte ich es nicht angenommen?
Carlos: Aber...
Aber nee, ich hätte es wahrscheinlich trotzdem gemacht.
eigene Vorbereitung oder sich selber darüber bewusst zu sein, ich. Bei solchen Extremen. Also es wird auch nicht, also da wird nichts verschönigt. Gar nicht, das ist Gott sei Dank, Gottes Willen. Sonst hätte ich das niemals, also sowas würde ich natürlich niemals anfassen Aber
Genau, da glaube ich einfach so bisschen sensibler gewesen zu sein oder da mich besser informiert zu haben. ist das einzige. Aber das war auch nur, also waren in zwei, drei Szenen war es halt, war es dann doch etwas überraschend.
Jenni: Manchmal nicht so genau, was einen erwartet. Das ist ja wie so eine Wundertüte. So ein Buch.
Carlos: Ja,
ansonsten, nee, ansonsten finde ich alles total schön.
Jenni: Okay. Du hast ja seitdem nicht nur Dark Romance gesprochen, auch Sports Romance eingesprochen. Es gab auch mal ein paar Ausrutscher in Anführungsstrichen an anderen Genres. Aber du hast auch, ich würde es der Erotik zuordnen, eingesprochen und zwar nicht als Hörbuch, sondern sogar als Hörspiel. Und das habe ich doch sehr bewundert. Also ich stelle mir das
Carlos: Mhm.
Ausrutschen. Gott, darf ich...
Mmh.
Ja.
Jenni: Ich glaube, mich hätte das eine wahnsinnig überwindet, das nicht nur vorzulesen, sondern das dann auch noch trocken zu spielen. Weil höchstwahrscheinlich spielst du deinen Part ja auch ganz alleine, ohne Gegenpart auf der anderen Seite. Und ich mich gefragt, wie sich das anfühlt, so etwas zu sprechen, so etwas zu machen.
Carlos: Mmh.
Also das Sprechen, das ist tatsächlich eine unromantischere und unerotischere Arbeit als man denkt. Man muss wirklich auf sehr viele Dinge achten tatsächlich. Man darf sich da nicht drin verlieren. Das kann ich sagen. Es muss sehr geführt und sehr klar sein. Man muss sich darüber bewusst sein, was man tut. Wie man es auch bei anderen Sachen sein sollte natürlich.
Jenni: Wahrscheinlich, wahrscheinlich.
Carlos: Aber, ähm...
Es war eher, als ich das erste Mal dann reingehört habe, das erste, und dachte, wow, das hört sich ja richtig echt an, was hier gerade passiert. Also nicht wie in den Büchern, in denen man die Dinge beschreibt und dann natürlich irgendwie einsteigt. Ja, oder einsteigt auch natürlich und sich auch bildlich und auch körperlich irgendwie da dann stimmlich dann irgendwie da mit, mit fühlt oder mit dabei ist. Es ist ja wirklich ein, es ist ist ja Kino für die Ohren.
Jenni: Nun beschreibt sie eigentlich, na...
Carlos: oder ja, es ist für die Ohren. Und da sind ja alle auditiven Geräusche dabei, man so kennt. Und da war ich... Also ich fand es total schön. Genauso ist es richtig. Anders sollte es sein. Aber es war...
Jenni: Mhm.
Carlos: überraschend ein bisschen beim ersten Mal her, weil mir das selber nicht so ganz bewusst war, wie echt das ist.
Jenni: Okay. Also
was da am Ende bei rauskommt, das heißt, Part, das... Ja, okay. Das heißt aber, dein Part zuzuliefern, reinzuliefern, war jetzt für dich nicht so problematisch, oder hat dich keine große Überwindung gekostet.
Carlos: Genau am Ende, was am Ende bei rauskommt.
Nee, das gar nicht, nee.
Jenni: Es ist ja so, dass die Fans mich auch ganz gerne nutzen, gerne dann auch anonym, fragenlos zu werden, die sie sich selbst nicht zu stellen trauen. Super, vielen Dank dafür, in die Runde. Denn ich soll hier fragen, was das mit dir macht, zu wissen, dass Frauen sich höchstwahrscheinlich auch zu deiner Stimme selbst berühren.
Carlos: Ne.
Also gerade bei diesen Hörspielen, es ist einem ja bewusst, dass diese Hörspiele so produziert werden, dass sie eine gewisse Sinnlichkeit und ein gewisses Lustempfinden auslösen. ich glaube, es ist schon auch
Es fühlt sich nicht falsch an, so viel kann ich sagen. Ich habe da jetzt kein Schamgefühl oder mich macht das jetzt nicht unglücklich. Ich denke da aber jetzt nicht 24hs, 7, drüber nach. Es ist halt auch, ja, ist halt auch natürlich eine Leidenschaft zu dem Beruf, aber es ist halt auch ein Beruf. ich glaube, ist ...
Jenni: Fire and forget.
Carlos: Es ist ein sehr schöner Beruf. Und wenn man Menschen glücklich machen kann, egal wie, ist es doch immer schön.
Jenni: Ich weiß, also ich würde es glaube ich auch schön finden, wenn ich da mit anderen Menschen schöne Gefühle bereiten kann und letztendlich geht es ja darum, so was.
Carlos: Total. Voll. Aber es
ist ja nicht nur, also ich habe ja auch Nachrichten bekommen, das muss ich auch sagen, was ich ja von vornherein auch nicht gedacht hätte. Und das öfters, dass Menschen wirklich abschalten können bei den Büchern und wenn sie meine Stimme hören. Und das finde ich, das hätte ich nie gedacht, als ich angefangen habe. Und auch in dem Genre, hätte ich, also habe ich mir, also darüber habe ich gar nicht nachgedacht erst mal. Aber als ich dann die erste Nachricht bekommen habe, dass
dass ich es schaffe, dass man sich fallen lassen kann und dem Alltag entfliehen kann. Da dachte ich mir, was? Ehrlich? Ich konnte das erst mal gar nicht greifen. Ich bin da total dankbar für und bin da wirklich immer total gerührt, wenn ich solche Nachrichten kriege. Auch von wirklich existenziellen Problemen. Da habe ich auch schon ein, zwei Nachrichten bekommen und da dachte ich mir, wow, so eine Bürde zu tragen ist, also Bürde tragen kann man nicht sagen, ich bin da sehr dankbar.
Jenni: Ja.
Carlos: Und das mache ich unglaublich gerne. auch weiter.
Jenni: Ja, kann ich mir vorstellen, dass das ein schönes Gefühl ist, wenn man Menschen irgendwie was geben kann, und ihnen helfen kann mit irgendwas.
Carlos: Vor allem ist ja so viel los auch in der Welt, in der wir leben. das ist ehrlich. Müssen wir jetzt nicht drüber reden. Deshalb ist es echt schön und ein Geschenk, wenn man sowas geben darf. dann, egal womit man es macht, ich, wenn es pro ist, für die Menschen und nicht gegen die Person.
Jenni: Ja, sowieso. Ja, davon mal abgesehen. Von den persönlichen Themen mal abgesehen.
Carlos: Bis dann.
Jenni: Ja,
jetzt denken immer alle so spicy Szenen, ist das herausforderndste am Sprechen. Aber jetzt haben wir ja vorhin schon rausgehört, dass es da auch noch ganz andere Aspekte gibt, das Ganze sehr stark auch zu spielen, was man da liest. Und du spielst auch sehr, stark mit der Lautstärke, habe ich festgestellt. Und du hast auch keine Hemmung, mal ins Mikro zu brüllen.
48:38Herausforderungen beim Sprechen
Carlos: Mh.
Jenni: in Szenen, wo es passt. Ich hab festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, sich auf eine Bühne zu stellen und einfach mal rumzubrüllen. Da ist eine wahnsinnige Hemmung in einem, ähm, sowas zu tun. Und, äh, finde ich fast schwieriger, als solche Worte wie Schwanz oder Pussy auszusprechen. das ist, äh, zumindest bei mir eine total, also eine viel, größere, also kostet eine viel, größere ...
Carlos: Ja.
Mmh.
Mh.
Jenni: Überwindung. Wie ist das? Wie empfindest du das? Also wie überwindest du deine Hemmung oder hast du überhaupt noch Hemmungen?
Carlos: Mh.
Du meinst, also jetzt beim Schreien generell oder bei Extrem oder bei Rollen oder...
Jenni: Ja, genau, so extrem
reinzugehen in so eine Rolle und dem dann auch zum Beispiel in Form von Lautstärke Ausdruck zu verleihen und sich dann nicht zurückzuhalten, sondern richtig voll reinzugehen.
Carlos: Also mein Mikro hält nicht stand, das ist das Problem, sonst würde ich wahrscheinlich noch lauter schreien. Also auch im Studio beim Synchron werde ich immer ständig ganz weit nach unten gepegelt, wenn ich da Vollgas gebe. ich hab da, ich bin schon immer so ein sehr, auch auf der Bühne war ich immer ein so ein Kraftspieler irgendwie. Also ich würde mich, sie wird das so beschreiben und dieses frei und...
Ich habe da gar kein Problem mit. Auf der LBM durften wir ja einen Ausschnitt lesen und da gibt es ja auch so ein Video, ich dann am Ende ein bisschen lauter werde. Ja, ehrlich? Okay. da dachte ich so, wirklich? okay. Fandest du das sehr laut?
Jenni: Ja, in der Tat, ja. Das hab ich sogar live gesehen, ja. Ich war da, ja.
Es hat mich in dem Moment echt erschreckt, ja. Es war laut und ich fand es total gut. Aber es hat mich, wo ich dachte so, wow, das hätte ich mich nicht getraut. Also das hätte ich mich nicht getraut. So richtig das war an der Stelle, das hat total reingepasst in die Situation. hat total zur Rolle gepasst, es hat zur Situation gepasst und dennoch hat es mich sehr überrascht und ich war mir klar, ich hätte mich das nicht getraut.
Carlos: Ja? Okay.
Ja.
Ja.
Ich wollte noch lauter schreien. Ich hatte nur das Gefühl, ich noch mehr mache, dann wird es blöd. Dann hören die das auch drüben im Anime-Bereich. Das wollen wir ja nicht. Aber ich weiß nicht, wenn die Rolle... Wir Menschen werden ja auch laut.
Jenni: ...
Carlos: Also und wenn da steht, schreit, dann schrei ich. Also auch nicht immer, aber es ist auch je nachdem, was für eine Rolle und wie die Temperatur vor ist und wie gerade...
Also an welchem Punkt ich gerade auch im Lesen bin. Aber ich auch sagen, ich lerne da ja auch selber gerade auch noch in den Büchern und mache gerade noch eine Entwicklung. Also nicht alles, weil ich auch schon sehr theatralisch war am Anfang und sehr extrem finde ich bei manchen Sachen. Aber ich versuche da gerade einfach diese Fallhöhen und einfach sensibler.
Dann aber klarer zu sein, wenn dann solche Momente passieren, dass die Leute sich richtig erschrecken. man dann plötzlich einfach... Also, cholerische Ausbrüche, passieren ja auch einfach von 0 auf 200. Das ist ja nichts, was... Das passiert ja... Das kontrolliert man ja nicht. Also, das sind ja echte Gefühle und echte Dinge, passieren. Und eine Geschichte aus Büchern, das war ja auch irgendwie echt.
Zumindest ist das ja meine Leseart, da extremer zu sein. Deshalb passt das Schreien, glaube ich, ganz gut dazu.
52:58Hörbücher spielen oder lesen?
Jenni: Hast du da irgendwie Feedback bekommen, dass du zu stark spielst, die Hörbücher, und dass du dich da mal bisschen zurückhalten sollst? Oder wie kommst du jetzt da drauf, dass du das vielleicht ein bisschen mehr runterregeln willst?
Carlos: Und
Ich glaube, die Meinungen gehen da auseinander.
Also immer weh, auch bei einem Hörbuch entspannen. Ich glaube, ist ja auch verständlich. Also es gibt Menschen, nehmen natürlich Lautstärke und Gewohnheiten. Es sind natürlich auch Gewohnheiten, die stattfinden.
Und auf einer, ich sage das ohne eine Wertung. ist einfach nur das, ich auch als Empfindung, wenn ich mir selber zuhöre in gewissen Szenen, dann kann ich auch nicht entspannen. Also ich könnte bei mir selber nicht entspannen bei den Sachen, ich mache. In gewissen Momenten jetzt. Und wenn ich natürlich auf einer, also ich habe jetzt
Ich bin mit meinen Extremen hier in der Range und andere bewegen sich so in der Range. Das ist natürlich ein viel klarerer Bogen, der gefahren wird. kann man sich natürlich viel sicherer fühlen. Viel mehr fallen lassen. Als wenn man die ganze Zeit Angst hat, dass gleich schon wieder irgendwas passiert. Gleich kommt es oder so. Das ist natürlich zum Beispiel. Oder halt einfach extreme.
Jenni: Mmh.
Der flippt gleich aus.
Carlos: Da gehen die Meinungen auseinander, aber das ist auch total legitim. Ich finde das auch total okay.
Ja.
Jenni: Na ja,
du hast ja gesagt, Carlos Lunes soll auch eine Marke sein, das gehört dann vielleicht auch mit dazu.
Carlos: Klar. Ja, natürlich.
Ich kann es auch gar nicht anders. Ich habe das dann auch mal probiert. Ein bisschen mehr geführter, weniger...
Irgendwann vergesse ich das einfach und dann bin ich da... Mir wird dann langweilig. Mir wird dann langweilig, wirklich. wird dann langweilig. dann mag ich das nicht mehr so richtig, was da gerade passiert alles, weil ich denke, ich möchte kein Erzählbär sein. Also jetzt ich persönlich. Ich, ich, nur ich für mich. Das muss ich immer dazu sagen. Ja, ja, gut. Genau, da ist sich da niemand. Ja, genau.
Jenni: Gut, wir reden ja nur von dir.
Jetzt
hast du schon gesagt mit der Technik, das wäre nämlich auch meine Frage gewesen, wie die Technik damit macht bei dem Pegel. Also ich kenne das nur, dass meine Mikros dann national irgendwie zu übersteuern, aber ich habe jetzt ja auch nicht gerade die Premium-Ausstattung, aber jetzt hast du ja gesagt, selbst in den Tonstudios ist das manchmal nicht so ganz einfach.
55:21Technische Herausforderungen beim Sprechen
Carlos: Mmh.
Ja. Hm.
Nee, das ist nicht einfach. Also ich pegel dann hier immer runter. So manuell. Und ja, ich hab hier immer... Kleines Focus-Write. Keine Werbung. Genau, aber pegel dann da immer manuell runter und muss auch gestehen, ich mach manche Takes auch sehr, oft. Sehr, oft. sie sich... Aber wenn sich gerade irgendwie...
Jenni: Okay.
Carlos: Das meine ich mit, ich reg mich dann über mich selber auf, ich die Rolle oder dass ich es so angelegt habe, weil ich dann denke, scheiße jetzt. Ja, ja, viel schwerer, viel schwerer, viel schwerer, aber es ist nicht mehr, fuck jetzt machst du hier irgendwie 30 mal diesen scheiß Schrei so.
Jenni: weil du es dir schwerer machst, als es eigentlich sein müsste.
Da hast du mich auch einmal bei aufgenommen, wie du irgendwie nicht richtig reingekommen bist in irgendeine Szene. hattest du ja auch geteilt auf Social Media. Auch das noch. Jetzt ist ja Romance nicht nur manchmal spicy, sondern teilweise auch sehr, emotional und...
Carlos: Ja, ja, das war sehr früh morgens war das.
Samstag auch noch.
Mmh.
56:49Ergriffenheit beim Lesen
Jenni: Jetzt hast du schon gesagt, was du im Erotiksegment gemacht hast, das kann man gar nicht so nah an sich ranlassen, weil man da auch so vieles achten muss und sehr technisch ist. Aber wie ist es jetzt mit schlichter Romance-Literatur? Nimmt dich das dann auch manchmal gefangen und nimmt dich das dann auch mit, was du da liest? Oder kannst du das trennen und konzentrierst dich mehr auf das Sprechen?
Carlos: Nee, mich nimmt das schon sehr mit, auf jeden Fall teilweise. bin da, also jetzt zum Beispiel so ein Mickey, also Roman, erste Buch, das habe ich, da war ich, also ich liebe die Figur auch immer noch so, das ist auch wirklich eine meiner Lieblinge, auch einfach da von klein auf da durchzugehen. Ich habe den ja auch so angelegt, dass ich mich am Anfang, also ich habe den ja versucht so anzulegen, im ersten Buch auch eine Herausforderung. Aber...
Jenni: Mhm.
Carlos: Also dieses wirklich in diese Tiefen zu gehen, aber auch so die Tiefen und diese Reibungspunkte und die
Diese Verletzlichkeit irgendwo zu suchen, ob hat die eine Berechtigung oder nicht. ist glaube ich immer so die Frage, verstehe ich das selber, wo das herkommt? Und dann da irgendwie, dann macht es mir Spaß, selbst die Extreme.
Jenni: Also
für mich hast du den wirklich zum Leben erweckt und ich habe mir ein sehr gutes Gefühl dadurch gekriegt für diese Figur und auch für die Vielschichtigkeit dieser Figur. Und du hast es auch hingekriegt, weil wir begleiten ihn ja wirklich von einer frühen Jugend bis hin ins Erwachsenealter, das unterschiedlich zu sprechen, also die unterschiedlichen Altersstufen.
Carlos: Mmh.
fand tolles Buch.
Jenni: Definitiv, auch wenn es am Anfang, am Anfang dachte ich so, okay, das soll einfach nur abschrecken, aber wenn man dann dran bleibt, kriegt es eine enorme Tiefe dieses Buchs.
Carlos: Ja.
Nein.
Jenni: Jetzt Headphone Empress fragt, welches Buch oder Hörbuch hat dich denn am meisten gefordert? Körperlich, emotional, also sie sagt oder sie oder es oder er sagt. Du liest sehr oft sehr harten Tobak, zum Beispiel Chokehold oder Liz Berlin ergänzend fragt dazu noch, welche Darstellung verlangt dir als Sprecher mehr ab? Intime Verbundenheit oder spürbare Distanz und warum?
Also kannst du das irgendwie charakterisieren oder gibt es eine bestimmte Rolle oder ein bestimmtes Buch, wo du sagst, das fordert mich ganz besonders?
Carlos: Spürbare, ich muss mal, intime Verbundenheit oder spürbare...
Jenni: So hat sie es ausgedrückt.
Carlos: Nee, also ich finde fordernd kann man nicht sagen, weil es zwei ganz verschiedene klare emotionale Richtungen sind. Es sind halt klare Richtungen. ich glaube diese Reibung, man diese Widerstände, das ist immer das, was dann wird es auch erst interessant. Und dann wird es fordernd. Also klare Emotionen oder klare Richtungen.
Klare Haltung zu haben ist einfacher ich mal. Ich glaube, da gibt es keinen. Also bei den beiden Sachen, zumindest bei den beiden Beispielen würde ich jetzt nicht sagen, dass das eine ist. Es fällt mir schwerer, mich da zu finden als bei dem anderen.
Genau. Und was war die andere Frage?
Jenni: Das heißt,
die Frage, ob es irgendwas gab, was dich ganz besonders gefordert hat, körperlich, emotional, von dem, du gelesen hast.
Carlos: Alles. Choke. Ja, ja, ja, ich nehme mir immer vor weniger zu machen. Es klappt einfach nicht. klappt wirklich nicht. Ne, also wirklich was mich wirklich gefordert hat war...
Jenni: Du gehst immer voll rein.
Carlos: Also Lust and Loyalty, weil das Buch, ich fand das wunderschön geschrieben, also ich fand es toll geschrieben, aber es waren halt...
Jenni: Mhm.
Carlos: Ich war halt ein Labyrinth an Sätzen. Da wusste man halt nicht, wann das Ende kommt und wo geht die Reise hin. Weil ich ja auch prima Vista lese, meiste. Einfach aufgrund der... Dass ich es selber immer schöner finde, wenn alles frisch ist und im Moment passiert und mich selber dann irgendwie mitnimmt. Und aufgrund der Zeit. Aber bei solchen...
ist es dann halt schwierig. Da muss man halt wissen, wo die Reise hingeht. Bis man dann zufrieden ist oder dann passiert es mir zumindest öfters, dass ich kurz vorm Ziel war, das Ziel schon gesehen habe und dann nachlässig geworden bin und mich dann im letzten Wort verschnuppelt habe oder sowas. Ja genau und dann
Jenni: Mhm.
Ich jetzt von vorne anfangen.
Carlos: brille schon wieder ins Mikrofon, aber privat. Das passiert auch öfter.
Jenni: Ich hab auch so einen Grund.
Okay. Und auch dazu hast du schon so kleinen Einblick gegeben, weil bei XS neu fragt, verliert man sich als Sprecher schnell in der Welt der Dark Romance oder sehnt man sich dann doch noch mal nach normalen, nach noch mal normalen Jobanfragen, normalen Anführungsstrichen.
Carlos: Nein.
Ja.
Ja, also ich glaube, weil ich muss jetzt sagen, in meinem Fall merke ich halt, dass das Pseudonym sehr, sehr, sehr viel Raum einnimmt mittlerweile, wofür ich auch sehr dankbar bin. Ich mag das auch unglaublich und werde das auch weiterhin mit aller Leidenschaft versuchen so
Jenni: Mmh.
Carlos: meinem Weg, den ich jetzt angefangen habe, einzuschlagen, treu zu bleiben. Ich merke aber trotzdem, dass es wirklich sehr, sehr, sehr, sehr viel Raum eingenommen hat und ich mich schon so bisschen danach sehne, auch als Privatperson ohne Maske.
Ich habe ja auch Synchron, da gehe ich ohne Maske hin. Aber ja, ich hätte auch Lust in einem normaleren Bereich. Das ist ja auch total schwachsinnig Also ohne mein Pseudonym Bücher zu lesen. So kann ich es beschreiben.
Habe ich schon Lust drauf,
01:03:32Einblick in männliche Charaktere
Jenni: Eine Frage, immer wieder kommt, insbesondere wenn ich einen Mann im Interview habe, die jetzt hier auch kam, in diesem Fall von Lea Kreutzer, die Frage, wie empfindest du die männlichen Charaktere, die von Frauen geschrieben worden sind? Also wie realistisch wird da die Gedanken- und Gefühlswelt getroffen oder hat dich da irgendwas überrascht, was Frauen...
sich von männlichen Protagonisten wünschen, was sie denken und fühlen sollen. Also insbesondere zum Beispiel auch bei Spicescenen, aber auch allgemein.
Carlos: Nee, ich glaube nicht. Nee, also wirklich überrascht, dass ich dachte, wow, okay, Hast du schon mal irgendjemand gedatet oder mit einem Menschen irgendwie bist du schon mal intime? Also so jetzt nie, nee, nee, Absolut nicht. Ich glaube, Menschen sind auch verschieden. ich glaube, selbst wenn es Extreme gäbe, würde ich mir nicht denken,
dass das nicht existiert. ich glaube, kann einfach alles, es kann so viel existieren. denke da gar nicht in irgendwelchen Mustern allgemein, versuche da immer als sehr frei zu bleiben in solchen Dingen. Ob auch mit Kritiken oder richtig falsch. Ich glaube, ist auch sehr subjektives Empfinden in dem Moment, wenn jemand, eine Person...
jemand erschafft und vielleicht hat sie so jemand kennengelernt oder...
Weißt du, ich meine? Für mich gibt es da...
Jenni: Ich neige
auch dazu, auf den Einzelfall zu gucken, als Schubladen aufzumachen und zu sagen, das passt da rein oder das passt da nicht rein. Insofern glaube ich, ich habe eine Ahnung, was du sagen willst.
Carlos: Ja, genau.
Ja, ja, nein, dieses Framen einfach. glaube, das ist so ein Begriff, wenn man dir was sagt. Einfach rauszuframeen auch aus Menschen und aus Situationen und sich das erstmal von oben alles anzugucken. Ich glaube, so zwischenmenschlich. ich glaube, das hilft, frei zu bleiben auch in Geschichten.
Jenni: Eine weitere Frage, die in diesem Zusammenhang auch immer kommt, in diesem Fall von LALALAND 2305, beeinflusst das Sprechen von Dark Romance Hörbüchern dein Privatleben und deine Sicht auf Beziehung oder Partnerschaft oder hast du mal was übernommen von Charakteren, die du gesprochen hast oder trennst du das komplett?
01:05:39Einfluss von Dark Romans auf das Privatleben
Carlos: Hmm.
Also ich laufe, ich atme. Es gibt gewisse Dinge, die... Also ich trinke auch gern Wodka zum Beispiel. Also übrigens Wodka ist eines meiner Lieblingsalkoholischen Getränke. Nochmal auf die Frage zurück. Ja, Kai Pirovka, ja genau.
Jenni: Also kein Kaipirina, sondern eher Kaipirovka.
Carlos: ich übernehme jetzt keine Charakterzüge. Ne, das tue ich nicht. Also wenn, dann gibt es Dinge, auch in meinem Leben stecken, die ich jetzt nicht eins zu eins, oder die ich erlebt habe, eins zu eins, aber gefühlsmäßig, in denen ich mich wieder sehe oder an
in was an eine Figur ran denken kann und mir vorstelle, könnte doch da könnten irgendwie imaginäre Berührungspunkte sein oder sowas. Na, gefühlsmäßig. Also ohne jetzt zu viel privat über mich zu reden. Aber jeder Mensch hat ja gewisse Extreme vielleicht erlebt. deshalb glaube ich, kann man gewiss, in gewissen Punkten kann man schon
vielleicht mal einhaken so minimal so für ein paar meter und dann aber wieder abspringen so direkt
Jenni: Das ist eher mehr ein, ich merke, da habe ich eine kleine Parallele anstatt, da ist etwas, das ich adaptieren kann.
Carlos: Mmh.
Genau, ja.
Jenni: Okay, verstehe.
Carlos: Ja, teilweise. Man
kann es auch nicht so. Manche Sachen schon, manche auch nicht.
Ich bin jetzt kein Dark Romance Charakter, Gottes Willen, das will ich nicht sagen. Ich sag nur, es werden lebensechte Situationen beschrieben und Extreme. Und jeder hat ja irgendwie ein Leben hinter sich.
Jenni: Kevo hat gesagt, gibt so gewisse Dinge, die tauchen immer wieder auf in diesen Büchern, die er durchaus nicht auch dann zu eigen macht oder auch nutzt.
Carlos: Ja.
Jenni: Mhm.
der Gentleman schweigt und genießt.
Carlos: Es erweitert den Horizont doch schon ein bisschen. Teilweise erweitert es den Horizont in einem gewissen Maß.
01:08:15Umgang mit aufdringlichen Kommentaren
Jenni: mit deiner rauchigen Stimme und diesen unglaublichen Emotionen, die du da reinlegst, machst du wahrscheinlich nicht nur mich wuschig, sondern auch noch viele andere Frauen. hier fragt Jacqueline Klaus, es würde sie interessieren, ob es dir manchmal eventuell auch unangenehm ist, dass gerade Frauen teilweise auch sehr aufdringlich sind in Kommentaren und Nachrichten.
Carlos: Mhm.
Jenni: Sie beobachtet das bei manchen Sprechern, dass da Kommentare auch gepostet werden, die sie eher befremdlich findet. Und da würde mich interessieren, wurdest du auch schon mal belästigt oder... Also gab es schon mal Frauen, die das nicht so richtig trennen konnten voneinander? Hast du da schon mal irgendwelche komischen Erfahrungen gemacht?
Carlos: Also es gibt schon gewisse Nachrichten, sind sehr direkt. Also so was existiert tatsächlich. Ich glaube, das haben Kollegen vor mir aber auch schon gesagt. das, ja, auf jeden Fall. Ich finde das aber jetzt nicht, ich finde es, also mich stört es jetzt nicht. Also ich bin dann ganz, also ich versuche auf alle Nachrichten auch zu antworten immer. Und bin dann...
Jenni: Mmh.
Carlos: einfach nett und ich wechsle das Thema dann vielleicht auch einfach oder sag dann danke oder ja.
Jenni: Danke, dass du auf mich stehst. Aber ich bin schon vergeben, oder?
Carlos: Oder...
Na, ich kann nicht... Also einfach vielleicht... Einfach Einfach nett bleiben, aber man muss ja nicht alles kommentieren und muss ja nicht... Man muss nicht auf alles eingehen, Aber ich meine, wenn man in so einem Bereich arbeitet... Ja, Entschuldigung. Wenn man in so einem Bereich arbeitet, ich glaube, dass einer lässt das andere auch nicht aus. Und das ist ja... Also dafür...
Jenni: Okay.
Man muss nicht drauf eingehen.
Ähm, was ja...
Carlos: Ich glaube, sind wir ja auch zum Teil da, man so sagen. dass wir... Nein, nicht jetzt als Personen, aber das ist ja Teil unseres Seins und unseres, was wir sind. Und ich glaube, ist ja was sehr Persönliches. Eine Stimme ist was sehr Persönliches. es ist ja wirklich wie so ein Fingerabdruck. Und dass sich da gewisse...
Jenni: objektifiziert zu werden.
Carlos: Gerade wenn man in eine Emotionalität oder Lust kommt, gewisse Grenzen, teilweise vielleicht bisschen in Momenten verschieben können, kann passieren. Ist nachvollziehbar, ich. Und finde ich jetzt deshalb auch gar nicht schlimm.
Jenni: Naja, wenn man sagt Carlos Lunes, ist ja auch eine Projektionsfläche. Dafür hast du ja auch das Pseudonym und das gehört dann irgendwie auch mit dazu. So könnte man es ja auch zusammenbringen.
Carlos: Mh.
Ja, auf jeden Fall.
01:11:22Die Rolle der KI in der Hörbuchbranche
Jenni: Ein Riesenthema in der Szene ist das Thema KI. Da würde mich mal interessieren, ob dir schon mal angeboten wurde, eine KI zu trainieren mit deiner Stimme. Wurdest du schon mal gefragt, ob du das machen würdest?
Carlos: Also ich spreche für einen gewissen Streaming-Anbieter, spreche ich nicht. Das mache ich nicht. Also da bin ich ganz klar. da, also weil gefragt wird man ja, also wir wurden ja nicht, also gewisse Menschen, es wurde ja nicht nachgefragt so oder beziehungsweise, doch es wurde nachgefragt, aber na ist ein eigenes Thema. Aber ja, ich habe schon Angebote bekommen.
Und ich habe auch schon ganz komische Angebote bekommen, die ganz skurril waren, wo ich Texte lesen sollte und dann versucht habe, dem Kunden Kontakt aufzunehmen und das war alles ganz diffus und hatte dann so ein ganz komisches, ungutes Gefühl und habe dann die Finger davon gelassen und habe dann von einem Kollegen
weil wir haben ja auch unter Sprecherkreisen, wir sind ja auch ganz gut vernetzt. Gerade was KI angeht und die Themen, das finde ich auch extrem gut, dass wir einen Zusammenhalt haben. Da kriegt man dann ganz schnell mit, wenn irgendwo aus irgendeiner Richtung was kommt. Ich glaube, davon ist man auch nicht geschützt.
Jenni: Mhm. Mhm.
Mhm.
Okay, aber das heißt, du vermeidest das eher, also du möchtest keine KI mit deiner Stimme trainieren.
Carlos: Nee, auf keinen Fall. Bei mir im Profil habe ich ein bisschen mit Videos rumprobiert und habe die nachsynchronisiert. das habe ich aber wieder runtergenommen, weil ich irgendwie doch, ich hatte so einen Moment, aber ich bin, glaube ich, allgemein da doch eher künstlerisch und menschlich veranlagt und ...
Jenni: Mhm. Mhm.
Carlos: möchte das doch weiterhin trennen. Wenn das so eine ins andere übergeht, ich will das jetzt nicht verteufeln. Darum geht es nicht, aber ich glaube, die Kunst sollte die Kunst bleiben und KI kann für andere Sachen genutzt werden, die sinnvoller sind, das ganz einfach runterzubrechen. Erstmal.
Jenni: Das heißt, deiner Meinung nach kann eine KI im Prinzip das nicht ersetzen, was ein Hörbuchsprecher als Mensch sozusagen reinbringt.
Carlos: Ich denke irgendwann mit Sicherheit, kopieren kann der KI mich wahrscheinlich, also mit Sicherheit jetzt auch schon fast zu 100 Prozent, aber es ist halt nicht dieses in hundertstel Sekunden selber nicht zu wissen, was für eine Entscheidung oder welchen Bogen man jetzt geht und sich selber zu überraschen und irgendwie das nicht erklären zu können. Ich glaube, dass, vielleicht bin ich auch zu wenig drin da in dem Thema jetzt, aber
Diese eigenen Entscheidungen, nur jetzt, wenn man jetzt über Sprache geht, treffen, dass es sich wirklich authentisch anhört und zwischentöne oder halt wirklich, ich rede ja die ganze Zeit von Widerständen, das hat mein Dozent in der Schauspielschule immer gesagt, Reibung. Reibung ist das Wichtigste, damit eine Rolle lebendig und interessant wird. Wenn keine Reibung da ist, dann ist es alles nur glatt und dann interessiert es keinen.
Und genau diese Reibung, dieses Widerstand irgendwie wirklich authentisch oder auch in Nuancen darzustellen. Und wir haben ja auch als Menschen unsere Stimme hat ja jeden Tag irgendwie eine andere Farbe. Wir sind anders, wir haben eine andere Energie. sind ja oft, es ist ja so minimalistische Unterschiede, die glaube ich
jeden Tag stattfinden und in jeder Arbeit und in jedem Satz. Und deshalb kann ich mir das nicht vorstellen, dass eine KI so intuitiv, wenn man über Intuition, über künstlerisches Schaffen spricht, hinbekommt. Das ist, das ist, ich,
Jenni: Ja, verstehe.
Ja.
Carlos: Aber natürlich, die Menschen konsumieren schneller, immer mehr und einfacher und ich glaube dadurch bleibt es spannend. Ich hoffe natürlich nicht, ich hoffe natürlich, dass die Menschen weiterhin Kunst von Menschen wollen oder auf jeden Fall Geschichten, die von Menschen handeln, von Menschen erzählt bekommen wollen und nicht von Maschinen.
Jenni: Hmm.
Carlos: Gefühle und Emotionen sind halt unser Ding.
Jenni: Ja, ich möchte eine KI auf einer Dark-Romance-Night agieren sehen.
Carlos: Aber wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann so plappernde Masked Man Hörbuchsprecher, KI Roboter oder so. Wer weiß das schon. die kompletteste Version.
01:16:29Persönliche Lesegewohnheiten und Lieblingsbücher
Jenni: Dann kommen wir zu schöneren Themen wieder zurück. Mal so Richtung Ausklang unseres Gesprächs gedacht. Magst uns erzählen, ob du privat eigentlich noch dazu kommst zu lesen? Wahrscheinlich nicht. Wenn du sagst, du kommst ja kaum zum Schlafen. Deiner Lieblingsbeschäftigung. Dann kommst du wahrscheinlich auch nicht dazu, privat noch was zu lesen. Aber gab es mal Zeiten, wo du privat noch gelesen hast und wenn ja, was liest du privat gerne?
Carlos: Mhm.
Ja, ja, treu.
Ich habe tatsächlich nie so richtig viel gelesen. Tatsächlich habe ich Theaterstücke gelesen. Also ich habe schon ein paar Bücher in meinem Leben gelesen, die ich auch sehr gemocht habe. Ja, das ist unglaublich, kaum zu glauben. nee, habe wegen, also Paulo Coelho, der Alchimist, habe ich unter anderem auch angefangen Schauspiel zu studieren. Also das war auch so einer der Gründe, ja, ja, das hat mir, das hat mir total den...
Jenni: Uhu!
Unglaublich!
Mhm.
Tatsächliche Sache.
Carlos: input gegeben und irgendwie frei gemacht und diesen schritt einfach zu gehen. Ja, das weiß ich noch. Ich glaube, das ist auf jeden fall auch eins meiner Lieblingsbücher nach wie vor, auch wenn ich nicht mehr genau weiß, also weil ich schon ewig lang nicht mehr gelesen habe. Ich glaube, ich es zweimal gelesen.
Zu dem Buch habe ich zumindest ein klares Gefühl.
Jenni: Aber vielleicht ist ja von den Romance Büchern, die du eingesprochen hast, ist da irgendwas darunter, wo du sagst, das hätte dir ganz gut gefallen oder das ist etwas, was du der Community nochmal besonders ans Herz legen möchtest oder auch...
Vielleicht auch irgendein Charakter daraus, der dir besonders gut gefallen hat.
Carlos: Also ich mochte, obwohl das Buch sehr extrem ist.
Chokehold hab ich sehr gemacht. Blaze hab ich, äh Cole hab ich, Blaze hat mein wunderbare Kollege gesprochen. Till Beck. Ähm, genau. Cole durfte ich zum Leben erwecken und ähm, ja den, den hab ich auch sehr äh, sehr gemocht. Und verstanden auch einfach.
Jenni: Mhm.
Carlos: Ich glaube, es geht das Verstehen. Das, ich vorhin auch gemeint habe. Okay, glaube ich das, jetzt verstehe ich das, warum da gewisse Extreme stattfinden. Ist das was, was ich mir auch
vorstellen kann, dass es existiert. Also das ist glaube ich immer.
Also, Dinge nicht... Also klar, es darf auch Geschichten geben, ich nicht gleich denke, okay, das ist jetzt real oder nicht. Aber für mich zum Sprechen und da einfach ein wirklich authentisches Gefühl und Zugang zu kriegen und auch irgendwie ein Nährwert danach. Also, der halt nach. Also, das halt nach so ein bisschen. Ja, das kann ich sagen.
Jenni: Mhm, mhm, mhm, mhm, ist
was hängen geblieben, ja. Gibt ja so Geschichten, in die man noch lange denken muss. Und magst uns schon verraten, wo du... Achso, tatsächlich, ja? Gleich die erste Rolle, grad die erste.
Carlos: Ja, Naja, und Roman halt tatsächlich auch, das ist...
Ja,
Roman ist wirklich, hab ich, also weiß ich auch nicht wieso, vielleicht auch die Geschichte zwischen den beiden. Fand ich irgendwie, fand ich schön. Doch, war eine schöne, also klar. Ja, ja,
Jenni: was halt so schön ist, aber dem Genre ist ja nicht so viel so schön.
Und magst uns denn schon verraten, woran du gerade arbeitest, was so als nächstes von dir rauskommt? Falls du es schon sagen darfst.
01:20:11Ausblick auf kommende Projekte
Carlos: Jetzt gerade.
Ja, es sind ja mehrere Bücher jetzt. Also bei gängigen Plattformen gibt es ganz viele Release-Dates. Aber ein Buch, das lese ich jetzt gerade mit ganz vielen tollen Kolleginnen und Kollegen, die auch bekannt sind. Und das ist Higher Than Royalty. Royalty, genau. ist tolles Wort. Higher Than Royalty. Genau. Und das...
Das gefällt mir sehr gut, da gefällt mir meine Rolle auch sehr gut. Es ist in zehn verschiedenen Novellen aufgeteilt und das ist total was Spannendes, auch was Neues, was ich so noch nicht kanne, kenne. Ich bin da sehr gespannt drauf.
Jenni: ist von MGC. Wo und wie könnte man dir denn folgen, mitzubekommen, wenn bei dir sich irgendwas wieder entwickelt oder was Neues rauskommt?
Carlos: MGC. Okay, na, MGC.
bei Instagram natürlich oder bei TikTok unter Carlos Lunes. Obwohl ich hab auch einen Unterstrich, bei einer Plattform hab ich einen Unterstrich. Aber wenn man Carlos Lunes eingibt, findet man glaube ich immer den Mann mit der Maske. Und bei Bookbeat und bei anderen Plattformen gibt es ja auch regelmäßig
Jenni: Mhm. Mhm.
Mhm.
Wird man es schon finden.
Carlos: Release Dates für kommende Bücher, da kann man ja auch nachschauen, was ansteht, was bald rauskommt. Also es werden auf jeden Fall, es werden auch einige Titel kommen. Das kann ich versprechen.
Jenni: Ja und wie jetzt schon am Anfang versprochen, wollen wir auch noch einen Ausblick geben, denn du bist bereit ein kleines Gewinnspiel mit mir zusammen durchzuführen. Und zwar hast du dich bereit erklärt, dreimal eine persönliche Sprachnachricht von dir zu verlosen und dazu gibt es auch noch eine Autogrammkarte.
Carlos: Ja.
Jenni: Vielleicht magst du mal sagen, wie lang darf diese, also die persönliche Sprachnachricht, das wird so sein, dass uns die GewinnerInnen dann praktisch ihren Text geben dürfen oder dir ihren Text geben dürfen, den du dann für sie ganz individuell und exklusiv einsprichst. Wie lang darf der maximal sein?
Carlos: Genau.
Mhm.
Ich würde sagen, so eine halbe Seite wäre ganz schön. Also nicht ein eigenes Hörbuch,
Jenni: Und ziehst du da irgendwelche Grenzen,
du... du... Genau, Till Beck sagte sowas wie bitte nicht Krieg und Frieden.
Carlos: Ja, unter anderem, ja bitte.
ist ja schön. Ähm Grenze? Nee. Die normalen Grenzen, man ...
Jenni: Inhaltliche Grenze, irgendwas.
Carlos: Die normalen Grenzen, die man sich selber, glaube ich, auch nicht in Büchern wünscht, die wären ganz schön. Ansonsten, wenn, dann würde ich es kommunizieren. Ich würde es dann noch kommunizieren. Wenn eine Grenze überschritten werden sollte, was ich glaube ich nicht denke, würde ich es kommunizieren. deshalb erstmal.
Jenni: kann man die alles.
Mmh.
Aber
wenn das im Rahmen von dem ist, was du bisher auch als Hörbuch oder Hörspiel eingesprochen hast, dann ist das alles im Rahmen.
Carlos: Dann ist das alles im Rahmen, dann auf jeden Fall einfach der Kreativität freien Lauf lassen.
Jenni: So und wenn dich das jetzt interessiert und du gerne eine persönliche Sprachnachricht von Carlos gewinnen möchtest, dann geh auf unseren Instagram-Account oder auch auf den TikTok-Account von Carlos. Da findest du die Bedingungen für dieses Gewinnspiel und dann bleibt mir eigentlich nichts anderes mehr als noch mal kurz darauf hinzuweisen, dass dieser Vodcast hier
Alle zwei Wochen erscheint immer an einem Mittwochmorgen und ich würde mich riesig freuen, wenn dir die Folgen gefallen hat. Wenn du einen Daumen hoch da lässt oder ein Sternchen und ein Kommentar. Also je nachdem, was deine Plattform, auf der du das hörst und oder siehst, dir da anbietet an Möglichkeiten. Und freue mich, wenn du dann beim nächsten Mal wieder mit einschaltest zum nächsten Interview. Und dann ja.
Vielen vielen Dank an dich, lieber Carlos, deine Geduld und deine offenen Antworten und dass du einfach hier warst. Es war ganz toll.
Carlos: Sehr gerne, danke dir!
Danke, ich habe mich sehr gefreut. Danke sehr, danke, danke, danke. Immer wieder gern, auf jeden Fall.
Jenni: Also macht's gut, bis zum nächsten Mal, tschüss!
Carlos: Ciao!
*Wenn du das Buch kaufen möchtest, wäre ich dir sehr dankbar, wenn du das über einen der Affiliate Links tust. Dann erhalte ich ein paar Cent Provision. – Für dich ändert sich nichts, aber du unterstützt damit meine Arbeit.
Darüber hinaus hat sich Carlos an meinen Kosten für die Produktion dieser Vodcastfolge freiwillig beteiligt. Das war ausdrücklich keine Voraussetzung für einen Auftritt und hat keinen inhaltlichen Einfluss ausgeübt.