Links Autorin Corinna Kalla, recht Jennifer Rolle (Passion and Words) in der Mitte Titel "Ich würde heute NIE zu einem Verlag wechseln"

33: Corinna Kalla zu "Schattenwede" - Romantic Suspense mit Mystery Touch wird Bestseller

Wie entsteht ein Romance-Roman? Im Podcast spricht Corinna Kalla über ihre Schattenwede-Trilogie, ihren Weg vom ersten Manuskript bis zum Debüt sowie über Selfpublishing, den Schreibprozess und die intensive Recherche hinter ihren Geschichten. Sie verrät, warum ihr eigentlicher Traumroman noch immer auf seine Zeit wartet und weshalb sie heute bewusst auf einen Verlag verzichtet.

Außerdem erzählt Corinna Kalla, warum Spice für sie mehr bedeutet als prickelnde Szenen, welche Botschaft sie ihren Leserinnen mitgeben möchte und worauf sich Fans nach Schattenwede als Nächstes freuen dürfen.

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      Mehr über Corinna

      Kapitel und Transkript

      00:26Einführung in den Vodcast und Vorstellung Gästin

      Jenni (00:26): Ich freue mich, zu einer neuen Folge des Passion and Words Vodcast begrüßen zu dürfen. Ich bin Jennifer Rolle, Lektorin, Bloggerin, Vodcasterin. Ja, und bevor wir in die heutige Folge einstarten, obligatorische Aufruf. Klick auf den Folgen-Button, dann erhältst du immer einen Ping, wenn es wieder eine neue Folge gibt. Und außerdem hilft das...

      die Relevanz dieses Vodcasts zu erhöhen, sodass auch andere Menschen, sich für New Adult, Romcom, Dark Romance, Romantasy und überhaupt alles rund Romance interessieren, diesen Vodcast leichter finden. Und noch eine Ankündigung, meine heutige Gästin und ich, wir veranstalten zusammen wieder ein Gewinnspiel und wie immer weitere Hinweise dazu gegen Ende dieses Beitrags. Ja, aber jetzt, wen habe ich heute dabei?

      Sie ist Digital Artist und Event-Fotografin und durfte schon als TV-Redakteurin für Vox, RTL, WDR, etc. und drehen. Und heute ist sie im Web- UX-Design unterwegs und dazu betreibt sie noch einen Offenstall und schreibt nebenbei noch Bücher. Und zwar nicht nur so kleine, dünne Häftchen, sondern echt die dicken Schinken mit komplexen Charakteren und verwickelten Handlungen und mit ihrem Debüt-Roman Schattenwede.

      mir nicht, ist sie auf ja verschiedenen Bestsellerlisten gelandet und heute bei mir im Interview, Corinna Kalla.

      Corinna Kalla (01:54): Ja, danke für die nette Einladung, hi!

      Jenni (01:57): Schön, dich wiederzusehen. Wir haben uns kennengelernt auf der Liber lestihr in Solingen. Und hatten sofort ein Draht zueinander und das war dann für mich der Anlass, deine Trilogie zu lesen. Und ich war ganz begeistert und hab mich riesig gefreut, als du dann zugesagt hast, hier ins Interview zu kommen.

      Corinna Kalla (02:04): Tatsächlich!

      Ja mega, es ist mir auch eine Ehre, dass du überhaupt das gelesen hast und das auch noch gut fandest und so weiter. Das ist schon auch für mich eine Ehre.

      02:25Corinna Kalla: Ein kreatives Multitalent

      Jenni (02:25): Es

      ist für mich eine ganz besondere Trilogie gewesen, also eine ganz besondere Geschichte, aber da kommen wir bestimmt noch drauf im Laufe dieses Gesprächs. Vielleicht steigen wir erstmal so ein bisschen zu dir ein und zu deiner Person. Magst uns so paar Rahmeninformationen geben, mit wem wir es hier zu tun haben? Ein paar Sachen habe ich ja schon durchblicken lassen, was ich so aufgeschnappt habe auf Social Media, aber vielleicht kannst du das noch ein bisschen ergänzen.

      Corinna Kalla (02:48): Ja

      klar, hi! Also erstmal, bin Corinna, Corinna Kalla. Kalla ist tatsächlich nicht nur ein Künstlername, sondern ist mein ehemaliger Mädchenname. Ich habe geheiratet, habe einen anderen Nachnamen, heiß aber wirklich im echten Leben auch Corinna. Und ja, ich bin mittlerweile schon 40. Ich habe vor ewig langer Zeit mit diesem Buch und die überhaupt der ganzen Reihe angefangen, habe aber lange nicht veröffentlicht und überhaupt und habe vor ein paar Jahren erst das dann auch als Debütroman veröffentlicht.

      Ja, also ich lebe im Münsterland total idyllisch mit meiner Familie, zwei Kinder, fünf und sieben, jetzt fast acht, und mit meinem Mann. Und bin ein bisschen wahnsinnig, was bedeutet, ich habe nicht nur die, sondern auch meine Bücher und meinen Job, wie du gerade schon gesagt hast, und man macht immer so ein bisschen zu viel. Aber man hat halt auch viele Leidenschaften und das ist definitiv eine, die ich auch schon immer hatte und das war auch immer damals mein Traum und deshalb...

      lebe ich den jetzt, indem ich einfach schreibe und sage, dass Zeit existiert manchmal einfach nicht. Zumindest versuche ich es.

      Jenni (03:55): Wäre so schön, wenn der Tag mehr als 24 Stunden hätte.

      Corinna Kalla (04:00): Zeitkapseln. Wenn es die irgendwann gibt, ich bin die erste Käuferin. Ich zahle viel.

      Jenni (04:06): Magst uns mal so drei Hashtags zu dir geben, wie du dich charakterisieren würdest?

      Corinna Kalla (04:11): Ohje mine, das liegt ja immer dran, wer mich charakterisieren würde. Ich finde mich natürlich mega toll zuvorkommend, sympathisch, aber ich weiß, dass das auch schon mal anders ist. Also ich glaube, meine Kinder würden sagen, bei Mama ist immer super streng. Die ist immer viel zu ordentlich, die will immer alles perfekt haben und damit glaube ich, haben sie auch ein bisschen recht. Ich habe schon so einen kleinen Ordentlichkeitswahn manchmal.

      Mein Mann wird manchmal morgens 6 sagen, sie ist ganz schön nervig. Ich stehe morgens auf und dann bin ich auch wach und dann drehe ich auch hoch und dann sprudelt ein Tudus aus mir raus, die ich auch alle wissen lasse und die müssen dann alle springen. Also morgens erst mal wach werden und einen Kaffee trinken, so wie mein Mann das wirklich auch braucht, ist da nicht. Der geht dann knallauf Fall.

      Jenni (04:54): Böse! Böse! Böse!

      Corinna Kalla (05:07): Und meine Blogger würden vielleicht sagen, ist total unberechenbar, weil das in meinen Büchern auch dann vorkommt. Also ich liebe es, wenn irgendwie mal was anders läuft, wenn man nicht so so Schienen unterwegs ist und sich sagen lässt, was jetzt geht und was nicht geht. Ich finde es toll, wenn man solch Pfade verlässt und wenn man auch mal mutig ist und so. Und deshalb kann man, würden meine Blogger glaube ich genau das sagen, nämlich bei der Autorin da.

      Kannst du dich nicht immer darauf verlassen, jetzt so ein bestimmter Plot folgt oder so, sondern es kann auch mal sein, dass sie dich von hinten rum überrascht und das nochmal ganz anders ist, als du es gedacht hast.

      Jenni (05:46): mit Corinna bleibt es spannend.

      Und jetzt haben wir ja schon gehört, du hast auch noch einen Job, machst du das dann in Vollzeit oder hast du das auf Teilzeit reduziert oder wie machst du das alles?

      Corinna Kalla (06:02): Ich glaube mit einer großen Portion Wahnsinn. es hat ja angefangen damit, dass jeder muss ja irgendwie Geld verdienen und ich habe mir damals gesagt, wir leben den Traum, dass wir ein tolles schönes Häuschen im Grün haben mit einer Pferdwiese davor, aber das muss man ja auch irgendwie alles finanzieren und auch Bücherschreiben muss man finanzieren und deshalb, und ich liebe meinen Job, das kommt auch noch mal erschwerend hinzu. Also ich arbeite super gerne in dem Team, in dem ich jetzt arbeite, das ist Marketing. Da bin ich letztlich gelandet nach den Fernsehen, den ganzen anderen Sachen, sag ich mal, wo ich schon da war.

      Und ja, da arbeite ich in Vollzeit von morgens bis abends. Das heißt morgens 6 starte dann Kinder in die Kita, zur Schule, dann zur Arbeit, dann wenn ich Glück habe, Homeoffice. Das heißt, ist Glück in Anführungsstrichen, weil das heißt ja eigentlich nur, man kann so in der Mittagspause schon mal die Waschmaschine anstellen. Man kennt es. Aber letzten Endes ist es auch dann... Also das ist manchmal vielleicht auch schlauer, wie ans Büro gefahren zu sein.

      wenn man da wenigstens nichts in der Mittagspause macht, sondern nur isst. Ja, und dann komme ich abends nach Hause, mache mir wieder Kinderhausaufgaben, alles Mögliche. Lesen natürlich, ganz wichtig. Und dann Hausarbeit und dann bin ich dann noch... Also eigentlich habe ich ja immer Lust. Und dann möchte ich gerne auch ein bisschen was schreiben oder kümmere mich meine Bücher, das Marketing natürlich auch, ohne dass es jetzt auch nicht geht, wenn man Bücher selber veröffentlicht. ja, und dann ist der Tag auch schon zu Ende. Dann schlafe ich wie eine Tote und stehe 6 wieder.

      Jenni (07:30): Wenn du da nicht wie eine Tote schläfst, weiß ich auch nicht. Wahnsinn.

      Corinna Kalla (07:34): Das kann ich. Drei Sekunden

      und dann bin ich weg.

      Jenni (07:38): Wahnsinn. Meine Mutter hat früher immer gesagt, schlafen kannst noch, wenn du tot bist.

      Corinna Kalla (07:46): Ja, ich schlafe leider echt gerne, aber das passt zeitlich meistens nicht. Je nachdem, welche Phase ich mich befinde. Ob ich gerade was schreibe, ob ich gerade was veröffentliche, Lektorat und Druck habe oder ob ich gerade so veröffentlicht habe und dann erstmal in so Tal wieder falle und sage so, okay, jetzt ist erstmal wieder Erholung angesagt und ich fasse mich, danach wieder den Anlauf zu nehmen.

      Jenni (07:47): So viel vom Leben.

      Hahaha

      Sag mal, habe ich das in einem deiner Beiträge missverstanden oder war das ein Scherz oder bist du tatsächlich Schwertkämpferin?

      Corinna Kalla (08:20): Das ist kein Scherz. Ich habe ja schon immer meine Buchideen gehabt. Die hatte ich schon mit 14 und schon mit 16, 17, 18 wusste ich, boah, ich will zum Film, ich will mal Drehbücher schreiben, will Bücher schreiben. da wusste ich schon, okay, wenn du jetzt aber ein Drehbuch schreibst, wie geht das überhaupt? Also wie kämpfen die überhaupt?

      Ich wollte das einfach nur wissen und dann habe ich das damals tatsächlich gegoogelt. ist schon einiges her und ich habe sogar einen Schwertkampflehrer gefunden. Der hat europäischen Schwertkampf gelehrt. Der hatte auch den schwarzen Gürtel und der hat mir Schwertkampfunterricht gegeben. Musste er für natürlich bezahlen. Das war schon auch professionell und ich hatte aber das Glück, dass er ein bisschen Mitleid mit mir hatte, weil ich noch so jung war und das natürlich nicht immer.

      so voll berechnet hat, wie er das normalerweise hätte berechnen müssen. Da hat er ganz viel Initiative gezeigt und und danach hatte ich dann auch selber mal ein Gürtel. Ich hatte immer vom Schwarzen geträumt, aber da hätte ich noch ein eigenes Schwert auch richtig produzieren lassen müssen für mich.

      Die sind auch schon ein paar hundert Euro mindestens teuer. Wäre nicht gar ein paar tausend von denen echtes tolles irgendwo vielleicht irgendwo machen lässt in Schottland oder sowas. wäre natürlich auch der Traum gewesen. Aber ich war wie gesagt Studentin, ich war arm. Ich war froh, dass der alles an Equipment immer mitgebracht hat, dass ich Freunde hatte, die ich da auch zu begeistern konnte und dann haben wir das zusammen gemacht als Gruppe. Und man muss aber auch immer Platz finden, wo man das machen kann, weil wenn du mit Schwertern aufeinander schlägst, auch wenn das Showkampf ist und du stoppst ab und die berühren sich nur leicht.

      klirrt durch die ganze Nachbarschaft und du musst ein Gebiet finden, die Leute das tolerieren können oder wo am besten keiner ist. So ein Bauernhof oder so, aber auch das halt.

      Jenni (10:14): Spannend. Keine Burg in der Nähe wo man irgendwie Schwerkampf machen kann.

      Corinna Kalla (10:20): Ja, Burglüdinghausen ist hier in Nähe. Wir waren auch mal dort. Aber auch da hast du das Problem, dass hier Passanten sind, dass da Anwohner sind und so. Und wir haben das tatsächlich so gemacht, dass wir immer geschaut haben, auf welchen Feldern von wem irgendwo gerade was frei war. Du musstest natürlich Erlaubnis bitten, aber da konnte man das dann immer ungestört machen. das weiß ich noch. Ich glaube, heute würde ich die Pferdewiese nehmen und hätte einfach die Hoffnung, dass da hinten die Nachbarn sich nicht beschweren.

      Jenni (10:24): Bis!

      Wahnsinn! Das super spannend!

      Das heißt, du praktizierst das im Moment nicht mehr.

      Corinna Kalla (10:54): Ne, also das ist schon eine ganz, ganz tolle Sportart auch. Aber erstmal brauchst du einen guten Partner, weil das ist schon eine echte Waffe. So eine Showkampfschwert wiegt halt auch schon mal so 3-4 Kilo, je nachdem wie groß das ist. Und das ist halt auch echtes Material und wenn dir das auf den Kopf ballert, dann tut das schon weh und das machst du halt auch nicht einfach, wenn du untrainiert bist. Also wir haben gebaut, ich

      die Pferde vor der Tür, Bücher geschrieben, ich arbeite Vollzeit auf die Kinder und dann irgendwann wurden die Hobbys immer weniger, die man dann auch noch nachts machen konnte. Ich kann ja eigentlich nur noch nachts Hobbys haben und dann nachts mit so einem klirrenden Schwert da draußen zu stehen, boah ich glaub dann haben sie mich.

      Jenni (11:40): Dann killen

      dich deine Nachbarn erst recht, ja.

      der aber gut machen kann. Nachts ist Lesen, liest du selber auch und inspiriert dich das vielleicht auch fürs Schreiben und deine eigenen Geschichten.

      Corinna Kalla (11:52): Also, ja und nein. ich hab, wenn man viel schreibt, kann man nicht mehr viel lesen. Das ist so einfach, weil du sonst anfängst, Worte zu adaptieren oder Satzgefüge zu adaptieren, was andere schreiben und dann schreibst du, dann bist du so ein Wort-Kamäleon. Das heißt, wenn du in einer Schreibsession bist, kannst du nicht mehr viel von anderen Autoren lesen, es sei denn, sie schreiben ähnlich wie du.

      Und eigentlich bin ich vom Typ her aber ein Buchoholiker auch. Also Trockener, Buchoholiker. Ich habe früher wirklich ein Buch pro Tag gelesen. Das war ganz schlimm irgendwann, weil ich nicht mehr runtergekommen bin von diesem Pensum und weil ich das statt Schlafen gemacht habe und schon im Auto in dieser Buchwelt war und so. Und das war wirklich, das war so hart und ich musste dann richtig ganz kalt einen Entzug auch machen damals. Das ist schon viele Jahre her, aber ich habe einen kalten Entzug gemacht. Ich habe kein einziges Buch mehr gelesen, ich glaube für zwei Jahre.

      weil ich Angst davor hatte, diese Welle reinzukommen. Und dann habe ich langsam wieder angefangen. Das heißt, jetzt ist es so, dass ich ganz dosiert auch mal Bücher wirklich auch wieder lese. Meine Mama hat mir letztens noch ein neues Kindle geschenkt und da habe ich dann auch das so, dass ich dann natürlich die E-Books dann da runter lade, aber ich bin mittlerweile auch ein super kritischer und nerviger Leser.

      Jenni (12:48): Boah!

      Corinna Kalla (13:11): Wenn mir jemand sagt, hey Corinna, es tut mir so leid, ich hab dein Buch abgebrochen und sage, das ist überhaupt kein Problem, ich breche selber mittlerweile Bücher sofort ab, sobald mir irgendwas nicht passt oder so bin ich. Und deshalb, ich lese nicht mehr so viel. ist, also wenn ich immer höre, wie viel die Bookies heute noch zu lesen, dann denke ich immer so, wow, da bin ich, da bin ich so mittlerweile ganz unten gelandet. Vom Pensum her.

      Jenni (13:33): Das muss ich mir mal merken, das bin ich wohl dann auch. Ich wusste gar nicht.

      Corinna Kalla (13:36): Ist eine harte

      Zeit, ist teuer. Du bist in so einer Sucht und du überlegst schon immer, wann du den nächsten Schuss dir setzen kannst.

      Jenni (13:47): Definitiv. Und ich habe bei dir in einem Beitrag eine lustige Autoren-Challenge entnommen und habe die mal aufgegriffen und möchte von dir wissen, was war in letzter Zeit deine kurioseste oder widerlichste Onlinesuche?

      Corinna Kalla (14:11): Ich google ja alles mittlerweile. Das ist ja vollkommen normal. Wie kann ich was explodieren lassen? Wie kann derjenige sterben? Wie lange muss jemand bluten? Wie kalt kann jemand werden, bevor er stirbt? Ich habe... Also... Ich sage es mal so. Mittlerweile ist es ja...

      Jenni (14:30): ...

      Corinna Kalla (14:36): dass du ja verschiedene Möglichkeiten hast, Onlinesuche zu machen. Du kannst einmal die ganz normale Google-Suche starten oder du kannst anfangen, mit einer KI darüber zu diskutieren und fragst die KI dann, wo hast du deine Suchergebnisse her? So. Und ich habe mittlerweile angefangen, dass ich ganz häufig auch mit einer KI darüber diskutiere und sage so, okay, erstmal fange ich mit der an zu diskutieren dann, was da so passieren könnte. Meistens stoppt die dann schon und sagt, das darf ich dir so nicht sagen, ich darf dir nicht sagen, wie du das jetzt zum Explodieren bringen könntest.

      Und dann sag ich meistens, ich bin aber Buchautorin, ich hab gerade diese Szene und schreib mir das mal. Und dann kann man mit der darüber diskutieren, was zum Beispiel welcher Stoff am heißesten verbrennt, welches Gasgemisch sich am besten in einer Höhle sammelt und wie viel man damit macht und so. Und dann musst du natürlich dann wieder zurückgehen und sagen, okay, das hast du jetzt fantasiert oder nicht, zeig mir die Seiten.

      Jenni (15:12): F***

      Corinna Kalla (15:34): wo du das her hast und dann guckt man da wieder nach. deshalb, also ich habe viele, viele komische Suchen, immer solche Sachen. Ich habe aber auch echte Menschen, Gott sei Dank, meinem Leben, die ich dann auch noch fragen kann. Also ich habe zum Beispiel einen, der arbeitet beim Militär, der ist Ausbilder dort, der kennt sich sehr, gut aus, der hatte auch schon verschiedene Auslandseinsätze und ich sag mal, ich vertraue auch.

      Egal was, Google KI nicht immer bei allen Dingen, sondern ruft den manchmal an oder habt ihn auch schon mal angeschrieben, gesagt, du sag mal, stimmt das, wenn ich jetzt dagegen schieße, geht das oder platzt mir das Gehör oder was passiert da, wenn ich in dem Raum stehe und da ist das und das und so und dann kann der mir das auch beantworten. Also da gucke ich immer. Aber ja klar, man hat viele komische Fragen so.

      Jenni (16:21): Man schreibt über Dinge, man ja gar nicht weiß, wie es in der Realität Ich habe zum Beispiel mal ein Probeschießen mitgemacht, weil mich das total genervt hat. Krimis, die man so im Fernsehen sieht, sehen, wie die da die ganze Zeit rumballern. Und man denkt sich, sind da überhaupt noch Kugeln in der Waffe oder was auch immer?

      Corinna Kalla (16:26): Genau, wie ist das jetzt? Wenn ich...

      Jenni (16:45): Einfach nur mal zu sehen, was da eigentlich wirklich passiert und wie sich das anfühlt und wie laut das ist und wie der Rückstoß ist und diese ganzen Dinge und wie man sich eigentlich richtig hinstellt, mal so den Realitätsgehalt von Krimis zum Beispiel auch bewerten zu können.

      Corinna Kalla (17:03): Ja, lustig. Lustig, dass du das gemacht hast. Ich hab das auch gemacht. War auch schon ein bisschen her, aber ich durfte damals nur mit den Luftpistolen schießen und den Luftgewehren schießen. Das habe ich nach gelernt. Ich durfte auch mal eine Smith & Wesson in die Hand nehmen. Die war aber nicht geladen. Die kam auch extra aus dem Keller aus dem Schließfach. Aber es war schon irgendwie cool, mal so was Echtes in der Hand zu haben. gucken auch. Das war jetzt so ein Revolver damals, wie man den so laden kann und so. das, ja.

      Man muss ja immer so viele Sachen sich denken, wie es wohl ist und da bin ich immer froh, wenn es irgendwie dann nicht irgendwie nur eine KI oder ein Google-Ergebnis gibt, sondern wenn ich noch denke, so stopp, da kennst du noch irgendjemand aus deinem Bekannterkreis, der hat echt mal Waffen in der Hand. Den muss ich jetzt mal anrufen und ja, und dann geht das.

      Jenni (17:36): Haha.

      Ja, aber das mit der KI kenne ich auch. ich sitze ja auch ganz alleine und muss meine Sachen hier machen und habe niemanden, der mir hilft oder mir sagt, wie ich es tun soll. Und den einzigen Gesprächspartner, den ich da habe, ist dann...

      Corinna Kalla (17:52): Ja.

      18:02Die Rolle von Recherche und Realität im Schreiben

      Jenni (18:02): Chat GPT Aber es hat die sind auch sehr prüde, diese Plattform. Also alles was so Richtung Erotik, Spice und so geht, da wird es dann schwierig.

      Corinna Kalla (18:14): Also ich habe jetzt ein Buch, Das hat eine Protagonistin, die es einfach unfassbar gebildet, was Chemie und Physik und so weiter anbelangt. Aber ganz wichtig, die...

      fantasiert auch schnell so eine KI und sagt dir ja klar du kannst den Stoff nehmen oder das ist jetzt die und die Formel und die stimmt und dann musst du das unbedingt recherchieren weil meistens also nicht meistens aber es ist schon so dass die auch häufig dann mal voll daneben liegt oder ich hatte die letztens hatte ich was gefragt zum Thema Aktien und ich habe mich selber ein bisschen auch reingefuchst in das Thema auch wegen einem anderen Protagonisten und da wusste ich dass die mir Quatsch erzählen.

      also ich frage dann meistens nur so, wo kann ich mir das jetzt am besten herziehen? Früher habe ich alle Seiten einzeln durchgelesen oder alle Bücher einzeln durchgelesen. Ich habe auch noch ein Buch über Pyrotechnik tatsächlich.

      weil ich wissen wollte, wie das geht. Ich habe auch ein Buch über Burgen, wo ich wirklich diesen Burgen aufgebaut und so weiter. habe ein Buch über Schwertkampf, welche Schwerter gibt es und so weiter. Das kann man alles machen. Und das ist auch wichtig, dass man sowas auch weiß für sich selber, dass man sich da eben nicht vernatzen lässt von so einer KI, die dann da wirklich anfängt, Quatsch zu erzählen, weil sie einfach nur was generieren möchte. Aber wenn man sich so, ich sag mal, auskennt...

      Jenni (19:05): Wahnsinn!

      Corinna Kalla (19:25): und weiß, was dahinter steht, wo die sich ihre Daten herzieht, dann kann man die auch immer als Beschleuniger nehmen, seine Daten wieder zu ordnen und zu sortieren. Das hilft schon.

      19:39A- oder B-Spiel

      Jenni (19:39): Ich spiele mit meinen Gästinnen immer gerne das A oder B Spiel. Sprich, ich werde dir jetzt gleich zwei Alternativen präsentieren und du wählst dann aus, welche Alternative du dich entscheidest und du darfst das gerne auch uns erzählen, was die Hintergründe dafür sind, dass du dich für das eine oder das andere entschieden hast. Und da wir uns ja hier im Romance Sektor bewegen, werden die Fragen Stück für Stück auch spicier.

      Und das erste alternative Pärchen hat mich deinen Karriereweg inspiriert. Frage ich mal in die Richtung NGO oder politische Partei?

      Corinna Kalla (20:22): Also ich spende regelmäßig an verschiedene Vereine, deshalb ist es dann wohl eher so diese Fraktion. Ich spende keiner Partei etwas.

      Jenni (20:24): Mhm.

      ist es wahrscheinlich eher NGO. Okay. Nächste Frage. Föhr oder Philippinen?

      Corinna Kalla (20:36): Ja.

      Wahrscheinlich eher Föhr, weil es ein bisschen näher liegt und ich schneller wieder nach Hause komme. Philippinen, ach ich, boah, ich habe schon seit 100 Jahren keinen Urlaub mehr gehabt, muss man auch dazu sagen. Also und ich glaube, ich würde beides nehmen. Wenn man mich jetzt fragen würde, wo willst du gerade in Urlaub, ich würde beides dankend annehmen.

      weil sich beides gut anhört.

      Jenni (21:09): Föhr ist praktischer, als man schneller wieder zu Hause verstehe.

      Corinna Kalla (21:12): Ja, ich

      hab ja noch das alte Pferd. Bei Philippinen, da denke ich, da fängt es meinem Kopf schon an zu rotieren so, wow, wer füttert jetzt den 32 Jahre alten Pferde-Opa? Der kriegt ja mittlerweile Mäsch und ganz viel Müsli und Kraftfutter. Das mixen wir und wir müssen doch hier noch irgendwie was streichen und ach Mensch, hier habe ich ja irgendwie... Ja, ich bin schon...

      Jenni (21:38): Stress dich dann schon!

      Corinna Kalla (21:41): Ich bin schon gestresst, aber ich glaube, man... Also ich weiß, wenn ich dann da bin, wenn ich dann im Urlaub bin, dann ist auch alles cool, weil dann habe ich ja alles abgearbeitet, die ganzen 3000 To-Do's. Meine Familie wird wahrscheinlich Philippinen sagen, wenn ich jetzt ehrlich bin. Und ich würde sagen, es mir egal. Also da haben sie es bei mir immer einfach. Also auch mein Mann, ist der Urlaubsplaner bei uns. Und wenn der sagt, lass da und da hinfallen, dann sage ich, es mir egal, mach einfach, ich vertraue dir blind.

      Jenni (22:09): Das ist doch praktisch, das muss ich doch fallen lassen. Nächstes Alternative Pärchen, Strickjacke oder Abendkleid.

      Corinna Kalla (22:18): Ich persönlich denke ja eher Strickjacke, aber ich glaube meine Kollegen würden sagen Abendkleid. ich laufe eigentlich immer relativ, finde ich, leger rum. Aber auf der Arbeit haben meine Kollegen mir letztes gesagt, dass sie mich noch nie ohne Pumps gesehen haben und noch nie ohne Kleid.

      Jenni (22:22): Mhm.

      Corinna Kalla (22:37): Und da ist was dran. Ich glaube, da bin ich eine sehr gespaltene Persönlichkeit, die irgendwie beides verkörpert in ihrem Leben, zumindest für andere. Und ich würde immer sagen, ich mag auch beides. Ich mag es, mich morgens zu kleiden wie ein totaler Erwachsener und ins Büro zu fahren.

      Jenni (22:42): Das

      Corinna Kalla (22:59): mit einem sauberen Auto, mit einem sauberen Outfit. Aber ansonsten habe ich es privat auch natürlich immer, dass wenn ich bei den Pferden bin, da habe ich keine Pumps an, da laufe ich irgendwie mit Latschen herum und guck das. Habe ich schon gemacht. Habe ich schon damit in jungen Jahren gemacht, aber die Zeiten sind vorbei. Meine Schuhe mag ich mittlerweile und ich weiß, wie die danach riechen, wenn man im Pferdestall damit war.

      Jenni (23:09): Nicht! Du reitest nicht im Pumps, mal!

      Corinna Kalla (23:26): Und jetzt bin ich da immer total pragmatisch und laufe da in der letzten Kluft rum.

      Jenni (23:34): Dann kommen wir jetzt mal zu den Bookboyfriends. Grübchen oder Unterarme?

      Corinna Kalla (23:39): Du meinst so durchtrainiert oder wie?

      Jenni (23:42): Ja, schöne. Ich Unterarme können ja... Also manche finden Unterarme sehr sehr sexy. Ich stehe auch total auf Unterarme, aber andere stehen halt mehr auf Grübchen. Ich meine, gegen Grübchen ist auch überhaupt nichts zu sagen.

      Corinna Kalla (23:53): Doch, dann also...

      Ich sag mal, bei meinen Bookboyfriends gibt es ja immer eher Unterarme. Also würde ich sagen, muss meine Präferenz ja dann irgendwie damit matchen, schätze ich. Habe ich noch nie drüber nachgedacht, weil ich schätze mal, dass es dann eher so dann doch Unterarme sind.

      Jenni (24:09): Okay.

      Und dann Slow Sex oder Quickie.

      Corinna Kalla (24:13): in den Büchern, dann eher Quickie, weil ich mag es nicht, 20 Seiten lang nur eine Szene zu lesen. Da fange ich tatsächlich an zu überblättern.

      24:24Der Debüt-Roman "Schattenwede" und seine Geheimnisse

      Jenni (24:24): Spannend, spannend, spannend. Gut, dann lass uns doch mal einsteigen in deinem Debüt-Roman Schattenwede. Ich musste ja sagen, ich war total über den Namen gestolpert. habe gelesen, also du weißt ja wie es ist, man liest ja nicht Wort für Wort, sondern man sieht ja irgendwie das Wort und nimmt das als Bild wahr und ich habe die ganze Zeit Schattenwende im Kopf gehabt.

      Bin ich da eigentlich die Einzige, das passiert? Das ist wahrscheinlich nicht, oder?

      Corinna Kalla (24:58): Nein, ich habe auch die Suchbegriffe auf Schattenwände eingestellt, weil ganz viele Leute danach suchen.

      Jenni (25:04): Ja,

      ja, man überließ das dann. Es ist schon ein Titel, den man erstmal nicht so verstehen kann, was das bedeutet und was der Hintergrund ist. Aber vielleicht kannst du mal erzählen, so ein bisschen, ohne zu viel zu verraten, weil das wird ja noch spannend, worum es eigentlich geht, das weiß man ja.

      Im Prinzip erst am Ende des ersten fetten Bandes weiß man eigentlich, worum es wirklich geht. Wie viel kannst du uns preisgeben, uns einführen in das Buch?

      Corinna Kalla (25:40): Ich hole mir das mal vom Stapel, das ist ja das hier, das ist der erste Band davon. Also das ist angelegt als Trilogie, das heißt man hat ja immer so ein Happy End am Ende, kleines, sowohl bei den anderen dann auch, hat so die ganze Liebesgeschichte zwischen den beiden eigentlich erst, wenn man die ganze Trilogie gelesen hat. Das ist eigentlich eine Romance Suspense, das heißt eigentlich ist dieses Cover ein ganz klein bisschen irreführend, weil es so super fantastisch aussieht.

      Jenni (25:45): Mhm.

      Corinna Kalla (26:08): Ich hatte damals das Problem, dass es ja total normal anfängt. Es fängt ja total normal in Oxford an, unserer heutigen Zeit. Nora ist 25, die hat einfach einen richtigen, mistigen Tag, weil ihr Chef ihr kündigt und sie kündigt und sie will sich abreagieren in ihrem Boxverein. Sie trifft dort auf einen Typen, der sich Tony nennt.

      und der aber nicht gegen sie boxen möchte. Und dadurch lernen die sich kennen und wir wissen natürlich alle, dass es eigentlich die fette Liebesgeschichte werden soll. Die passen perfekt zueinander, aber er hat definitiv richtig dicke Probleme und er darf mit niemandem drüber sprechen. Und sie ist aber ja TV-Journalistin, ist ja durch ein klein bisschen getriggert, weil er sie ja anlügt und recherchiert ihm hinterher. Und darum geht es ja in diesem ersten Teil. Und was sie dort alles an verrückten Dingen erlebt und was dort passiert. Und das ist eigentlich...

      Jenni (26:52): Mhm.

      Corinna Kalla (26:59): Eine ganz normale Romance Suspense. Aber du hast ja den letzten Teil gelesen. Da ist ein bisschen Mystik drin und es wird die ganzen Puzzlestücke, die fallen ja immer mehr zusammen. So und dann passt auch wieder dieser Titel dazu. Und es ist ein klein bisschen Mystik mit dabei und ich hab das, ja es ist halt schwierig deshalb gewesen, direkt einen Cover zu finden, das matcht für diesen krassen Genre-Mix. Weil es gibt einfach...

      Jenni (27:13): Mhm.

      Corinna Kalla (27:27): diese Geschichte ja so auch nicht, sodass ich hätte sagen können, eine Geschichte wie, eine Geschichte wie, ja, das gab's einfach nicht und es gab halt auch kein Cover wie. Und deshalb musste ich mir selbst einen Cover-Stil überlegen und einen Schriftzug dazu überlegen und habe lange mit mir gehadert, ob ich das Buch Schattenwede überhaupt nennen soll, weil es ja super mystisch klingt und der erste Teil aber nicht so mystisch ist wie...

      Jenni (27:45): Mmh.

      Corinna Kalla (27:52): Also ich sag mal, der zweite Teil, da fälltst du ja immer tiefer in dieses Kaninchenloch rein und im dritten Teil bist du ja im Kaninchenloch drin. so. Und dann passt das auch wahrscheinlich wieder ein bisschen mehr, aber dann bist du schon so tief drin, dass es dir egal ist. Also es war eine lange Reise auch zu dem Cover, zu dem Titel.

      Ich habe das bei den E-Books noch ein bisschen gemacht, dass ich die Schrift ein bisschen weniger schnörklich gemacht habe, damit die Leute schneller erkennen, dass es eine Romance Suspense ist. Weil ganz am Anfang haben tatsächlich viele Leute gedacht, das wäre hier so ein Fantasy-Roman oder so. ich bin tatsächlich froh mittlerweile, dass ich es gemacht habe, weil es war halt mutig und ich wollte aber mutig auch sein. Ich wollte mir das auch selber beweisen, dass ich mich einfach traue auch ein Buch, auch ein Debüt-Roman.

      Jenni (28:26): Okay.

      Bis jetzt.

      Corinna Kalla (28:41): so zu machen und bin jetzt froh darüber, weil das dadurch auch erkennbar ist, dass es mal was anderes ist. Also schon auf den ersten Blick erkennt man wahrscheinlich, hoffentlich, dass das jetzt nicht so ganz die ganz normale Geschichte ist, die einen da erwartet und die ganz normale Liebesgeschichte, wie sie schon 30.000-mal fairerweise auch gut erzählt worden ist, aber dass das halt mal was anderes ist.

      Jenni (28:48): Mhm.

      Es ist auf jeden Fall ein sehr interessanter Plot-Twist am Ende, man so überhaupt nicht erwartet. Wo man einen echt ziemlich krassen Genre wechselt, fast schon Quentin Tarantino-like. Wo plötzlich mittendrin Vampire auftauchen oder irgendwas passiert, was da eigentlich nicht hingehört, irgendwie so gefühlt. So wirkt es.

      Corinna Kalla (29:27): Aber es sind keine Vampire und es sind keine Drachen und so. Das ist immer lustig. Auch wenn ich Leute habe, die sich dafür interessieren und sagen so, was ist das denn? Wenn ich es dir jetzt sage, dann habe ich es dir versaut. Weil sie recherchiert ja nun wirklich das ganze Buch über, was zur Hölle da jetzt gerade passiert. Und dann ist das für mich auch immer schwierig. Inwiefern erzähle ich es den Leuten jetzt?

      Jenni (29:29): Nein. Nein.

      Ja.

      Ja, ja, ja.

      Corinna Kalla (29:53): was der Plot-Twist am Ende ist oder nicht. Und ich hab auch viel damals mit meinen Testlesern gesprochen, auch mit meinen Bloggern dann gesprochen und die haben alle gesagt, lass es einfach so. Lass es auch im Klappentext so, dass du es nicht an-teaserst. Du solltest an-teasern, dass ein bisschen Mystik drin ist, aber das passt. So, lass es.

      Jenni (30:14): Ich würde es, glaube ich,

      nicht mystisch. Es ist eher so Mystery, Also so ein bisschen Act-X-mäßig, oder? Genau, ja. Ja. Und jetzt klang das so, dass du über diese, genau diese Geschichte und alles drum herum schon seit deinem, keine Ahnung, 14 Lebensjahr drüber nachdenkst und im Kopf dein Worldbuilding hast und deine Charaktere entwickelst. Hab ich das richtig verstanden?

      Corinna Kalla (30:21): Ja, ja.

      Ja, also das ist eigentlich jetzt nur eine Schreibübung. Ich hatte mit 14 eine Buchidee. Ja, ich hatte mit 14 eine Buchidee eigentlich zu der Vorgeschichte hiervon. Und die ist einfach mega. Ich liebe diese Geschichte. Ich habe angefangen, mit 14, 15, 16 aufzuschreiben, immer mehr. Also die Szenen, die ich daraus hatte, die habe ich aufgeschrieben. Und dann habe ich das irgendwann weglegen müssen, weil ich gemerkt habe, dass ich noch nicht reif genug bin, diese Geschichte zu schreiben.

      Jenni (30:48): Beschreibübung von 2000 Seiten.

      Corinna Kalla (31:13): Und dann habe ich halt das irgendwann, ich habe ja extra Film sogar studiert, weil ich diese Idee so im Kopf hatte, diese ganze Welt im Kopf hatte. Und dann habe ich, nachdem ich Film studiert hatte, aber gemerkt, so okay, verdammt, man muss ja auch noch mal Geld verdienen im Leben. Und das ist schwer beim Film. Also gerade wenn du nicht so viele Connections hast, du arbeitest super viel, du bist ganz viel unterwegs, du erschaffst die Träume von anderen, aber du hast kein Geld, deine eigenen Träume aufzuschreiben.

      Und dann war das für mich ja auch der Knackpunkt. Ich bin dann erstmal zum Fernsehen gegangen, weil ich dachte, vielleicht wird es da besser. Hab dann überhaupt gar keine Zeit mehr gehabt, meine Ideen aufzuschreiben, weil es noch schlimmer wurde. Und bin dann ins Marketing gegangen. Und da hatte ich ganz, ganz viel Glück, dass ich überhaupt das erste Mal in meinem Leben Geld verdient habe, dass ich auch mal abends Feierabend hatte, dass ich zur Ruhe kommen konnte. Und dann fing diese Idee wieder an, die ich damals hatte, von der Vorgeschichte davon,

      Und dann habe ich angefangen zu schreiben und zu schreiben und zu schreiben. Ich hatte irgendwann 2000 Wörter aufgeschrieben und ich habe wirklich gemerkt, dass ich so eine Wand vor mir hatte. Ich habe gemerkt, mir gefällt meine Autorenstimme überhaupt nicht. Ich schreibe schlecht. Ich schreibe zu lang. Mein erstes Kapitel hatte 80 Seiten oder so.

      Und ich habe aber nicht loslassen können, weil ich ja schon so lange, so viele Jahrzehnte diese Geschichte in mir trage und ich wollte alles davon erzählen und ich habe gemerkt, ich Abstand nehmen Ich hatte einen super tollen Coach damals und hat gesagt, was willst du denn nicht so? Ich will endlich mal diese Bücher schreiben. habe ich mit der darüber diskutiert, dann mach doch eine Schreibübung. Schreib ein paar kleinere Sachen. Kleinere Sachen. Schreib doch mal was Einfaches. Ich habe meinen allerliebsten Charakter aus dem Buch, was ich eigentlich schreiben wollte, meinen Zeitcharakter.

      habe ich rausgenommen, ich habe ihn total zerstört. Tony ist das. Ich habe ihn zerstört, ich habe ihn alles genommen. Ich habe gedacht, so der Mann ist eigentlich Gold. Ich liebe ihn, er ist toll, aber er lebt eigentlich in der falschen Geschichte. Ich muss ihn einmal brechen, damit er danach wieder zusammengesetzt werden könnte. Und da habe ich gedacht, so was wäre denn die perfekte Protagonistin für ihn, also die perfekte Frau?

      die das alles quasi reparieren könnte, so in so einem Romance-Ding. Und dann habe ich halt Nora ursprünglich auf einem Reißbrett kreiert, so auf ihn passend. Und es ist mir komplett eskaliert. ich habe... Erst fing das wirklich ganz unschuldig an. Ich habe diese Schreibübung knallhart durchgezogen. Ich habe die nach zwei Monaten zu Ende geschrieben gehabt. Ich hatte endlich mal ein Buch, war fast Ende dranstand, weil ich habe irgendwie gemerkt, zu mir fällt es wieder schwer, hier in Ende reinzuschreiben.

      Jenni (33:25): Mhm. Mhm.

      Corinna Kalla (33:44): Und dann habe ich es halt nochmal geschrieben und nochmal geschrieben und dann wurde die immer runder und immer krasser die Geschichte und die Charaktere bekam immer mehr Tiefe und ich habe irgendwann angefangen Angst zu bekommen, dachte so nein, es ist das nächste Projekt, das ich anfange in meinem Kopf, wo ich mich reinlebe, was ich vielleicht nicht für zu Ende mache und dann habe ich es aber Gott sei Dank geschafft diesen ersten Teil zu Ende zu schreiben. Ich wusste aber dann am Ende, das wird jetzt doch eine Trilogie, bis ich die Geschichte zwischen den zu Ende geschrieben habe und dann...

      Dann habe ich mir eine Lektorin gesucht, weil ich gesagt habe, ich möchte unbedingt besser werden. Ich habe einige Lektoren noch angeschrieben. Ich habe eine krasse Absage bekommen von einer Lektorin, die mir gesagt hat, du schreibst noch nicht reif genug, du schreibst zu schlecht. Das hat mich so getriggert, weil ich mir gedacht habe, ich habe Film studiert, ich habe Drehbücher geschrieben zu der Zeit schon. Also ich hatte schon Fernsehreportagen gehalten, eigentlich. Ich war schon eigentlich jemand, der

      war, aber ich war zu schlecht für diese Lektorin. So kam das bei mir an. Ich muss an meinem Schreizstil arbeiten. Was bedeutete? Ich habe dann das noch mal alles gelöscht, was ich hatte und habe dieses Buch noch mal geschrieben. Aus einer ganz anderen Perspektive mit den Worten, die ich gefühlt habe, wo ich gesagt habe, okay, ich lasse da jetzt los und jetzt arbeite ich mal nur an meinem Stil. Und das war dann dieses Buch.

      Also eigentlich ist das immer der Wahnsinn, wenn ich sage, das ist mein Debüt, weil ich eigentlich schon so viele Tausende von Wörtern davor geschrieben habe und Geschichten auch weggeschmissen habe und neu angefangen habe. Das war so das erste Mal, wo ich sagte, wo es danach auch ins Lektorat ging und ins Korrektorat ging, wo ich dann auch nochmal drüber saßen, wo ich gesagt habe, okay, das traue ich mich jetzt endlich mal zu veröffentlichen, damit ich nicht irgendwann, wenn ich 80 bin, sterbe oder alt bin und sage, ich habe mich nie getraut.

      meine ganzen Geschichten zu schreiben. also das war eine Schreibübung und theoretisch gesehen war das noch nicht die Geschichte, die ich mit 14 im Kopf hatte. Die will ich noch schreiben.

      Jenni (35:50): dass man ja ganz stark merkt, dass du da auf eine Vorgeschichte zurückgreifst und die gibt es aber noch gar nicht. Also man merkt das, ich finde man merkt das Büchern an, die auf, die in einem Universum spielen, was schon existiert, als wenn das gerade neu aufgebaut wird, dieses Universum. Den Unterschied merkt man. Und das Problem bei dir ist nur, dass man diese Vorgeschichte noch nicht lesen kann. Kommt die denn noch oder? Ja.

      Corinna Kalla (36:14): Ja, die kommt

      noch. Also ich habe ja Teil 2 und Teil 3 dann fertig geschrieben und das war einfach eine riesige Erleichterung, dass ich mich dazu gerungen habe, etwas zu veröffentlichen, weil man sich immer für zu schlecht hält.

      was zu veröffentlichen. Das ist total egal. Ich bin jetzt 40. Ich weiß, dass ich eigentlich im Leben angekommen bin. Ich bin auch beruflich angekommen. Ich kann sowas eigentlich. Aber nichtsdestotrotz hast du es vor jeder Veröffentlichung so, dass du denkst, wer soll das lesen? Das ist doch total Mist. das hat keine Relevanz oder das ist schlecht geschrieben. ist so. Macht das nicht. Und deshalb bin ich einfach nur super froh, dass ich das geschafft

      36:56Die Schaffung von Nora: Eine starke Protagonistin

      Jenni (36:56): Jetzt hast du ja schon erzählt, dass du Nora extra für Toni konzipiert hast, so am Reißbrett. Wie würdest du denn Nora beschreiben? Was hast du dir da schönes ausgedacht?

      Corinna Kalla (37:10): Sie ist hartnäckig, sie gibt nicht auf, sie ist nervig, sie ist super selbstbewusst, sie ist kein graues Mäuschen, das heißt sie weiß durchaus auch, dass sie hübsch ist und wie sie auf Menschen wirkt. Sie ist ihm also nicht ausgeliefert, weil er ist ja eigentlich auch eher so eine Art Bad Boy und das war mir ganz ganz wichtig, eine ebenbürtige Partnerin zu schaffen.

      Also ganz am Anfang, als ich noch ein bisschen, ich sag mal so, noch was über sie bestimmen durfte, weil sie ist ja danach selbst losgelaufen und wurde einfach immer selbstständiger und so. Aber ganz am Anfang wollte ich halt, und das war das Ziel einer ebenwürdigen Partnerin schaffen, die ihm durchaus die Stirn bietet und in manchen Sachen auch genauso wahnsinnig ist wie er, weil eine

      Eine nette Frau hätte es auch nicht geschafft, all das aufzudecken und all das durchzustehen überhaupt bis zum Ende.

      Jenni (38:12): Sie hat auch ein sehr klares Wertesystem. Sie hat genaue Vorstellungen davon, wie eine Interaktion zwischen Mann und Frau aussehen sollte und wie auch nicht. Und was sie annimmt und was sie auch ablehnt.

      Corinna Kalla (38:26): Ja!

      Genau, also

      das musste schon eine erwachsene Person sein, die auch schon so ein gewisses Standing auch hat, die natürlich selber noch Selbstzweifel hat und Vergangenheit und auch nicht immer so, ich sag mal, gradlinig ist und so. Das ist vollkommen okay. Aber es musste eine sein, die auch sich einmal entwickeln kann und die merkt, bei ihr dann nicht passt oder nachjustiert und so weiter. Das war mir wichtig.

      39:00Tony: Der komplexe Bookboyfriend

      Jenni (39:00): Die

      Frage wäre jetzt, wenn du sagst, du hast Nora extra konzipiert als selbstbewusste Frau, die auf Augenhöhe ist mit Toni. Was ist denn Toni für ein Typ, dass du so eine Frau dazu brauchtest?

      Corinna Kalla (39:14): Also das Problem ist ja, der ist ja einfach schweinreich groß geworden. Er ist in einer Gesellschaftsschicht, total anerkannt ist. Er ist jemand, der auch viele Bekannte hatte, viel Unterstützung hatte, der sehr wenig, eigentlich früher, ganz früher, super wenig Gegenwind, zumindest rein äußerlich hatte. Das heißt, der hat einfach ein Standing und ein Ich-kaufs-mir-halt-Gefühl und Ich-mach-das-halt-Gefühl und

      Der musste nie nach unten schauen oder also nie wegschauen oder die Straßenseite wechseln. Und wie gesagt, das ist so einer, hat eigentlich ein tolles Selbstbewusstsein gehabt. Ich hab ihn mir gesagt, hier genommen, weil ich es wollte. Ich wollte ihn ja brechen unbedingt, aber nichtsdestotrotz hat er das doch in sich irgendwie dieses, ich sag mal, dieses Standing. genau so.

      Jenni (40:02): So was kostet

      Corinna Kalla (40:06): Das ist ja auch eine Attitüde, die lernst du ja auch vom Elternhaus her und so. Auch egal was dir später im Leben passiert und ich zerstöre ihn ja auch extra, aber egal was ihm da passiert und was ich ihm alles antue, der hat das ja trotzdem noch so ein bisschen gelebt und weiß auch, dass er gut aussieht und dass er gut bei Frauen ankommt und deshalb ist das einfach unfassbar wichtig. Also er hat dieses Selbstbewusstsein, dass

      Danach ein bisschen Fassade ist, weil ich ihm so viel selber weggenommen habe und er selber mit sich stuggeln muss. Aber das muss sie halt kompensieren. da muss sie genauso etwas dagegen setzen können. Und das hätte ich niemals geschafft, wenn das einfach ein nettes, kleines, süßes Persönchen gewesen wäre, dessen Aufgabe in dem Buch ja vielleicht auch ist, Selbstbewusstsein zu erlangen. Das Selbstbewusstsein, das musste sie schon haben. Und das hat super Spaß auch gemacht, dass sie das hatte, weil dadurch wird sie ja auch so unberechenbar.

      Jenni (40:54): Mhm. Mhm.

      Corinna Kalla (41:03): Und dadurch ist sie ja auch so krass in manchen Dingen. habe immer auch schon so Leser gehabt, haben gesagt, so body ist ja voll das krasse Vorbild, weil so tough will ich auch mal sein. einfach durch die Wand gehen. Und das freut mich dann immer, wenn ich das höre. Das ist auch selber.

      41:21Corinnas Liebe zu London

      Jenni (41:21): diesem großspurigen Tony nicht in die Tasche stecken. Also lässt sich kein X für ein U vormachen. Jetzt spielt die Geschichte vor allem in London und Oxford. Du hast auch selbst gesagt, dass du auch eine Wohnung in Canary Wharf sparst. Hast du eine besondere Beziehung zu diesen Orten? Oder wie verbindet dich das damit?

      Corinna Kalla (41:25): Genau.

      Ich weiß gar nicht mehr, woher diese Liebe ursprünglich herhört. Ich weiß, dass ich schon in jungen Jahren häufiger mal zu Besuch in London war, einfach nur so im Hotel rumgelaufen bin und ich liebe London. Das ist einfach meine Stadt, weil du dort einsam sein kannst, wenn du es möchtest, aber auch ganz viele Menschen dich hast und es einfach so krass Multikulti ist und du so viel Kultur und so viel Wow hast und ganz viel neue technische Sachen dort hast und...

      Architektur und Größe, aber auch Kleine. Du gehst in den Park und bist plötzlich in so einer kleinen Bubble dann plötzlich wieder drin. Oder du bist bei Canary Wharf und siehst da diese riesigen tollen Bauten und du gehst da die Ecke und bist dann plötzlich in so einer ganz stillen Situation wieder. Und das habe ich einfach schon immer geliebt. ich habe dann auch dort studieren dürfen, war aber zu arm, da zu wohnen. Ich musste tatsächlich immer ganz viel

      pendeln und war nicht so häufig in London, wie ich es immer gerne gehabt hätte. ich fahre auch super gern einfach immer dann als Touristin nach London und laufe da einfach die ganzen Strecken ab. Also ich nehme da selten den Subway, sondern laufe das alles ab und da finde ich, das sind einfach mal tolle Vibes, da sind. Und dann setze ich mich irgendwo hin und schreibe und

      Ja, ist noch ein langer Weg zu dieser Wohnung, aber egal. Ich finde, wenn man sich einfach immer selber klein hält und selber sagt, ach das wird ja nichts, es ist für Leute gedacht, die reich sind und für Leute gedacht, die große schaffen, dann wird man das auch nicht schaffen. Und dann hätte ich auch nicht das Buch geschafft, dann hätte ich auch gern ein Haus gebaut und so weiter. Weil ich bin leider von Haus aus nicht reich, so wie Toni. Ich muss mir mal alles irgendwie selber zusammen schaffen und hab natürlich auch immer Glück gehabt bis jetzt.

      Aber ja, mal gucken, wann es dahin geht. Aber das ist noch so eine Sache, die ich noch angehe jetzt.

      43:53Bildungsauftrag in spicy Szenen

      Jenni (43:53): Jetzt haben wir schon am Anfang beim A- oder B-Spiel gehört, dass insbesondere in deinen Büchern spicy Szenen dürfen nicht zu lang sein, das fängt an dich sonst zu langweilen. Aber du hast mal irgendwo gesagt, dass du diese Szenen auch unter dem Aspekt Bildungsauftrag schreibst. Was genau möchtest du den Leserinnen da erklären oder mitgeben?

      Corinna Kalla (44:19): Ich habe ja selber zwei Kinder und natürlich sollen die das alles jetzt erstmal nicht lesen. Und die sind ja auch erst mal fünf und sieben beziehungsweise fast acht. Aber ich denke mir mal, wenn die das irgendwann mal später lesen, was will ich denn dann, was die wissen? Oder auch wie meine Tochter aufwächst. Ich möchte ja, dass die einmal weiß, dass sie selber was schaffen kann, dass sie keinen Mann braucht. Und natürlich ist das auch immer so ein bisschen...

      Man hat ja jetzt auch schon junge Leser dabei. Ich habe auch ganz viel Romance gelesen, als ich 15, 16, 17, 18 war und so weiter. Ich finde, dass es viele Themen gibt, auch in diesem Bereich, die manchmal falsch auf erzählt werden in manchen Büchern und die einfach auch vielleicht zu wenig Platz bekommen. Du sprichst vielleicht auf die Kondomsache an. Also bei mir werden halt Kondome ganz normal benutzt. Das ist ein Thema.

      überhaupt oder wie das so funktioniert. Obwohl ich manchmal aber auch sagen muss, hatte auch meinen Spaß daran, dass er doch durchaus auch erfahren ist und sie auch und ich deshalb auch ein bisschen krassere Sachen schreiben konnte, als ich sag mal das 0815-Ding, was man vielleicht so, weiß ich nicht, vielleicht, ich weiß nicht, verstehst du was ich meine? Also...

      Ja, und das ist halt der Bildungsauftrag so bisschen gewesen. Also man möchte das ja immer so, dass es halt mit Konsens sein kann, dass es halt auch mal ein bisschen alternativ sein darf, ohne dass es direkt in irgendeine komische Ecke gelangt und so weiter. Das sind ja so Sachen, kann man auch jungen Leuten auch schon beibringen, auch wenn die erst 18 sind oder 20 sind oder so. Ich bin ja schon viel älter.

      Jenni (46:03): Du hast

      auf jeden Fall in einem Band, ich weiß nicht, war das der zweite oder dritte Band, hast du eine Technik ausgegraben, von der ich auch noch nie was gehört habe. Also da dürft ihr gespannt drauf sein, ihr da draußen. Also da war ich echt fasziniert, ich dachte, ich hätte schon alles gelesen, aber das war selbst mir neu.

      Corinna Kalla (46:11): Und zwar, ne?

      gibt's, gibt's tatsächlich.

      Danke schön. Ich finde das selber ja auch dann spannend. Mir war es aber vor allem wichtig, das Thema überhaupt Verhütung mit reinzubringen. Das war für mich schon wichtig, weil da manche Sachen manchmal auch unter den Tisch fallen. Weil manche Autoren, das ist ja auch okay, aber die sagen, das hätte mich in der Szene jetzt gestört und das schreibe ich nicht. Das war für mich dann aber wichtig, das mit reinzubringen, ohne dass es die Szene stört.

      Jenni (46:31): Ja, super spannend.

      Corinna Kalla (46:55): Und das war dann auch immer manchmal sehr herausfordernd, so was dann zu schreiben oder überhaupt so was zu schreiben, dass es dann auch ästhetisch ist, so einigermaßen. Ich hoffe, es ist mir gelungen. Bis jetzt gab es immer viel positives Feedback. Aber natürlich kann man das auch da nicht allen recht machen. Also es ist aber natürlich ein spicy Buch, das ist klar. Und ich habe mich aber auch bemüht, diese Szenen, die kommen ja auch relativ häufig vor, die aber dann möglichst nicht 20 sind.

      Jenni (47:05): Ne

      Nö, ist Geschmackssache.

      Corinna Kalla (47:24): Seiten lang am Stück zu machen und vor allem dann auch, also meine haben ja mal irgendwie so einen Plot noch dabei. Die entwickeln sich ja bei jedem Step irgendwie dann immer ein bisschen weiter oder du hast dann auch schon mal einen krassen Wendepunkt dazwischen gehabt. Und das war mir auch immer wichtig, das so miteinander zu verweben und das nicht einfach nur so als Spice runterlaufen zu lassen.

      Jenni (47:45): Ja, bei der Seitenzahl würde ich sagen, hält sich das noch in Grenzen. Die spicy Szenen folgen dem Plot oder gehören irgendwie mit dazu und haben auch eine

      Corinna Kalla (47:56): Das musste für mich schon passen. Und dadurch, dass ich die Charaktere ja danach so innerlich gefühlt habe, hätte ich es denen auch nicht aufs Auge drücken wollen und können. Die haben ja auch Mitspracherecht bei mir. Nicht viel, weil ich immer überlege, was ich denen jetzt noch antun kann von außen. Aber letzten Endes wäre das...

      Die waren ja so eigenständig, wenn ich denen jetzt in der Spicy-Szene aufs Auge gedruckt hätte. Ich kann mir jetzt gar nicht vorstellen, wie ich das geschafft hätte, die dahin dann zu treiben und das so dann zu schreiben, dass das dann auch sich rund angefühlt hätte tatsächlich.

      48:31Leserinnen inspirieren: Durchhaltevermögen und Mindset

      Jenni (48:31): Was wünschst du dir denn, dass Leserinnen nach dem Ende deiner Bücher fühlen oder mitnehmen oder denken?

      Corinna Kalla (48:39): Es gibt so einen Spruch, den habe ich damals mal gehört, ich jung war. das war irgendwie so, alle sagten, das geht nicht, und dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht. Und das ist so das, was ich transportieren möchte. Auch wenn es eine Romance ist. Und das ist eine ganz große Liebesgeschichte und alles cool, aber ich finde am Ende...

      Jenni (48:48): Mhm. Mhm.

      Corinna Kalla (49:00): Ist das so das Ding, was ich unbedingt möchte, was ja auch... Ich habe ja hauptsächlich weibliche Leserinnen, was die Mädels und die Frauen mitnehmen, dass man immer irgendwie sich durchpushen muss manchmal auch. Auch in einer Welt, die vielleicht auch manchmal hart ist und die ungerecht ist und unfair ist und dass man einfach auch manchmal Dinge tun muss, wo alle sagen, das wird nicht klappen. Weil es klappt tatsächlich erstaunlich viel häufig.

      Jenni (49:28): Und man braucht einfach bisschen

      Durchhaltevermögen. Man muss sich davon ausgehen, dass alles sofort immer funktioniert. Manchmal muss man einfach dranbleiben auch. So wie du. Du hast das Buch mehrfach geschrieben, bis es dann wirklich so weit war, dass du es rausbringen konntest.

      Corinna Kalla (49:43): Ja, Mindset macht schon viel. Na klar, gibt immer so verdammt schlechte Situationen im Leben. Krankheiten sind das Schlimmste, was einem passieren kann. So, das kann einen richtig nach unten kicken. Das hatte ich auch selbst schon mal. Mir hat man ja früher mal gesagt, dass ich bald blind werden würde und so. Ich kenne das alles diese. Und es gibt bestimmt noch viel, schlimmere Sachen, die man so so haben kann und dann wird einem das alles verbaut und so. trotzdem finde ich, gibt es auch viele Situationen, wo man einfach auch wirklich gut gesund ist und wo man sich selber auch manchmal

      was verbaut, wenn man sagt, ich komme da jetzt halt nicht raus aus der Situation. Man hat manchmal Situationen, da habe ich dann auch, ich dann in mir sitzen muss und sagen muss, okay, wie komme ich jetzt da wieder raus, weil das habe mir vielleicht selber eingebrockt oder es wurde mir eingebrockt und so weiter. Aber letzten Endes, wenn man Wege sucht, dann ist das schon mal der erste wichtige Schritt, dass man Weg sucht und dass man das nicht akzeptiert, dass man da gerade irgendwo sitzt und nicht rauskommt und so. Und das ist schon mal das Wichtigste, was man machen kann und dann...

      Das ist meistens schon nur noch die nächste Treppenstufe, das dann auch in einem kleinen Schritt anzugehen. Und dann merkt man, wenn man auf der nächsten Treppenstufe steht, dass man vielleicht noch eine Treppenstufe irgendwie noch höher gehen kann. Und dann plötzlich hat man so ganz anderen Blickwinkel auf manche Sachen und denkt sich so, wow, hätte ich nicht gedacht, dass das jetzt funktioniert und klappt. Und manchmal hat man auch das Glück, dass andere Leute einen dabei sehen und die das so cool finden, dass die einem sogar nach Hand reichen und einen dann sogar noch hochziehen, wenn man so dann...

      Also das ist ja und das ist so das, ich unbedingt mitgeben wollte mit den Geschichten.

      51:15Der Balanceakt zwischen Beruf, Schreiben und Familie

      Jenni (51:16): Jetzt hast du schon gesagt, dir bleibt eigentlich fast nur nachts Zeit zu schreiben, wie hältst du das durch? Und wie organisierst du dich denn da? Du hast einen vollen Arbeitstag, du hast dann Familie und dann kannst du dich wahrscheinlich erst nachdem die Kinder im Bett sind am Rechner setzen oder wie läuft das dann?

      Corinna Kalla (51:35): Tatsächlich, ja das ist so. auf der einen Seite ehrt es mich, dass man immer sagt wow, Powerfrau, mega krass. Auf der anderen Seite ist das auch ganz gefährlich, das so zu machen, weil es natürlich auch so bisschen mit Selbstausbeutung zu tun hat, das so auf diesem Niveau zu fahren. Ich habe das für mich selber ein bisschen versucht zu regulieren, indem ich natürlich unfassbar langsam schreibe. Also meine Bücher erscheinen leider

      immer nur so alle 1-2 Jahre oder so, weil die Zeit brauche ich und die ist trotzdem schon kräftezehrend dann auch für mich, weil ich das noch nebenbei mache. Aber auf der anderen Seite gibt es einen ja auch ganz viel und das ist so was, ich sag mal so ein schmaler Grad, auf dem ich immer wandere dann.

      Jenni (52:06): Mh.

      Jetzt hast du, glaube ich, einem Beitrag irgendwie gesagt, dass du dich als Plotzerin bezeichnen würdest. Das heißt, du planst deine Geschichten schon ein bisschen, aber es entsteht dann auch und entwickelt sich auch beim Schreiben. Kann man das so zusammenfassen? was genau widerfährt dir denn da beim Schreiben?

      52:25Plotten oder Pantsen oder beides?

      Corinna Kalla (52:45): Ja.

      Also erstmal, jetzt gerade zum Beispiel, plane ich ja schon mein nächstes Buch. Ich will ja unbedingt die Vorgeschichte schreiben. Und da ist es so, dass ich ja eigentlich schon seit vielen vielen Jahren so einen Grundplot kenne. Wie Sarah dort landet, was ihr passiert, wie sie ihn kennenlernt, wie da immer mehr Geheimnisse sind und was sie auch wieder aufdeckt in dieser Welt und was sie aber auch vor ihm dann verheimlichen muss und so weiter. Und das weiß ich schon alles. Ich weiß auch, was passiert, wie der große Clash kommt.

      Jenni (53:04): Mhm. Mhm. Mhm.

      Mhm.

      Corinna Kalla (53:21): Aber das sind, ich sag mal, solch Meilensteine, die weiß ich schon. Ich fange an, wenn ich diese Meilensteine im Kopf habe, auch schon zu überlegen, was könnte hier das Problem werden bei diesen Meilensteinen? Welche Person könnte hier quer laufen? Ich lerne die quasi gerade schon innerlich alle kennen, noch mal, obwohl ich die schon seit Jahrzehnten drin habe. Ich habe mich ja weiterentwickelt. Das heißt, ich lerne die gerade schon alle.

      Jenni (53:35): Mhm. Mhm.

      Corinna Kalla (53:49): Dann nochmal, ich fühle die quasi immer tiefer und dann erst fange ich an zu schreiben. dann, ich aber... Also, habe in Papyrus, habe ich so quasi so einen groben Plot-Plan. Und vorher traue ich mich nicht, das erste Kapitel zu schreiben, bevor ich diesen groben Plot-Plan habe, weil der mir Sicherheit gibt, dass das eigentlich funktionieren müsste, diese Idee. Das heißt, ich gaukel mir vor, dass ich auf einem richtigen, sicheren Pfad wäre.

      Jenni (53:58): Mhm.

      Corinna Kalla (54:12): Und dann fange ich an zu schreiben und dann wird es mir aber langweilig. Weil dann denke ich mir so, boah, das ist ja total langweilig, wie du das jetzt so schreibst, wie du es vorgeplant hast. Und dann fange ich an zu pantsen. So nennt man das ja, wenn man einfach spontan was macht und dann lasse ich die Figuren laufen. Weil das ist das Tollste, was ich aber auch erstmal lernen musste. Mich zu trauen, Buchfiguren laufen zu lassen und mich zu trauen, die einfach so weit zu treiben, dass ich selber manchmal überhaupt

      nicht mehr weiß wie zur Hölle sie das nächste Kapitel schaffen sollen, wie die überleben sollen. Das habe ich bei Nora und Toni im dritten Teil wirklich bis zum äußersten getrieben.

      Zum Beispiel war das so beim dritten Teil, da war das zum Teil so, dass ich dann ab der Hälfte schon meinen vorgefertigten Plot eigentlich komplett verlassen habe. Ich wusste nur noch die groben Endpunkte und dass es gut enden wird, aber ich wusste zwischenzeitlich selber nicht, wie soll die da überhaupt wieder rauskommen, weil ich hatte immer wieder, wenn sie eine Idee hatte, wie sie überleben kann.

      Jenni (54:55): Mhm.

      Corinna Kalla (55:08): habe ich ihr wieder das nächste vorgeworfen und es hat mir einen heiten fiesen Spaß bereitet ihr immer mehr aufzubürden, weil ich ein ganz tiefes Selbstbewusstsein in mir drin hatte, dass sie es schaffen muss. Weil ich selber in meinem Leben halt auch schon so viel geschafft hatte und immer wieder gedacht habe, das geht jetzt nicht mehr oder du bist im Job.

      Jenni (55:25): Mmh.

      Corinna Kalla (55:30): Und es clasht alles zusammen, alle Jobs dröseln aufeinander. Es ist eine Deadline, die kannst du gar nicht halten. Du kannst in fünf Minuten keine Druckdatei abgeben und man hat es trotzdem immer geschafft. Und mit diesem Urwissen, auch Urvertrauen in mich selbst, habe ich einfach Nora immer wieder was vorgeworfen. Was einfach...

      Jenni (55:46): Also damit muss man klarkommen,

      du immer noch einen oben draufsetzt und immer noch einen oben draufsetzt und immer noch einen oben draufsetzt. Das ist so bisschen dein Stil auf jeden Fall.

      Corinna Kalla (55:55): Und ich wusste...

      Ja, und ich wusste aber, hatte dieses Urvertrauen in mich selbst und in meine Protagonistin, dass sie das schaffen wird. Und es war einfach für mich super spannend, ihr dann so von oben zuzusehen und zu sagen so... Also jeder würde jetzt sagen, das geht nicht, jetzt ist Game Over, aber was machst du? Und sie hat es geschafft. Ich war auch immer so ein bisschen stolz, wenn sie es dann irgendwie doch wieder geschafft hat und noch eine Idee hatte und das dann wieder nochmal gewendet hat.

      und irgendwas kombiniert hat, wo ich dachte, also ist ja eigentlich bescheuert, es ist ja eigentlich in meinem Kopf alles gewesen, aber ich war trotzdem stolz auf sie, dass sie die Idee hatte, dass ich, also es fühlte sich und es fühlt sich auch bis heute nicht so an, dass ich die Idee hatte, sondern immer, dass sie die Idee hatte, dass sie das geschafft hat und

      Jenni (56:41): Ist das nicht bisschen riskant, wenn du im Prinzip eine Geschichte jetzt schon geschrieben und veröffentlicht hast, die eigentlich auf dem aufbaut, was du jetzt erst schreibst und du dich aber da so bisschen leiten lässt und deine Charaktere so bisschen eigenständig agieren lässt, nicht dass am Ende irgendwas rauskommt, was dann nicht mehr zur Nachgeschichte passt?

      Corinna Kalla (57:03): So, das ist immer die ganz große Angst von allen Menschen. Und das ist vollkommen natürlich und das vollkommen okay. Aber ich hab halt auch beruflich immer so viel schon kombinieren müssen und musste so viel improvisieren und musste das nachträglich passend machen. Und das hat bis jetzt immer super gut geklappt. Also zum Beispiel ich arbeite ja im Corporate-Marketing-Bereich und zuteil ist es so, dass du...

      Jenni (57:28): Mhm.

      Corinna Kalla (57:31): schon eine Website aufbauen musst, obwohl du das fertige Corporate Design noch gar nicht hast. Und da musst du zum Teil schon vorfühlen, welche Farbkombinationen richtig sein könnten. Du musst vorfühlen, was später vielleicht an Effekten richtig sein sollte, an Bewegungen richtig sein könnte und an User Journeys.

      perfekt sein müsste, obwohl es zum Teil manche Konzepte noch nichtmals gibt. Und dadurch, dass ich das halt beruflich schon so häufig geschafft habe, habe ich das überhaupt nicht mehr, dass es mir Angst bereitet. Im Gegenteil, es wäre für mich überhaupt gar keine Herausforderung mehr, wenn ich das quasi von A nach B hätte schreiben müssen. Das wäre für mich schon zu langsam.

      Jenni (58:06): Mhm.

      Corinna Kalla (58:24): Zu langweilig und man muss ja wirklich immer dazu sagen, ich hab diese ganze Welt ja schon Jahrzehnte im Kopf. Das heißt, die Wände hab ich ja schon 20 mal drüber tapeziert. Also das Haus hab ich schon gebaut, ich hab da schon Zimmer eingerissen und neu gemacht, ich hab da schon Wände tapeziert und so. Es wäre so langweilig für mich, wenn ich das einfach nur nochmal... Wenn ich so einen Abklatsch davon quasi schreibe.

      Ich habe gar keine Angst davor, diese Bücher zu schreiben. Sowohl nicht die dahinter als auch die davor. Und ich habe ja noch eine weitere Geschichte, die ja auch davor spielt. Also Cath und Thorn, die lernen sich ja auch noch davor kennen. Und auch da musste ich immer zwischendurch in mich halten und habe mir so gesagt, okay, das und das wird ja noch passieren und das wird ja noch passieren.

      Jenni (59:03): Stimmt, da ist ja noch jemand, ja.

      Corinna Kalla (59:13): Und manche Sachen habe ich extra auch einfach grau gelassen und habe die noch gar nicht angeteasert, weil es halt auch zu viel gewesen wäre. das ist halt auch der ganz große Punkt. Du kannst ja nicht zu viel foreshadowing machen, so wenn du so ein Buch schreibst. Du musst bei diesen Pärchen bleiben und du hast... Ich habe mir da so meine Löcher gelassen, die Leute super toll hoffentlich finden, wenn sie das Ding halt 2-3-50 mal lesen und danach die anderen Bücher lesen und das so.

      59:41Lernerfahrungen beim Selfpublishing

      Jenni (59:41): Gibt es denn irgendwas, was du gerne vorher gewusst hättest, bevor du angefangen hast, deine Geschichte aufzuschreiben?

      Corinna Kalla (59:47): Gott sei Dank wusste ich vieles nicht. Ich wusste zum Beispiel nicht, wie krass schwierig es ist, eine gute Druckerei zu finden. so. Also ja, klar, wäre es schön gewesen, zur richtigen Druckerei zu gehen, mir ein paar tausend Euro Lehrgeld zu ersparen. Es hat richtig viel Geld gekostet. Natürlich hätte ich super gern auch gewusst, dass man manche Leute vielleicht besser nicht engagiert oder Wege einschlägt oder...

      Jenni (1:00:06): Wunderbar.

      Corinna Kalla (1:00:16): Oh, was ich auch nicht wusste, also ich arbeite ja im hauptberuflichen Bereich, Design, Webdesign und so weiter mittlerweile. da hatte ich zum Beispiel mal ein riesengroßes Legalproblem mit Datenschutztext, hat mich 800 Euro gekostet. Also ich hab dann Lehrgeld gelassen, so. Klar wird man das gerne. Oder, oh, was ich auch natürlich gerne...

      nicht gehabt hätte, wäre dieser schreckliche Release-Tag, als ich Teil 1, mein Debüt, veröffentlicht habe und Amazon Bug hatte und nichts geladen wurde. Tagelang lief gar nichts und keiner konnte mein E-Book lesen. Ich hab zu Hause gesessen, hab geheult. war für mich... Weil ich hab ja wirklich jahrzehntelang eigentlich darauf hinaus gearbeitet, das Buch zu veröffentlichen, wenn du dann am Veröffentlichungstag dein eigenes E-Book runterlässt und das komplett zerschlossen ist, weil Amazon Bug hat, aber der Kundendienst nicht mit dir klarkommt und...

      Du erst später verstehst, welche Wege zu diesem Bug geführt haben könnten und du dann natürlich denkst, klar, wäre nett gewesen, das nicht zu machen. Ja, schon. Aber letzten Endes bin ich heute trotzdem irgendwie froh, dass ich Probleme hatte. Es klingt verrückt, Aber ein bisschen hat mich das auch wachsen lassen.

      Jenni (1:01:26): Man

      wächst damit und man lernt und wenn alles glatt läuft, lernt man weniger.

      Corinna Kalla (1:01:36): Ich habe bestimmt noch viele Sachen, wo ich Gott sei Dank nicht in diese Fettnäpfchen reingetreten bin, wo ich Gott sei Dank kein Geld ausgeben musste. Und es ist auch heute immer noch ärgerlich, wenn ich wieder irgendwas habe und das nicht beachtet habe und das dann wieder Geld gekostet hat oder so. Aber rückblickend, also alles gut. Ich lebe noch, es ist alles schön, meine Bücher leben, ich habe alles veröffentlicht.

      Jenni (1:02:02): Wäre das denn eine Option

      auch mal nach einem Verlag zu gucken oder sagst du, nee ich bin jetzt nur drin im Self Publishing, das bleibt auch dabei.

      01:02:11Self-Publishing vs. Verlag: Eine persönliche Entscheidung

      Corinna Kalla (1:02:11): Als ich 16 war, wollte ich mal zu einem Verlag. Weil ich mir das alles nicht zugetraut habe. Jetzt bin ich alt. Ich bin 40. ... Aber ab einem gewissen Alter weißt du, wer du bist, was du hast und was du kannst. Und du hast auch einen gewissen finanziellen Background. So, und wenn ich jetzt ... Das klingt jetzt ganz gemein, aber wenn ich mir das jetzt so vorstelle, ich würde zu einem Verlag gehen, ich hätte ganz

      Jenni (1:02:20): Ey, was soll ich denn da sagen?

      Corinna Kalla (1:02:40): klare Vorstellung davon, wie so ein Vertrag aufzusetzen ist. hätte ganz klare Vorstellung davon, wie das Marketing zu organisieren ist, welche Sachen wann eingestellt werden müssen, wie teuer mein E-Book sein soll, wie lang das Buch ist, was für Sachen ich da reinschreibe und welche nicht. Ich bin zwar...

      sehr offen. Wenn ich was geschrieben habe, dann bin ich auch sehr kritikfähig und möchte auch von meiner Lektorin, dass sie mir da was reinschreibt und möchte auch von meinen Test-Lesern zerrissen werden. Alles cool. Aber wenn ich das Gefühl habe, ich muss hier gerade irgendwas mich in eine Schiene pressen oder mein Buch in eine Schiene pressen, nur damit das irgendwie ein Verlags-Publikum gefällt, bin ich raus aus der Nummer. Und deshalb wäre ich ein ganz schrecklicher Autor für einen Verlag. Also die würden mit mir nicht glücklich werden.

      weil ich viel zu viele Ansprüche an die hätte und weil ich auch vielleicht, das möchte ich auch nicht, aber es wird mir vielleicht passieren, von oben so ein bisschen runter kommunizieren würde zu den jungen Mädels. Gar nichts Böses. Die sind toll. Es sind ganz viele tolle junge Mädels im Marketing unterwegs. Aber ich bin 40, ich bin seit so vielen Jahren da drin und ich glaube, ich würde die ein bisschen bevormunden.

      Und dann wird es auch nicht Spaß machen. Und wenn es denen keinen Spaß macht, dann wird das auch schlecht und dann wird es mir keinen Spaß machen und ich kann es mir einfach nicht vorstellen, das, was ich mir aufgebaut habe, abzugeben. Weil was habe ich mir aufgebaut? Ich habe mir von Null heraus hunderte von Amazon-Stammlesern aufgebaut. Die würde ich dem Verlag ja quasi mitschenken. Ich habe mir aufgebaut, dass ich ganz viele Leute habe, die darauf warten, dass meine Bücher jetzt mal erscheinen. Das würde ich dem Verlag ja auch mitschenken.

      Also ganz viel Arbeit und Investitionen, die ich getätigt habe, ich ja dem Verlag schenken oder würde von dem erwarten, dass er mir das jetzt bezahlt.

      Jenni (1:04:30): Genau, wäre ja, gibt ja durchaus

      diese Geschichten mit, dass die dann auch einen entsprechend hohen Vorschuss zahlen und solche Sachen.

      Corinna Kalla (1:04:38): Genau.

      Aber trotzdem hast du dann ja immer auch ein Buyout. Du leistest dann ja, du würdest dem Verlag dann quasi dann für fünf Jahre, für so und so viele Jahre dann ja auch deine Buchidee komplett abgeben und verkaufen. Und mir fällt gerade einfach keins meiner Buchbabys ein, wo ich sagen würde, das dürfen jetzt mal andere für ein paar Jahre haben.

      Jenni (1:05:00): Hehehehe

      Corinna Kalla (1:05:05): Also ich kann es mir nicht vorstellen. Es ist teuer. Es ist richtig teuer, Selfpublishing zu sein. Ich kann es absolut nachvollziehen, wenn Leute sagen, sie wollen das nicht. Du hast auch eine Riesenverantwortung. Du musst deinen Marketing selber steuern. Du musst deinen Buchsatz selber steuern. musst diese ganzen Dienstleister irgendwie alle organisieren und machen. Du musst dich selber organisieren. Du bist ein Einzelkämpfer. Dafür muss man halt auch gemacht sein. kann es... Also ich kann jeden verstehen, der sagt, er möchte das nicht. Er will viel wehren. Er will nur seine Geschichte aufschreiben. Will da mit gar nichts haben und es ist für ihn okay.

      wenn das Marketing nicht so und so ist oder wenn das Cover nicht so und so ist oder sowas ist vollkommen in Ordnung, aber ich bin da doch...

      01:05:41Zukunftspläne

      Jenni (1:05:41): Du hast gerne

      die Dinge selber in der Hand. Ja. Sag mal, jetzt reden wir schon so viel davon und du würdest dein Buchbaby da nicht gerne auch aus der Hand geben. Was ist denn nun konkret dein nächstes Buchbaby? Auf welche Geschichte dürfen wir uns denn jetzt als nächstes freuen?

      Corinna Kalla (1:05:59): Also ich habe ja wirklich viele Pärchen im Kopf. Und ich will... Also die, die am lautesten sind, das sind Sarah und Ty, also die Vorgeschichte von den beiden. Die sind am lautesten, die habe ich gerade am meisten im Kopf. Also es ist ja immer so, das fängt ja mit diesen Paaren fängt sehr an, dass du halt irgendwo in einer Alltagssituation bist und du hast schon so ein Feeling oder so einen Satz zwischen denen im Kopf oder so eine Situation und so weiter. Und da sind die einfach gerade super stark.

      Jenni (1:06:08): Mhm.

      Corinna Kalla (1:06:28): Also ich hatte mir vorgenommen, ich das abhängig davon mache, wer gerade am stärksten in mir ist und es zeichnet sich ab, dass sie das sind. Ich sage das deshalb, weil ich ja noch nicht konkret angefangen habe zu schreiben und ich habe auch noch nicht konkret mir eine Deadline gesetzt. Das ist immer so, dass ich sage mal, sobald ich konkret angefangen habe zu schreiben, sobald ich über die ersten zwei, drei Kapitel hinaus bin, bin ich eben im Tunnel. Dann bin ich weg. Und dann kann ich auch, so ab der Hälfte eines Buches kann ich auch immer schon sagen so...

      Ich denke, Release Date dann und dann. Und dann kann ich auch schon anfangen, Amazon Datum einzustellen und einen Amazon Titel einzustellen und so weiter. Bei Amazon ist das ja auch nicht verzeiht, wenn man dann nicht veröffentlicht. Sobald was bei Amazon gelistet ist, muss ich das Datum halten. Ich darf es, glaube ich, maximal einmal 30 Tage verschieben oder so. Ansonsten hängst ja fest. Und das heißt, muss während... Bevor ich das mache, muss ich ja schon mit meiner Lektoren gesprochen haben, ich mit meiner Korrektoren gesprochen haben.

      muss gefragt haben, so, Mädels, wie sieht es aus? Haltet ihr mich aus? Dann, wenn wir das dann und dann machen und erst, das alles so steht, dann kann ich das bei Amazon angeben. Und dann kann ich das auch, dann ist das auch meistens so schon der Punkt, wo ich dann auch bei Instagram anfangen kann und sagen kann, so Leute, ich verspreche euch, dann und dann wird es das sein. da bin ich noch nicht an diesem Punkt, aber von mir aus, vom Gefühl her, Herzen her, Kopf her, diesen ganzen Situationen, die ich schon in mir habe, werden Sarah und Ty.

      Jenni (1:07:53): Das heißt, du hast es eben schon gesagt, man könnte das auf Instagram verfolgen, wo du gerade stehst und was da so als nächstes kommt. Gibt es noch weitere Kanäle, über die du kommunizierst?

      Corinna Kalla (1:08:08): Ich versuche mich zwischendurch bei TikTok, da mache ich manchmal andere Videos rein als bei Instagram. Bei Instagram habe ich halt ganz ganz viele Fans von den Büchern. Bei TikTok habe ich auch, ich sage mal, total gemischtes Publikum. Bei Leuten, die einfach auch manchmal was... einfach längere Videos schauen wollen. Ich versuche mich immer wieder bei Pinterest. Pinterest bin ich aber, die mögen mich nicht so vom Algorithmus her. Die schmeißen mich zwischendurch raus und dann bin ich noch nichtmals mehr organisch auffindbar.

      Jenni (1:08:23): Mhm.

      Corinna Kalla (1:08:37): Ich bin, glaube ich, bei Threats oder wie das heißt. das Problem ist, ich muss mich eigentlich mehr aus diesen Sachen alle rausziehen. Wenn ich wirklich wieder anfangen will, ganz tief in meiner Bubble zu schreiben und so, dann kann ich nicht so häufig in Social Media Kanälen unterwegs sein, weil das bindet ja auch mentale Kapazitäten. Aber ich sag mal, wo man mich immer einfach erreichen kann, das ist über Instagram. Da ist man safe.

      Jenni (1:08:57): Hmm.

      Corinna Kalla (1:09:05): Da habe ich meine Leute, auch die meisten Autoren, die ich kennengelernt habe, habe über Instagram kennengelernt und Und wie gesagt, das andere. Da kann ich schon mal was übersehen. Ich übersehe auch manchmal was bei Instagram, dann einfach nervig sein und mich nochmal anschreiben oder sowas. Aber ja.

      Jenni (1:09:24): Und

      ich würde noch mal darauf zurückkommen wollen, auf das, was ich am Anfang schon eingeleitet habe. Wir beide werden ja ein Gewinnspiel zusammen veranstalten und das wird nicht nur auf unser beide Instagram-Accounts laufen, sondern auch in diesem Fall auf meinem TikTok-Account. Denn anders als bei Instagram kann man bei TikTok keine gemeinsamen Aktionen machen, sondern muss man sich entscheiden und insofern...

      Kannst du uns aber vielleicht trotzdem schon mal anteasern, was man denn gewinnen kann?

      Corinna Kalla (1:09:57): Also, wir hatten ja gesagt, wir machen das so. Es gibt einmal einen Printexemplar vom ersten Teil zu gewinnen. Das heißt, das hat ja auch schon ein kleines Happy End. Das heißt, wenn ihr mich danach hasst nach diesem Band, dann müsst ihr auch gar nicht weiterlesen, dann ist das halt so. ja, das ist halt so der erste Band. Den verschicke ich natürlich mit einer Signatur und noch mit so paar Postkarten von den beiden und so weiter mit. Und dann haben wir noch gesagt, es wäre natürlich...

      Jenni (1:10:05): Mhm.

      Corinna Kalla (1:10:27): Doof, wenn es aber so viele Teilen immer gibt und die gar nichts bekommen. Also haben wir gesagt, okay, wir machen noch einen zweiten und einen dritten Platz. Es gibt keinen Print, aber immerhin das E-Book von Amazon dann zu gewinnen und da auch der erste Teil, wie gesagt. ja, ich hoffe, das macht Spaß trotzdem dann mitzumachen.

      Jenni (1:10:40): Mhm.

      gesagt, guckt einfach auf Instagram und TikTok, da findet ihr die Bedingungen für das Gewinnspiel und beteiligt euch rege und dann treffen wir uns wahrscheinlich, entweder ich mache die Auslosung allein oder wir treffen uns zu zweit, das müssen wir noch mal gucken. Das Gewinnspiel wird also laufen vom 5.8. bis 13.8. und am 14.8. geben wir dann bekannt, wer gewonnen hat.

      Dann bleibt mir jetzt nur noch einmal darauf hinzuweisen, dass dieser Vodcast alle zwei Wochen immer Mittwoch morgens erscheint. Und wenn dir diese Folge hier gefallen hat, dann hinterlass doch gerne einen Daumen hoch oder ein Sternchen oder auch gerne einen Kommentar, je nachdem was deine Plattform, auf der du diesen Vodcast hier hörst oder vielleicht sogar auch siehst, dir da anbietet. Das freut mich immer riesig, ein kleines Feedback zu bekommen. Und wie gesagt, abonnier auch gerne den Kanal.

      Und ansonsten, liebe Corinna, toll, dass du da warst. Vielen, vielen Dank für dieses offene Gespräch und diese lebhaften Erzählungen. Da in deine Welt und deine Art, deine Bücher zu schreiben, einmal eintauchen zu dürfen. Und dann würde ich sagen, sehen wir uns dann zum Gewinnspiel nochmal.

      Corinna Kalla (1:12:06): Ja, tausend Dank, dass ich bei dir sein durfte. Es hat wunderbar viel Spaß gemacht. Es war mir eine große Ehre, überhaupt gefragt zu werden. Ich bin schon gespannt, wie das Gewinnspiel verläuft. Bis dann, ciao!

      Jenni (1:12:18): Also, tschüss!

       

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