24: Kevo Adler - die Stimme des Dark Romance im Interview
Share
In dieser Folge wird es intensiv: Ich solidarisiere mich mit Kevo in Sachen Maske und wir reden darüber, wie er es schafft, mit seiner Stimme genau die Emotionen zu transportieren, die dieses Genre so besonders machen – zwischen Anziehung, Abgrund und absoluter Gänsehaut. Dabei gibt Kevo nicht nur Einblicke in seinen Weg vom Schauspiel zum Hörbuchsprecher, sondern auch in die kreative Arbeit hinter dem Mikrofon: Wie entstehen diese intensiven Szenen eigentlich? Und wie viel seiner eigenen Persönlichkeit steckt wirklich in einer gesprochenen Rolle? Und färben die Geschichten auf ihn ab?
Ein ehrliches, persönliches und gleichzeitig tiefgehendes Gespräch über Leidenschaft, Projektion, Stimme – und die Magie von Geschichten, die unter die Haut gehen.
Jetzt reinhören oder anschauen
Auch auf deiner Plattform als Vodcast oder Podcast erhältlich
Mehr zu den von Kevo empfohlenen Büchern und Affiliate Links/Werbung*
-
Rezension zu Russion Blood 1 von Don Both und Maria O'Hara
Buch kaufen bei: Amazon, Audible, BookBeat, Genialokal
Hör dir auch gerne die Vodcast-Folge 18 mit Don und Maria an. - Little Stranger von Leigh Rivers kaufen bei Amazon, Audible, BookBeat, Genialokal
- Bookboyfriend von Dana Jai kaufen bei Amazon, Audible, BookBeat, Genialokal
Mehr über Kevo Adler
- Instagram: @kavoadler
Kapitel und Transkript
00:00 Neuerungen im Vodcast
Jennifer Rolle: Schön, dass du wieder eingeschaltet hast. Bevor wir zu dieser Folge kommen, du hast schon zwei Neuerungen wahrgenommen. Die erste Neuerung ist, ich habe einen neuen Namen. Zwar heißt der Podcast jetzt nicht mehr Lustlektüre, sondern Passion and Words. Denn nicht zuletzt hat mir das Ü in Lektüre immer mal wieder Probleme bereitet. Und das hat mich dazu veranlasst, doch nochmal umzufirmieren. Das heißt, alle meine Kanäle, meine Website werden sofort unter dem Namen Passion and Words oder kurz PAW zu finden sein. Und ja, ich freue mich, wenn du vorbeiguckst und die Kanäle abonnierst, dann kriegst du auch immer einen Ping, wenn wieder ein neues Interview online ist oder ich ein Gewinnspiel veranstalte oder eine Rezension von einem neuen Romance Book online gegangen ist. Ich freue mich auf jeden Fall, wenn du mal vorbeischaust.
01:27 Vorstellung des Gastes Kevo Adler
Jennifer Rolle: Und die zweite Neuerung, ihr merkt es schon, ich sitze mit meinem heutigen Gast hier physisch zusammen. Das ist für mich die Stimme des Dark Romance und er lässt uns alle regelmäßig Gänsehaut und rote Wangen bekommen und ich freue mich riesig, dass er da ist, Kevo.
Kevo Adler: Hallo, ich freue mich auch sehr. Danke schön.
Jennifer Rolle: Du hast ja eine sehr aktive Fan-Community, wie ich feststellen durfte, denn auf die Nachricht, dass du in meinen Vodcast kommst, gab es sehr viele Kommentare und sehr viele auch Einreichungen von Fragen zu deiner Person. Aber du bist ja irgendwo auch ein kleines Geheimnis, ne? Du trittst nur mit Maske auf und vielleicht magst du uns trotzdem ein paar Rahmendaten zu dir geben, dass wir dich mal ein bisschen besser einordnen können, so ganz normal. Wo lebst du, wie alt bist du? Solche Sachen.
Kevo Adler: Ja, kann ich gerne machen. Also ich bin Kevo Adler, Hörbuchsprecher, hauptsächlich im Genre Dark Romance. Das geht aber auch manchmal fließend rüber in die Psycho-Thriller-Richtung fast schon und manchmal kratzt es eben auch die Romance New Adult-Richtung an. Das kommt auch mal ganz auf den Spice grad an. Das Alter wurde ich auch schon oft nachgefragt, mache ich keinen Hehl raus, ich bin 33 Jahre alt und komme aus dem Nordwesten Deutschlands.
Jennifer Rolle: Ich habe hier eine Frage von Autorin Destiny Darkness, über die ich sehr schmunzeln musste, weil diese Frage drückt eigentlich schon ihre Hypothese aus. Sie fragt nicht etwa, bist du verliebt, verlobt, verheiratet. Nein, sie fragt, ob du monogam, swinger oder eine offene Beziehung hast.
Kevo Adler: Also die Frage, die habe ich komplett nicht gelesen. Vielleicht ist da trotzdem eine Antwort. Ich gebe darüber keine Kommentare.
Jennifer Rolle: Aha, darüber gibt es sonst keine. Das heißt, wir dürfen alle noch träumen sozusagen.
Kevo Adler: Das kann man einfach so auslegen, wie man möchte.
Jennifer Rolle: Ganz genau. Verstehe. Und Steffi Schwarze fragt, was tust du am liebsten in deiner Freizeit?
Kevo Adler: Ja, wenn ich dann Freizeit mal habe, gehe ich auch gerne unter Leute. Das ist mein Freundeskreis, meine Familie, weil ja, wie man sich vielleicht schon denken kann, bin ich relativ viel am Arbeiten zurzeit und bin ja auch nicht nur Hörbuchsprecher, sondern auch Schauspieler. Das heißt, es sind immer noch zwei Standbeine, die ich zu jonglieren habe und da bleibt dann nicht viel Freizeit und da bin ich einfach froh, wenn ich die mit Freunden und Familie verbringen kann. Ganz simpel, was man dann halt macht, sind die ganz normalen Unternehmungen. Sei es, dass man einfach mal feiern geht, was essen geht, was trinken geht, ins Kino geht, ins Theater geht. Also ich gehe auch gerne wirklich selber ins Theater und ja, der Sport darf natürlich auch nicht fehlen.
Jennifer Rolle: Das wäre so meine nächste Frage gewesen, denn du könntest ja selber Covermodel sein, wenn man dich so anguckt. Was tust du für Sport? Wie hältst du dich fit?
Kevo Adler: Ich gehe tatsächlich ganz normal ins Fitnessstudio, aber habe früher auch Fußball und Tennis gespielt. Das sind auch Sportarten, die ich beherrsche.
Jennifer Rolle: Ja, kann man schon fast sagen, klischeemäßig das Fitnessstudio. Da hat man ja alles, was man so...
Kevo Adler: Ja, richtig, richtig. Da kann man ja lassen, was man möchte, man lustig ist.
05:16 A- oder B-Spiel
Jennifer Rolle: Ich spiele ja mit meinen Gästen immer das A oder B-Spiel, was folgendermaßen funktioniert. Ich nenne dir jetzt gleich völlig ohne Kontext zwei Alternativen und du darfst dich dann für eine dieser Alternativen entscheiden und darfst uns gerne aber auch erzählen, warum du dich für diese Alternative entschieden hast. Und es geht von harmless bis spicy bei mir, logischerweise, nicht im Genre bedingt. Und wir fangen mit was ganz Einfachem an. Übrigens sind die Fragen inspiriert worden von Destiny Darkness, die uns auch ein paar dieser AB-Fragen mitgegeben haben, hab die noch ein bisschen geschärft. Und das erste alternativen Pärchen lautet: Schweinshaxse oder Möhrenkuchen?
Kevo Adler: Schweinshaxse.
Jennifer Rolle: Weil?
Kevo Adler: Weil ich schaffe es nicht nur vegan zu essen. Das geht nicht.
Jennifer Rolle: Okay, also es liegt daran, dass du auch gerne Fleisch isst und es geht dir hier nicht um Herzhaft und Süßes, sondern um Fleisch und Fleischlos und du brauchst hin und wieder auch mal ein Stück Fleisch.
Kevo Adler: Ja, genau. Aber man kann auch sagen, ich bin auch mehr so der Herzhafte.
Jennifer Rolle: Ja, der Herzhafte. Nächstes alternativen Pärchen. Borkum oder Barbados?
Kevo Adler: Wow. Barbados.
Jennifer Rolle: Barbados?
Kevo Adler: Ja, Barbados.
Jennifer Rolle: Warst du schon mal in der Karibik?
Kevo Adler: Ne, eben nicht, aber ich war schon in ähnlichen tropischen Ländern mal und das ist schon... Und Borkum ist so vor der Tür, dass man denkt, ich entscheide mich dann doch nochmal eher für das Extravagante.
Jennifer Rolle: Das ist ja so, wie man auch alle möglichen Städte auf der Welt besser kennt als seine eigene, wo man lebt. Wenn man immer denkt, die hat man ja vor der Haustür, die kann ich mir immer noch angucken. Während hingegen, wenn man jetzt keine Ahnung nach Rom, Paris, New York fliegt, dann ist man ja nur einmal da oder nur kurze Zeit und macht ein ganz anderes Programm als bei sich vor der Tür.
Jennifer Rolle: Okay, gemütlicher Abend in einer Kneipe oder Tanzen im Club?
Kevo Adler: Früher hatte ich gesagt, Tanzen im Club, mittlerweile ist der gemütliche Abend in der Kneipe. Hat sich geändert.
Jennifer Rolle: Hat das Alter zugeschlagen schon?
Kevo Adler: Ja, ja. 33, sehr witzig. Was soll ich denn da sagen?
Jennifer Rolle: So, Vampir oder Dämon?
Kevo Adler: Dämon.
Jennifer Rolle: Dämon? In welcher Hinsicht?
Kevo Adler: Weil Dämon nochmal... Ich finde, Dämon kann so viele Arten von Erscheinungen haben. Ein Vampir ist immer gleich der Vampir, der Unsterbliche. Ich will es nicht abtun, ist ja schon immer noch etwas interessant, dass auch ein Vampir zu sprechen. Aber Dämonen können unterschiedliche Gestalten haben. Ein Dämon wird ja manchmal auch in der Geistwelt, gibt es auch diesen Begriff, den Dämonen. Das ist so breit gefächert, das kann einfach alles Mögliche sein. Dieses Unberechenbare.
Jennifer Rolle: Also im Sinne von selber lesen und sprechen oder im Sinne von selber sein?
Kevo Adler: Auch im Sinne von sein. Einfach aus dem Bauch heraus. Sowohl als auch im Sinne von sein. Aber dann stellt sich mir auch die Frage, wie würde ich einen Dämon sprechen? Gibt es noch mal, finde ich, ein paar mehr Möglichkeiten.
Jennifer Rolle: Letztes alternativen Pärchen. Dom oder Sub?
Kevo Adler: Dom.
Jennifer Rolle: Und willst du das auch begründen?
Kevo Adler: Nein.
Jennifer Rolle: Nein? Doch, das ist eine Antwort.
Kevo Adler: Okay, gut.
09:46 Der Weg zum Schauspieler und Hörbuchsprecher
Jennifer Rolle: Dann lass uns doch mal so bisschen drauf gucken, wie du das geworden bist, was du jetzt so bist. Du bist ja vom Schauspiel wahrscheinlich zum Hörbuch sprechen gekommen. Kann das sein? Jetzt habe ich mich gefragt, wie kommt ein Mann eigentlich zum Schauspiel? Also wenn ich so zurückdenke an meine Schulzeit, dann war Schauspiel, wir hatten Darstellendes Spiel in der Schule oder auch ein Theater, das mal reiner Mädchenkram irgendwie. Und ich habe mich immer gefragt, wie kommt es dazu, dass wir überhaupt im Fernsehen oder auf der Theaterbühne männliche Schauspieler sehen können? Wann hast du deine Leidenschaft entdeckt und wie ist es dazu gekommen?
Kevo Adler: Ich habe sie sehr früh entdeckt, aber ich habe sie sehr lange für mich behalten. Also ich war weder in der Schule in irgendeiner Theater AG oder dergleichen, da ich mich das alles nicht getraut. War so ein Träumer, der hat seine Spielfilme geschaut und immer wieder gedacht, ich kann das auch. Und das war ein Instinkt, ein Gespür, da will ich hin. Aber getraut habe ich mich erst mit Mitte 20. Deswegen, ich wusste es früh, aber ich habe es wirklich spät in Angriff genommen und auch mit Anfang 20 nichts dergleichen gemacht. War nur in meinem Kopf, oder mein engstes Umfeld wusste das schon vorher.
Jennifer Rolle: Was hast du dazwischen gemacht? Schule und Mitte 20?
Kevo Adler: Habe ich eine kaufmännische Laufbahn gehabt.
Jennifer Rolle: Also erstmal was ganz normales, klassisches, bevor du dich getraut hast.
Kevo Adler: Richtig. Bevor ich mich getraut habe zu sagen, nee, doch scheiß drauf, ich gehe jetzt diesen Weg.
Jennifer Rolle: Probier's wenigstens.
Kevo Adler: Werde ich mir immer in den Arsch beißen, dass ich es nicht gemacht habe.
Jennifer Rolle: Und wie bist du dann von dort aus zum Hörbuch sprechen gekommen?
Kevo Adler: Über die Schauspielschule damals, hier in Hamburg, bin ich an die ersten Hörbuchaufträge gekommen. Also es gab dann Ausschreibungen für Jugendsprecher-Talente und bin da in meine ersten Hörbücher gekommen, die ich auch unter meinem echten Namen dann gemacht habe und bin so das erste Mal in Kontakt mit Sprechen gekommen und auch wirklich mal mit meiner Stimme immer mehr, und dachte mir, da gehst du noch mal hin, wenn du jetzt aber erstmal Theater spielst und auch hier und da Filmprojekte machst, das machst du irgendwann nochmal. Aber irgendwie kam es dann auch zu mir.
12:32 Der Weg zu Bloom Stories
Jennifer Rolle: Und jetzt, ich weiß gar nicht wie frisch das ist, ich habe das nur letztens auf deinem Social Media Kanal gesehen, dass du auch bei Bloom Stories jetzt mitmachst. Kannst du mal erklären, was das ist?
Kevo Adler: Das sind Spicy Kurzgeschichten von, ich sag mal, 20 bis 30 Minuten Länge und es gibt einen bekannten Konkurrenten, das ist der Name, den nenne ich jetzt nicht, aber dem fällt vielen dann sofort ein, und Bloom Stories macht es eben nochmal auf ihre eigene Art und Weise und ich finde auf eine sehr schöne Art und Weise, und das Sounddesign ist toll, es ist wie eine Art Hörspiel in Kurzgeschichtenform, mal nur als alleiniger Sprecher, aber manchmal auch mit einer Sprecherin dazu oder vielleicht auch mal einem Sprecher. Das sind eben so kleine Spicy-Kurzgeschichten in Form eines Hörspiels, kann man so sagen. Und da wird aber eben auch nochmal wirklich ein besonderer Augenmerk auf alle Geräusche gesetzt.
Jennifer Rolle: Das klingt herausfordernd.
Kevo Adler: Ja, es ist herausfordernd, aber es macht auch nochmal besonders viel Spaß. Also die Intensität ist nochmal wirklich eine andere.
Jennifer Rolle: Ja, weil es wird so realistisch und es geht wirklich bestimmte Geräusche, die auch noch mal zusätzlich stimulieren können.
Kevo Adler: Okay. Ja. Und das nennt sich dann im Fachjargon Mouthplay. Das heißt, wenn es da wirklich zur Sache geht, dann hörst du Atemgeräusche, du hörst bestimmte Geräusche passieren, wenn man halt in dem Akt ist. Und ja, das macht es zu etwas ganz Besonderes.
Jennifer Rolle: Das zu mimen stelle ich mir gar nicht so einfach vor und auch... vielleicht auch ein bisschen unangenehm.
Kevo Adler: Es kann einem vielleicht unangenehm erscheinen, aber wenn ich selber mich dort in meiner Studio-Kabine bin und keiner beobachtet mich, fühle ich mich da frei. Das ist jetzt hier mein eigener Bereich, da versuche ich es jetzt so glaubwürdig wie möglich nachzustellen.
Jennifer Rolle: Super spannend. Denn Miss V official fragt auch, wie du dazu gekommen bist und was der Unterschied für dich ist. Also ich glaube, den Unterschied haben wir jetzt schon ganz gut verstanden, aber wie bist du zu BloomStory gekommen?
Kevo Adler: Sie haben sich gemeldet, aktiv. Die haben sich dann für mich interessiert. Da hatte ich dann aber auch schon so einen gewissen Bekanntheitsgrad, was glaube ich für die auch ein Punkt war. Aber ja, sie haben eben auch nochmal interessante Männerstimmen gesucht und sind dann auch hoffentlich zurückgekommen. Ja, ich hatte da Lust zu.
15:41 Was machst du noch?
Jennifer Rolle: Und du machst auch synchron? Ist das richtig?
Kevo Adler: Nein. Tatsächlich nicht.
Jennifer Rolle: Weil ich habe hier eine Frage von Mona Liest, wenn du einen Filmdarsteller synchronisieren dürftest, wer wäre das und warum?
Kevo Adler: Ja, das ist ja, also die Frage kann man ja trotzdem beantworten. Das ist mir aber jetzt so ad hoc schwierig, weil ich dann immer auch schon die deutsche Synchronstimme dazu im Kopf habe und ich denke, das passt schon alles super. Ich finde die Synchronwelt in Deutschland wirklich toll, und ich hoffe sehr, dass sie uns auch noch sehr, sehr lange erhalten bleibt. Aber ich habe wirklich mit Synchron bisher sehr, sehr wenig Berührungspunkte gehabt. Ich hatte wirklich nur mal einen kleinen Auftrag und dann kam das Hörbuch und das Hörbuch hat mich schon sehr...
Jennifer Rolle: Du machst auch Veranstaltungen und liest, machst du Lesungen, Live-Lesungen?
Kevo Adler: Ja, auch.
Jennifer Rolle: Kurz, machst du sonst noch irgendwas? Als Kevo oder auch als der, der du sonst bist?
Kevo Adler: Als der, der ich sonst bin, spiele ich Theater. Ich habe schon entsprechende Bühnenerfahrungen gesammelt in den letzten Jahren. Jetzt als Kevo ist eine bestimmte Reihe, eine bestimmte Tour ist jetzt gestartet. Da kann ich aber auch nicht alle Termine machen. Das teile ich mir jetzt eben auch mit anderen männlichen Sprechern auf. Aber als Kevo bin ich generell, je nachdem was dann ansteht, buchbar. Es kann ein Release Event sein zu einem Buch, es kann eine andere Art von Abendveranstaltung sein. Also man kann mich halt als Kevo buchen, Hauptsache es ist dann auch eben was zum Lesen dabei.
Jennifer Rolle: Und wie hoch ist der Anteil des Hörbuchsprechens zu den anderen Sachen, die du so machst?
Kevo Adler: Du meinst also wenn ich jetzt... Also Schauspiel auf der einen Seite, Live-Lesungen auf der anderen Seite... 80 %...
Jennifer Rolle: Und was von diesen Dingen macht dir am meisten Spaß?
Kevo Adler: Ich fühle mich schon sehr wohl im Hörbuchbereich, aber ich brauche auch immer diese Abwechslung. Ich mag, bin dann auch froh, wenn ich mal raus kann und neue Städte erlebe, Teil einer Veranstaltung sein kann, auf der Bühne stehen kann. Diese Abwechslung brauche ich auch. Und ich mag es auch immer wieder gerne, vor der Kamera zu stehen, dann wieder hinter dem Mikrofon zu sein, dann wieder auf der Bühne zu sein. Also der Beruf des Schauspielers, Sprechers, genau so möchte ich ihn beibehalten. Ist nicht nur bei dem einen, bleibt nicht nur bei dem einen.
18:37 Kevos Weg zur Dark Romance
Jennifer Rolle: Bist du denn beim Hörbuch sprechen direkt auf der Romance Schiene eingestiegen oder was waren da so deine ersten Erfahrungen?
Kevo Adler: Meine ersten Bücher während der Schauspielschulezeit waren Fantasy Bücher und über die Fantasy Bücher wurde ich entdeckt von einer Autorin, die Dark Romance schreibt. Und da kam ich das erste Mal mit expliziten Inhalten in Kontakt, wo ich auch dachte, das ist ja mal interessanter Stoff. Aber ich hatte keine Berührungsängste damit. Und dachte, ja, da entstand dann das Pseudonym Kevo Adler. Irgendwie bin ich da haften geblieben. Anscheinend die Stimme dafür sehr geeignet schien für viele und trotzdem habe ich dann aber ja auch Hörbuchaufträge bekommen, die auch in die Romance Richtung gehen, die unter meinem Klarnamen laufen, die auch andere Genres dann geben.
Jennifer Rolle: Auf Bookbeat habe ich jetzt mal nur Kevo Adler und nicht unter deinem richtigen Namen geguckt. Da habe ich 108 Treffer erzielt. Vor zwei Wochen waren es glaube ich noch 104 Treffer. Mit einem Schlag wohl noch bisschen was dazugekommen. Aber das heißt, du hast in der Zwischenzeit ja auch ganze Menge Erfahrung und Malias Winter Whispers fragt, wenn du deine früheren Arbeiten mit deinen aktuellen Produktionen vergleichst, wo siehst du die größten Unterschiede?
Kevo Adler: Im Sprachfluss. Also das, ich habe in der Zwischenzeit jetzt in meiner kurzen Karriere als Kevo Adler habe ich auch eine Weiterbildung gemacht und da habe ich auch viele Dinge noch gelernt, wo ich wusste irgendwas stimmt nicht.
19:57 Wie hast du dich beim Sprechen weiterentwickelt?
Kevo Adler: Der Rhythmus der Sätze ist noch nicht so ganz stimmig. Und manchmal macht man Pausen an Stellen, wo man aber, wenn man selber einen solchen Satz sprechen würde, keine Pause macht.
Jennifer Rolle: Das heißt, dass manche Sätze, auch wenn es lange Schachtelsätze sind, dass du sie in einem Guss durchsprichst und nicht nach Komma sprichst und immer wieder komische Pausen machst. Und dadurch wirkt es dann oft noch...
Kevo Adler: Ja, hat es so eine Unwucht gehabt. Und das hat sich schnell geändert, man auch immer mehr, je mehr Texte ich lesen durfte, desto mehr konnte ich auch dieses, nennt sich fliegende Auge, trainieren. Das heißt, man guckt schon mal bisschen weiter vor, wie es dann weiter geht, und dann kriegt es einen Hörfluss. Ja, und auch sich rein von der Stimme her mehr zu trauen, nicht immer nur hier unten zu bleiben, sondern auch mal die Dynamiken auszutarieren, weil mehr zu verstehen, was passiert in diesem Text und was würde ich jetzt, wie würde ich jetzt sprechen, wie beschreibe ich die Stelle. Das heißt, dass es nicht zu monoton in diese dunkle Schiene geht, und das hat sich dann schon, finde ich, im Laufe der Hörbuchproduktion immer immer mehr gebessert.
21:37 Gibt es beim Sprechen Genreunterschiede?
Jennifer Rolle: Also du hast Erfahrungen mit Fantasy, habe ich rausgehört. Ich habe auch ein Kinderbuch glaube ich gesehen, was du gesprochen hast. Kann das sein?
Kevo Adler: Irgendwann? Nicht, dass ich wüsste.
Jennifer Rolle: Sah aus wie ein Kinderbuch, vielleicht war es keins. Keine Ahnung.
Kevo Adler: Ja, kann auch sein.
Jennifer Rolle: Und du hattest irgendwas von Thriller gesagt. Dark Romance, du hast aber auch Sports Romance und keine Ahnung, sowas habe ich gesehen in deinem Portfolio. Gibt es da Unterschiede beim Lesen oder ist das eigentlich alles gleich?
Kevo Adler: Gleiches ist es nie. Ich passe mich immer an die jeweiligen Geschichten an und was in dem jeweiligen Kapitel passiert, was mein Prota da gerade, was ihm da gerade wieder fährt. Ich gehe da nicht so eine bestimmte Schablone nach. Nein, das mache ich nicht. Das fände ich auch irgendwie dem Buch respektlos gegenüber. Ich schaue immer, was passiert. Also ich denke dann nicht so, heute Thriller, dann lege ich diese Folie drüber. Das mache ich nicht. Sondern ich schaue dann, was der Text mir gibt und dann gebe ich dem eine, ganz individuell.
Jennifer Rolle: Ja, jede Autorin, jeder Autor hat ja auch so seinen eigenen Rhythmus, seinen eigenen Flow in der Erzählweise, habe ich so das Gefühl.
Kevo Adler: Ja, also das kann auch jeder für sich unterschiedlich handhaben. Manche geben komplett andere Farben und manche sagen, ihr habt mich als Sprecher gebucht und dann ziehe ich da meinen Schuh durch. Das ist auch Geschmackssache oder auch eben Entscheidungsfrage.
23:31 Wonach wählst du deine Projekte aus?
Jennifer Rolle: Wonach wählst du denn aus, was du machst? Machst du blind alles, was dir angeboten wird? Oder hast du auch schon mal was abgelehnt? Also Lenia Amani fragt, ob du schon mal was abgelehnt hast. Oder auch Dark by Page Turner fragt, ob du dir im Nachhinein gewünscht hättest, etwas abgelehnt zu haben.
Kevo Adler: Nein, ich habe bisher es nie bereut, angenommen zu haben, wo ich jetzt dachte, das fand ich jetzt nicht sonderlich substanziell, aber... Mir wurde diese Frage jetzt tatsächlich gerade auf einem Event vor ein paar Tagen schon mal gestellt. Da habe ich gesagt, ich nehme alles an. Hab mich dann aber noch mal daran erinnert, stimmt gar nicht. Ich hatte ein paar Tage davor etwas abgelehnt, weil ich gesehen hatte, erstmal war die Kondition haben mir nicht ganz gepasst. Das waren nicht die Konditionen, die ich für gewöhnlich kriege. Und dann habe ich gesehen, war Band 2 von einer Reihe, wo Band 1 sehr schlecht bewertet war vom Inhalt. Wenn das schon so ein schlechtes Material ist und ich kriege nicht das, was ich eigentlich dafür kriege, dann lasse ich es weg. Und es hat auch noch etwas in dem Vertrag, in den Konditionen mir nicht gefehlt, oder es hat mir da etwas gefehlt. Also es hat eine KI-Klausel gefehlt, und wenn die nicht drin ist, dann lasse ich da die Finger von, dann ist mir das zu heiß. Ich habe mal aus Zeitgründen was abgelehnt. Und wenn es so kleine Produktionen sind, dass ich denke, der ganze Ablauf dahinter, das heißt es ist keine vernünftige Post-Production dahinter, es ist kein vernünftiges Sounddesign, dann lasse ich auch die Finger davon. Weil da habe ich einfach meine gesetzten Hörbuchproduktionen, die auch immer wieder auf meine Stimme setzen, wo ich weiß, da läuft das. Und sonst verweise ich auch gerne darüber. Das heißt, wenn irgendjemand Unbekannteres ein Buch eingesprochen haben will von mir, dann sage ich, ich melde dich an diese und diese Hörbuchproduktion, weil die prüfen dann eigentlich auch nochmal diesen Stoff, ob der gut ist oder nicht.
25:46 Vorbereitung und Konzentration beim Sprechen
Jennifer Rolle: Jetzt habe ich in einem anderen Interview von dir gehört, dass du die Texte gar nicht irgendwie intensiv vorbereitest, so wie man das ja manchmal kennt, dass man erstmal alles gelesen und unterstrichen hat und mit bunten Farben und was auch immer, sondern du liest eher, bist eher der Typ, einfach drauf los liest. Und ich habe mich gefragt, ist das nicht wahnsinnig konzentrationsintensiv und passiert es dann nicht auch häufiger, dass man hinterher merkt, Mist, das hätte ich irgendwie ganz anders sprechen müssen? Also weil man den Charakter vielleicht noch nicht so gut kennt, oder weil manchmal erzählen die Autoren ja erst hinterher, was das für eine Situation ist und nicht schon vorher.
Kevo Adler: Ja, aber bisher hat das immer wunderbar funktioniert. Und ich finde auch, wenn du deinen Text schon vorher gelesen hast und bunt markiert hast, bist du trotzdem saukonzentriert, diesen Text durchzugehen und deine Markierungen so zu beachten, wie du sie vorher gesetzt hast. Tut dem nichts, da ist kein Unterschied. Ich habe ja heute auch hier in Hamburg in einem Studio ein Buch angefangen und auch das prima vista, weil wenn man sich Zeit lässt und wenn man die Situation versteht, in der man gerade ist, dann... Ja, also es ist learning by doing gewesen, jetzt mittlerweile kann ich behaupten, und da bin ich auch nicht der einzige, dass wenn man geübt ist in dem Hörbuch sprechen, dann machen das viele auch prima vista.
Jennifer Rolle: Sind da auch riesen Fehler wie, ach jetzt habe ich den so angelegt und das war gar nicht so gemeint?
Kevo Adler: Das wird ja im Vorfeld geklärt, liegt ja vorher eine Charakterbeschreibung.
Jennifer Rolle: Na ja, gut, aber im Hörbuch ist es ja so, dass du anders als im Hörspiel da sprichst du ja dann auch immer die anderen Charaktere mit, also die wörtlichen Reden von denen in irgendeiner Weise, und insofern kannst du dich ja nicht nur auf deinen eigenen Charakter konzentrieren, sondern musst ja die anderen Charaktere trotzdem irgendwie...
Kevo Adler: Das muss man sich dann auch merken, wie man den gesprochen hat.
Jennifer Rolle: Wie lange kannst du dann so am Stück vorlesen, bevor du eine Pause brauchst oder auch mal was trinken musst?
Kevo Adler: Also am Stück, bevor man dann mal so eine Pause macht, das kommt auch mal ganz auf die Umgebung an, und wenn es Hochsommer ist, dann muss ich nach jedem Kapitel meine Kabine mal eben aufmachen und frische Luft reinlassen. Aber so rein vom Konzentrationsflow her kann man schon mal über eine Stunde am Stück lesen, wenn man das möchte. Und dann macht man eine kurze Pause. Und insgesamt, ich sag mal so aus dem Kollegium, Erfahrungswerte ist es schon viel, wenn man so 80 bis 130 Seiten am Tag liest. Das ist dann schon viel. Weil es ist ja nicht nur lesen, es ist wirklich einsprechen, erlebbar machen, performen, da ist das schon ganz schön viel drauf.
Jennifer Rolle: Ich glaube das sofort, dass das super anstrengend ist. Ich habe hier eine sehr intensive Frage von Agi. Bin ich das hier richtig? Agi Foo? Die meinte, dass du mit deiner Stimme dich ja auch so richtig reingräbst in die Charaktere und so richtig wahrscheinlich so dich empathisch einfühlst. Und sie fragt dann, in Bezug darauf, sich in unterschiedliche Charaktere hinein zu versetzen, bist du auch in der Lage, dich selbst im Alltag gezielt über deine Stimme im Mindset zu beeinflussen?
28:53 Die Macht der Stimme und Empathie
Kevo Adler: Ich würde es jetzt mal so interpretieren, ich würde es halt umdrehen. Ich würde sagen, da du dich mit Empathie einfühlst, unterschiedliche Charaktere und vielleicht deren Stimmung annimmst, ist das eine Fähigkeit, du erworben hast, im Alltag dich auch rauszuholen aus dem Loch oder was auch immer, in eine andere Stimmung zu versetzen?
Jennifer Rolle: Ja, aber wenn, dann mach ich das glaube ich nicht bewusst.
Kevo Adler: Ich glaube, das macht jeder für sich meistens unbewusst. Ich denke eher, ich überlege jetzt mal, man ändert schon seinen Tonus je nachdem wo man ist. Wenn man jetzt zum Beispiel, keine Ahnung, schwierig ist. Also ich hatte ja eben eine kaufmännische Vergangenheit und da herrschte zum Beispiel ein gewisses, so ein herrisches Verhalten. Also da war ein Vertriebler, und da hatte man dann natürlich irgendwie eine andere Art zu sprechen. Man hatte seine Stimme und da musste man sich behaupten. So hat man so einen anderen Ton, als wenn man jetzt zu Hause einfach für sich ist und vielleicht eben mit seiner Familie spricht, ein bisschen sanfter vielleicht. Oder man geht ins Wartezimmer eines Arztes an den Empfang und sagt, hallo, ich hätte gerne ein Rezept für, dann ist man auch mal anders. Und wenn du dann immer wieder rausgehst auf die Baustelle oder gehörst einen härteren Ton, dann ist man immer anders. Ich entdecke das auch immer in Alltagssituationen, wenn ich an die Fleischtheke gehe oder so. Wie sprechen die da? Und wie sprechen die auf einmal an der Kasse? Und wie sprechen sie dann draußen? Also ich bin da sehr aufmerksam. Es herrschen immer unterschiedliche Tonarten, je nachdem wo man ist.
Jennifer Rolle: Kulturabhängig.
Kevo Adler: Ja, auch kulturabhängig und ortsabhängig.
31:53 Herausforderungen beim Lesen und Sprechen
Jennifer Rolle: Also bei mir ist es so, wenn ich Bücher lese, dann gibt es einige, die flutschen, die kann man einfach so runterlesen, und dann gibt es andere, da hakt es an allen Ecken und Enden. Es gibt welche, die sind leider schlecht korrekturgelesen oder vielleicht auch gar nicht, weiß es nicht, wo also auf jeder Seite ein, zwei Stolperfallen sind, weil irgendwie ein Wort falsch ist oder Kommata fehlen oder was auch immer. Ist das etwas, was du auch hast, dass bei den Büchern manche dir leichter fallen und andere, wo du immer mal wieder ins Stocken kommst?
Kevo Adler: Ja, gibt es auch, genau, also Fehlerhäufigkeit ist zum Glück bei den meisten Büchern schon sehr ausgemerzt, aber es kommen immer wieder mal Skripte vor, wo es schon ungewöhnlich häufig ist, das ist aber eher selten der Fall. Und dann gibt es halt unterschiedliche Schreibstile und manchmal sind Bücher so geschrieben, dass sie eher zum Lesen da sind, aber nicht zum Sprechen. Das habe ich übrigens jetzt auch bei dem letzten Event Kollegin Simone Scheuer erklärt, hatten nämlich zusammen ein Buch eingesprochen, da sagte sie auch, ja das Buch war etwas, es war zum Lesen gut, aber als Sprecherin war es recht... waren die Sätze sehr, hatten eine gewisse Unwucht. Das heißt, es war nicht flüssig zu sprechen, weil man so aus dem Freien heraus nicht sprechen würde.
Jennifer Rolle: Kann man das an irgendwas festmachen? Also ganz konkret? Zu lange, zu kurze Sätze schaffen?
Kevo Adler: Zu lange, zu kurze Sätze oder auch von der Formulierung her, die sind dann vielleicht für manche, die vielleicht Germanistik studiert haben, die denken dann, Mensch, die deutsche Sprache ist aber wirklich toll. Dann denkt man sich aber, ja, sie ist nicht wirklich alltäglich und nicht wirklich wahrheitsgemäß. Und da gibt es einfach gewisse Autorinnen und Autoren, die haben so einen Hang dazu, solche Sätze so zu schreiben, die finden das toll und das ist auch deren Markenzeichen, was viele dann ganz toll finden. Aber es gibt dann einfach gewisse Sätze, wo man denkt, so würde ich das niemals in meinem Leben sagen. Oder auch die Wortwahl, die da drin ist.
Jennifer Rolle: Jetzt ist es ja gerade im Romance Genre so, dass häufig diese wechselnden Ichperspektiven sind, wo du dann eben eine dieser Perspektiven sprichst und die anderen Perspektiven werden dann von anderen gelesen. Und was ich mich gefragt habe ist, ob du dann auch die Kapitel dazwischen liest oder konzentrierst du dich rein nur auf deine Kapitel?
Kevo Adler: Ich konzentriere mich meistens rein auf meine Kapitel. Das ist zwar auch heikel, bin ich aber auch nicht der Einzige. Das Gleiche hat János Jung auch schon erzählt, dass er das so macht. Ja, weil es fehlt auch da, wenn man gut gebucht ist, schlichtweg die Zeit, wenn du dann wieder in deine Kapitel reinkommst. Du wirst eigentlich anhand der ersten Seite fast schon erkennen, in welcher Situation wir... Und dann kommst du auch ganz gut rein.
36:32 Die Evolution von Hörbüchern zu Duettlesungen
Jennifer Rolle: Und hörst du dir deine Arbeit hinterher auch mal an? Und wie ist das eigentlich, sich selbst zu hören? Ich weiß nicht, ich habe mich ja nun in der Zwischenzeit auch bisschen dran gewöhnt, weil ich hier immer die Videos schneiden muss, und ich finde meine Stimme ja furchtbar. Das wird für dich wahrscheinlich nicht gelten, weil jeder liebt deine Stimme. Das heißt, da hast du einen Vorteil. Aber wie ist das für dich?
Kevo Adler: Ich habe mich... Also ich finde meine Stimme, ich fühle mich damit wohl, was ich höre. Und... habe ich aber natürlich auch daran gewöhnen müssen. Ich habe mich daran gewöhnt, ich jetzt auch viele Hörbuchproduktionen teilweise auch selber geschnitten habe noch, ich musste das nochmal durchgehen. Zwar nicht wirklich Wort für Wort, also man skippt durch und weiß, wo man schneiden muss und so, aber man hört immer wieder Passagen von sich. Und dann wird man halt auch mal angenehm überrascht und denkt, ach das habe ich ja jetzt, das habe ich witzig eingesprochen. Aber dann gab es auch mal Sätze, wo ich dachte, da hast du die Betonung falsch gesetzt. Ja, kommt mal vor. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Aber selber, ich höre selten dann meine eigenen Bücher nochmal ganz durch. Das kommt wirklich ganz drauf an.
Jennifer Rolle: Der neueste Trend sind ja Duettlesungen und Hörspiele, habe ich so das Gefühl. Das machst du ja auch, habe ich zumindest schon was von dir gehört. Und welche Erfahrung hast du damit gemacht? Wie liegt dir das? Wie kommst du damit klar?
Kevo Adler: Sehr gut. Es bietet nochmal mehr Raum, weil es quasi ist wie, sagen wir mal, ein 3D Hörbuch. Es kriegt noch eine zusätzliche Ebene. Da gibt es Raumklang auf einmal und es gibt auf einmal einen direkten Wechsel, und der Charakter, der seine eigene POV hat, taucht auf einmal damit in diesem Kapitel dann vor. Das macht es einfach noch mal lebendiger und gibt dem noch mal eine zusätzliche Ebene nach hinten. Das ist echt richtig cool. 3D-Hörbuch kann man es fast schon so nennen, weil ein Hörbuch an sich ist dann eben nur eine Seite, es ist eher zweidimensional, und mit einem Hörspiel und diesen Hintergrundgeräuschen auf einmal ist da ein Hall im Raum. Das heißt, du hörst, die sind in einer Kirche und so. Das macht einfach echt nochmal was auf. Das heißt, man kann die Augen zumachen und es läuft der Film ab. Und die Produktion ist natürlich aufwendiger, aber dann das Endergebnis zu hören ist immer eine große Freude.
Jennifer Rolle: Das ist nämlich eine Frage von Michaela B. Sprichst du lieber Hörbücher, Hörspiele oder Duettlesungen ein?
Kevo Adler: Von einander zu unterscheiden... Was ich bei Hörbüchern mag ist, dass wenn du erstmal in ein ganzes Kapitel drin bist, dann hast du auch Erzähltext, du darfst den anderen Personen in dem Kapitel auch eine gewisse Farbe geben. Das macht Spaß, aber es macht auch Spaß, die Hörspiele zu machen. Rein vom Entstehen her, von der Entstehungsgeschichte her, ist Hörbuch immer noch am angenehmsten, das Endergebnis. Und da geht eben auch ein großer, großer, großer Anteil, das muss auch mal gesagt werden, an Sounddesign. Das heißt, alle Soundengineerer, alle Tontechniker da draußen, die sich da ransetzen, die haben wirklich ganz, ganz tolle Arbeit geleistet. Das darf man nicht außer Acht lassen. Wir sind die Künstler und dann geht es nochmal in die Hände der anderen Künstler. Das darf man nicht vergessen. Ganz, ganz tolle Arbeit.
39:06 Social Media und persönliche Interaktion
Jennifer Rolle: Dann kommen wir doch mal mehr zu deinem ganzen Auftreten. Du bist auf Social Media sehr aktiv. Da bedienst du auch nicht nur deinen Kevo Adler-Account, sondern auch noch deinen Schauspieler-Account. Du reagierst sehr schnell auf Kommentare. Als ich dich per DM angeschrieben habe, hatte ich sogar am gleichen Tag noch eine Antwort von dir. Wie machst du das alles? Wie bringst du das alles unter einen Hut? Musst du die ganze Zeit am Handy sein?
Kevo Adler: Ja, die ganze Zeit ist es natürlich nicht. Man muss es organisieren. Und man nutzt teilweise fünf Minuten Fenster, kurz zu schauen, worauf kann ich jetzt schnell antworten, was hat jetzt Priorität, was hat mit dem Beruf zu tun, was ist jetzt privat und müsste ich gerade immer eher warten. Da habe ich einfach jetzt ein bisschen meinen Drive gefunden, immer zu selektieren. Aber ich kann es nicht haben, so viele unbeantwortete Nachrichten zu haben. Deswegen bin ich immer regelmäßig am Tag, auch wenn es kurze Zeitfenster sind, da dran. Dann häuft sich das nicht erst so.
Jennifer Rolle: Aber du hast doch den Anspruch, dann alles irgendwie zu beantworten, offensichtlich, was viele andere nicht haben. Die lassen das dann einfach ins Leere laufen.
Kevo Adler: Ich kann das einfach nicht. Das ist nicht mein Anspruch, einfach Leute unbeantwortet zu lassen. Wenn das passiert, dann denke ich mir wirklich, ich muss da mal kurz ein Zeichen geben, von wegen, ich bin jetzt hier nicht zum Plaudern da. Oder wenn auf einmal eine total persönliche Frage von irgendjemandem kommt, die ich gar nicht kenne, so, ich denke, sorry, wir kennen uns nicht, das beantworte ich nicht. Und da macht dann auch ein bisschen der Ton die Musik. Das heißt, ich schaue auch, wie schreibt mein Gegenüber. Sind das mal drei Sätze geradeaus und top geschrieben, oder ist das irgendwie so richtig mal eben so hingetippt, ohne viel Mühe? Dann gebe ich mir auch keine Mühe und gebe dieser Person jetzt keine Antwort.
41:11 Die Balance zwischen Rolle und Persönlichkeit
Jennifer Rolle: Du schlüpfst ja in deinen Videos wahrscheinlich relativ bewusst, nehme ich mal an, in so diese Rolle des Bookboyfriends mit Villentouch. Wie viel hat das mit deiner echten Persönlichkeit zu tun? Also Steffi Schwarze fragt hier zum Beispiel, was unterscheidet dich als Privatmensch von der Rolle Kevo Adler?
Kevo Adler: Naja, da gibt es ein paar Dinge und ein paar halt nicht. Mehr sag ich dazu nicht.
Jennifer Rolle: Sehr diplomatisch ausgedrückt.
Kevo Adler: Ja, also sorry Steffi, eine genauere Antwort kriegst du darauf nicht.
Jennifer Rolle: Und deine Videos, die könnte man ja fast schon in Thirst Traps manchmal zuordnen. Zumindest sind einige sehr sinnliche, die du aufnimmst. Ich nehme an, dass das auch eines der Erfolgskriterien ist. Schließlich, Sex Sells.
Kevo Adler: Das wirkt gerade so, als ob du dazu erstmal was sagen möchtest.
Jennifer Rolle: Meine Frage geht in eine andere Richtung. Ich hab mich nämlich gefragt, ob du keine Sorge hast, objektifiziert zu werden, sozusagen. Oder ob dir das schon mal passiert ist und ob du vielleicht sogar auch schon mal belästigt wurdest.
Kevo Adler: Es ist ein schmaler Grad. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber das war ein Stilmittel von mir, bewusst gewählt. Es sollte schon zeigen, welche Richtung das geht. Das war bei meinem allerersten Reel, was ich als Kevo gemacht habe, war das die Idee, ich habe ein Printexemplar in der Hand, ich könnte das jetzt lieb in die Kamera halten oder ich knalle es auf den Tisch, wie der Charakter in dem Buch das machen würde. Da habe ich dann gemerkt, ja, dann könnte der das Buch ja auch noch so streicheln. Und er könnte auch noch bestimmte Handbewegungen dazu machen, die man vielleicht aus anderen Situationen kennt. Und so ist dann daraus ein Stilmittel entstanden, wo ich dachte, ja, das zum einen, aber man muss auch gucken, wo es Schluss ist. Und ich habe auch mal überlegt, gebe ich mal ein Shooting und zeige mich vielleicht mal mit einem offenen Hemd oder so. Aber dann dachte ich mir, nee, dann geht es ja nicht mehr um den Sprecher. Und dann würde ich einen anderen Kurs einschlagen. Das sollte immer noch der Hauptaugenmerk bleiben.
Jennifer Rolle: Das heißt, ist dir das dann bisher gelungen, das auf der einen Seite, auf der für dich richtigen Seite zu halten? Oder sind da einige auch schon auf die falsche Fährte gekommen und haben dich blöd angemacht?
Kevo Adler: Es ist ganz selten vorgekommen. Es ist mal vorgekommen, aber sehr selten. Das kann ich an einer Hand abzählen, wo ich dachte, das wird jetzt komisch. Aber klar, ich glaube, Fantasien wird es geben. Aber sich dann nochmal wirklich mir das auch so spürbar rüberzubringen, das trauen sich dann glaube ich sehr, sehr wenige. Die wahren dann noch die Grenze.
44:40 Die Bedeutung der Maske in der Performance
Jennifer Rolle: Ich habe mir auch viele Gedanken gemacht über das Maskenthema. Du bist ja auch nicht der einzige, der sich hinter einer Maske versteckt. Ich habe mich gefragt, liegt das daran, dass man nicht dazu stehen mag, zu dem, was man da tut? Aber auf der anderen Seite, diese Maske, die unterstützt ja noch dieses ganze sinnliche und geheimnisvolle Element. Und auf der anderen Seite, Constanze Buttmann, könnt ihr auch mal nachgucken, die war auch bei mir im Interview, sagte auch, naja, es ist natürlich auch blöd, wenn man dann so festgelegt ist auf eine Schiene, weil da kriegt man auch nur noch Angebote dazu und hat nicht mehr die Breite des Spektrums, und da könnte eine Maske im Zweifel auch helfen, dass man ja auch noch einen anderen Namen hat, unter dem man dann auch andere Dinge machen kann. Was sind da für dich eigentlich die Gründe, mit einer Maske aufzutreten unter deinem Pseudonym?
Kevo Adler: Weil ich ja eben noch den Beruf des Schauspielers habe, der eben ja auch sehr von... Also da findet ja mein Beruf auch in einem öffentlichen Ort statt, wo viele Leute mich sehen. Und das sind aber teilweise andere Arten von Produktionen mit nochmal ganz anderen Verbindungen und Netzwerken, die mit Dark Romance nichts zu tun haben. Deswegen nenne ich es ja immer, dass es der Darkroom meines Berufes ist. Und so wie wenn man als Privatperson, man hat einen ganz normalen Job und geht ganz normal unmaskiert irgendwo hin. Aber was ist, wenn du dein Hobby hast und du gehst abends auf einen Maskenball oder du gehst auf eine bestimmte Art von Party, die auch in die sexuelle Richtung geht, und man trägt dort Masken, dann ist es einfach dein gutes Recht, das zu tun. Und dann hast du dort dein Privatleben und dort dein Safe Space. Und so ist es mit uns in diesem Beruf auch. Und das vielleicht ganz, ganz paar Leute kritisieren, die sagen, ja, der versteckt sich hinter der Maske. Ja, aber dann hast du das Prinzip nicht verstanden. Dann hast du es einfach nicht verstanden.
Jennifer Rolle: Darkishard fragt, was passiert, sobald du die Maske aufziehst, ist es wie eine Art Schutzmantel, den du überstreifst?
Kevo Adler: Ich sehe es gar nicht als Schutz, das ist eher eine Art Kostüm. Macht was mit mir. Das heißt, du kommst in eine andere Haltung, du kommst in einen anderen, ja, sagt man, Habitus. Und dann bewegt sich... Ich bewege mich dann anders, ich verhalte mich dann anders, ich bin einfach dann Kevo.
48:30 Die Entscheidung zwischen Pseudonym und echtem Namen
Jennifer Rolle: Ich habe hierzu noch ein paar ganz lustige Fragen eingesammelt. Aline schreibt, hast du schon einmal Menschen als Kevo Adler auf deinen Live-Veranstaltungen getroffen, die du privat kennst, ohne dass sie dich erkannt hätten?
Kevo Adler: Nein, das wäre zu schön gewesen. Das hatte ich tatsächlich noch nicht.
Jennifer Rolle: Excess nehme ich mal an. Wenn du privat ohne Maske unterwegs bist, erwischst du dich manchmal, die Leute über Kevo auszufragen, nur um zu hören, wie viel sie über dich wissen? Das heißt, die wissen gar nicht, wer du wirklich bist.
Kevo Adler: Das hast du noch nicht gemacht. So bekannt, dass das mal...
Jennifer Rolle: Ich habe gesehen, du hast ganz viele Bücher unter Kevo Adler gemacht, aber du hast durchaus auch viele unter deinem richtigen Namen gemacht, und da waren aber auch ein paar, so wie es vom Cover her aussah, auch ein paar Romances oder vielleicht sogar Dark Romances. Wonach entscheidest du, was du unter welchem Namen machst?
Kevo Adler: Die Autorin, der Autor vielleicht schon vorher beschrieben hat, welche Kolleginnen und Kollegen das eingesprochen haben, ob sie das auch unter ihrem Pseudonym eingesprochen haben oder nicht. Daran kann man sich natürlich auch richten.
Jennifer Rolle: Weiß man das immer? Sorry, wenn ich dazwischen spreche.
Kevo Adler: Weiß man nicht immer. Wahrscheinlich wird man ja auch teilweise gleichzeitig dann angefragt. Also wenn da drei Rollen zu vergeben sind, dann weiß man ja gar nicht, wie die anderen darauf antworten.
Jennifer Rolle: Ja, das kann eben auch sein.
Kevo Adler: Das weiß man nicht so ganz. Man muss dann einfach wirklich fragen, wie hoch ist der Spicegrad und welche bestimmten Wörter kommen drin vor, die eher zur vulgären Sprache gehören. Also wie oft und mit welcher Frequenz, wo man dann wirklich sagt, auch wenn das Cover ganz süß aussieht, aber wenn da zu oft irgendwelche Worte drin vorkommen, die eher ins Schlafzimmer gehören, dann denkt man sich, okay, dann wird das eher ein Kevo-Buch.
Jennifer Rolle: Also das heißt, Kevo Adler ist reserviert, oder das Hauptunterscheidungskriterium ist...
Kevo Adler: Ja, Spicegrad, auch eben, wenn es wirklich viele Dark-Romances sind, dann auch noch mit Thriller-Elementen und fast schon Action-Elementen versehen, mit Mord und Totschlag und Folter und allem drum und dran, dann geht es wirklich in die darke Richtung, das hat nichts mehr mit meinem Klarnamen zu tun.
50:29 Private Lesevorlieben und Gedanken zu Dark Romance
Jennifer Rolle: Liest du eigentlich auch privat? Und wenn ja, was liest du denn da? Also wenn du überhaupt noch dazu kommst oder überhaupt noch Lust hast, privat irgendwas zu lesen.
Kevo Adler: Da komme ich tatsächlich noch sehr, sehr wenig zu. Gebe ich ganz ehrlich zu. Also es gibt dann, wenn, nur noch gewisse Zeitschriften, die ich lese, aber ein ganzes Buch ganz, ganz selten. Da müsste ich schon mal irgendwie zwei Wochen am Stück Urlaub haben, und die hatte ich auch schon lange nicht mehr.
Jennifer Rolle: Das ist aber hart. Nicht mal zwei Wochen Urlaub.
Kevo Adler: Ich nehme hier und da schon viele Tage frei. Wir sind ja immer so Kurztrips.
Jennifer Rolle: Was ja auch alle immer sehr interessiert, ist die Frage, was denkst du eigentlich über das, was du liest? Also wenn ich mal so reingucke, du bist ja wirklich gebucht auf die durchgeknalltesten und die spiciesten Bücher, die so erscheinen. Ich weiß gar nicht, ob du überhaupt jemals das ganze Spektrum von Romance kennengelernt hast, aber zumindest bist du sehr stark auf diese Art von Büchern offensichtlich gebucht. Die Frage ist, was denkst du eigentlich über das, was du da liest?
Kevo Adler: Ich finde, es ist immer noch ein Genre, ein bestimmter Geschmack, der für irgendwelche ansprechend ist. Da bleibt dann erstmal, wenn ich das als Kevo lese, bleibt mein persönlicher Geschmack da raus. Das heißt, ich habe einen Charakter und ich denke mir, okay, wie kann ich den jetzt glaubwürdig rüberbringen, einsprechen, und ich nehme dieses Buch immer ernst. Jedes Buch nehme ich ernst. Dann entdecke ich, auch wenn das vielleicht hier und da nicht meinem Geschmack entspricht, entdecke ich aber Dinge, wo ich denke, das ist interessant, wie mein Charakter könnte jetzt so ticken, warum macht er das jetzt das und das. Ich analysiere und denke dann nicht, was für ein Schrott oder so. Ich finde es schade, wenn Leute so in Schubladen denken, finde ich sehr schade. Gib dem Buch doch eine Chance. Und warum ist dieses Buch dort, wo es jetzt ist? Weil es vielleicht Grenzen überschritten hat, weil es vielleicht für Empörung gesorgt hat. Ja, dann hat es auch sein Recht, dort oben zu sein oder einen bestimmten Bekanntheitsgrad zu haben. Und das bewerte ich dann nicht. Nee, das mache ich nicht.
Jennifer Rolle: TJ Morusi's Autoren fragt, als Frau findet man die weiblichen Charaktere von manchen männlichen Autoren ungeschickt geschrieben. Wie empfindest du da die männlichen Charaktere, die von Frauen geschrieben worden sind? Findest du sie meist empathisch und realistisch geschrieben, oder bist du eher Charakteren begegnet, die vollkommen unrealistisch waren, oder hat dich das dargestellte Männerbild schon mal gestört?
Kevo Adler: Es gibt gewisse Figurenzeichnungen von männlichen Protas, die sich schon wiederholen. Wo man denkt, habe ich schon mal so eingesprochen, habe ich schon mal so gelesen. Und es folgt oft dem gleichen Muster: harte Schale, weicher Kern. Die Frau trifft den weichen Kern, trifft genau da den Punkt und auf einmal brechen die...
Jennifer Rolle: Sie schafft es, ihn zu knacken.
Kevo Adler: Ja. Und dann denkt man sich so, okay, es gibt aber solche und solche Männer, es gibt welche, die haben eben nicht so eine Tiefe, und es gibt schon welche, die sind komplexer. Wo man denkt, na, das könnte man nochmal etwas differenzierter darstellen. Aber alles in allem ist das schon okay.
Jennifer Rolle: Aber wahrscheinlich ist es auch langweilig, einen Mann ohne Tiefe in so einem Buch zu verarbeiten, der relativ schnell auserzählt ist. Nur, es wäre interessant zu wissen, mal diese harte Schale wegzulassen, von Anfang an offen seine Gefühle zu zeigen, was ist dann möglich.
Kevo Adler: Obwohl solche Geschichten gibt es auch. Vielleicht nicht unbedingt im Dark-Romance-Genre, aber davon gibt es ja auch eine ganze Menge, die ja so den Golden Retriever-Typen als Hauptcharakter haben. Aber an dem kommst du vielleicht nicht so viel vorbei, das kann natürlich ab und zu schon. Mir fallen da jetzt auch ein paar Bücher ein, wo das schön geschrieben wird.
55:16 Die Freude an spicy Szenen und deren Bedeutung
Jennifer Rolle: Jetzt die obligatorische Frage natürlich. Wie fühlt es sich an, spicy Szenen vorzulesen, Dinge auszusprechen, die andere nicht mal denken, sich zu denken wagen? Und Dini Dark fragt insbesondere im Hinblick darauf, auf weibliche Fantasien, wie du damit umgehst, wie sich das anfühlt.
Kevo Adler: Das fühlt sich gut an. Das macht Spaß. Das macht Spaß, ja, weil ich dann irgendwann gemerkt habe, da entstehen schöne Bilder, also nicht nur für mich, sondern eben auch für die, die es dann hören. Und wenn es gut und sinnlich geschrieben ist, dann macht mir das auch Spaß, das einzusprechen und alle Sätze zu genießen und dem Raum zu geben und Sinnlichkeit, den ganzen Raum für Sinnlichkeit zu geben. Das ist schön. Es ist einfach schön. Das macht Spaß. Sich dann davon wegzu..., das wäre so schade. Das wäre so schade. Manche machen den Job gefühlt, um Geld zu verdienen.
Jennifer Rolle: Ja, und das hört man aber eben leider auch raus.
Kevo Adler: Klar, ich verdiene damit auch mein Geld. Aber wenn ich schon Spaß daran habe, dann kann man das ja auch hörbar machen.
Jennifer Rolle: Cool. Dann ist die nächste Frage, bin ich mal gespannt, was du darauf sagst. Lotus Wampus fragt, gab es auch Sätze, die du nicht wie im Skript stehend eingesprochen hast oder die du nicht vorlesen wolltest?
Kevo Adler: Das darf man auch nicht oder weiteres. Weil alle unsere Hörbücher werden ja auch noch mal Korrektur gehört. Dann wird halt auch drauf hingewiesen, da hast du uns das vergessen, du hast den vollen komplett falsch eingesprochen. Da grätscht man dann ja irgendwann in die Arbeit des Autors, der Autorin ein. Das geht halt nicht. Das Wort ist geschrieben, es wurde bestenfalls auch lektoriert und eben kontrollgelesen, und wenn das dann immer noch da steht, dann hast du es so einzusprechen. Dann musst du den Satz irgendwie so für dich passend einsprechen, dass du denkst, okay, so kann man ihn jetzt stehen lassen.
57:44 Einfluss von Büchern auf das persönliche Leben
Jennifer Rolle: So, und einige Fragen gingen auch dahin, ob die Bücher irgendwas in dir verändert haben. Ich will jetzt nicht alle im Detail vorlesen, ich nehme mal an, dass das auch so ist, dass diese, hinter dieser Frage, so die eigene Erfahrung steht, dass diese Bücher was in einem selber verändert und bewegt haben. Das ist wahrscheinlich die Frage jetzt an dich zurück, zu gucken, ob das bei einem Mann auch so funktioniert wie bei einer Frau. Also zum Beispiel die Frage, hat sich deine Sicht auf Frauen und ihre Wünsche verändert, oder hat sich die Erwartung an Männer, die praktisch in den Büchern ja direkt oder indirekt Ausdruck verliehen wird, ob das was in deiner Sicht auf dich selbst verändert hat. Hast du irgendwas mit ins Privatleben genommen? Vom Bett bis hin zum Blumen mitbringen. Ist da irgendwas dabei gewesen, wo du sagst, ja, das habe ich mir mitgenommen, angenommen, umgesetzt, ausprobiert?
Kevo Adler: Ja, schon. Die Dinge, die du aufgezählt hast, das sind also alle, alle Lebensbereiche, die du angesprochen hast, konnte ich hier und da auch was mit ins Privatleben nehmen. Es ist gar nicht mal so detailliert zu sagen, aber es gibt auch gewisse Momente, wo ich dachte, so eine Situation hatte ich auch schon mal privat, rein von der Love Story her oder einen Konflikt, den diese Figur hat. Klar, wenn es dann auch an die Spice-Szenen geht und sich manche Dinge wiederholen in manchen Büchern, denkt man sich, sollte ich vielleicht auch mal ausprobieren. Vielleicht ist da was dran.
Jennifer Rolle: Wobei ja vieles utopisch ist, vieles kann man anatomisch ja häufig gar nicht.
Kevo Adler: Nein, es gibt natürlich gewisse Dinge, man denkt, ach, come on, das muss jetzt nicht immer der riesengroße Schwanz sein und sowas, das ist so, naja, das ist...
Jennifer Rolle: Das ist dann schon sehr plakativ dargestellt.
Kevo Adler: Nein, es gibt wirklich gewisse Praktiken, die kommen immer wieder vor. Das ist eine bestimmte Herangehensweise. Man denkt, okay, ich erkenne nur ein Muster.
Jennifer Rolle: Spannend. Jenseits von den Spice-Szenen sind viele der Bücher auch hoch emotional. Und ich habe mich gefragt, wie das ist, so etwas zu lesen. Also hast du da in dem Moment genug Abstand zu dem Text, oder nimmt dich sowas dann auch manchmal mit?
01:00:17 Emotionale Resonanz beim Lesen
Kevo Adler: Wenn ich richtig ins Gefühl komme, dann nimmt mich das auch mal mit. Aber es ist schön, darin zu baden, dieser Emotion und in diesem Gefühl. Weil ich mir denke, es ist toll, dass Schwarz auf Weiß etwas Geschriebenes so etwas auslöst. Ich mich dann so hineinversetze in diese Situation, ich denke, wow, jetzt fängt es ja an zu flattern und meine Stimme wird brüchig, und ich entdecke diese Wut oder diese Sehnsucht darin, die mir toll ist. Es ist einfach toll, dass man das so nochmal erleben kann.
01:01:20 Die Rolle der Geschlechter im Hörbuchmarkt
Jennifer Rolle: Wenn man jetzt noch auf den Markt guckt, sind Männer ja so eher die Stars in der Hörbuchszene, während die Frauen so bisschen nebenher mitlaufen. Wie erlebst du das?
Kevo Adler: Manche finden es schade, manche Kolleginnen, die würden gerne mehr Aufmerksamkeit bekommen, aber ich glaube, da meine ich auch, Conny aus deinem Interview rausgehört zu haben, die ist damit auch ganz froh, ist ganz zufrieden damit. Und das kann ich auch verstehen. Sie hat ja eben auch mich namentlich einmal genannt, dass sie dann eben sagte, vielleicht ist eben er mit der Marke auch manchmal, vielleicht ist für ihn auch nicht nur Segen, sondern auch manchmal Fluch. Ich finde schon, es hat wirklich 90 Prozent ist es Segen, aber zehn Prozent ist dann auch mal Fluch. Und das sind so gewisse Sachen, wo ich aber dachte, ja, aber das ist auch eine Entscheidung von mir, den Auftritt so zu wählen und die Bücher so hinzuknallen und eine gewisse Sinnlichkeit darzustellen und anzudeuten, dass ich natürlich dann auch denke, ja, dann habe ich, das habe ich nun auch mal eben davon, wenn es dann mal jemand gibt, der grenzüberschreitend mir gegenüber wird, oder was auch dann gerne noch mal vorkommt, dass ich Hörbuchanfragen kriege, wo ich denke, das ist gar nicht spicy, aber die wollen meinen Namen und meine Reichweite haben. Wo ich dann sage, naja gut, aber...
Jennifer Rolle: Nee. Ach was? Nur ein Ausnutzen?
Kevo Adler: Ach was? Die denken jetzt natürlich, der kratzt an die 11.000 Follower, da könnte ich ja mein Buch mitbewerben, und wir wollen ausschließlich, wir wollen die Marke Kevo Adler haben. Ich denke, aha, so, daher geht der Wind. Und was ist denn mit meinem richtigen Namen? Der liest ja genauso gut.
Jennifer Rolle: Das heißt, du liest als Kevo Adler keine Bücher, die nicht spicy sind?
Kevo Adler: Naja, sie... Ja, kann man so sagen. Es kommt ab und zu mal vor... Das war schon mal bei einem Buch, weil es ein Verlag ist, wo ich sonst sehr viele Dark Romances gelesen habe. Das wäre dann nicht so schlau, da ein Buch mit meinem Klarnamen zu lesen. Aber ja klar, ist ja, wie gesagt, Kevo Adler ist dafür da, darkere Bücher einzusprechen. Und die, die jetzt, sag ich mal, nicht so dark sind, die mehr ins Licht in der bunten Welt sind, die würde ich dann gerne unter meinem Klarnamen lesen.
Jennifer Rolle: Ah, okay. Verstehe. Wie hattest du es vorher verstanden? Nee, ich hätte es eher umgekehrt gedacht, dass du sagst, alles was spicy ist, geht unter Kevo Adler, aber ich hätte nicht gedacht, dass das auch ein Ausschlusskriterium in die andere Richtung ist. Das hätte ich nicht gedacht.
Kevo Adler: Also ich habe auch schon Spicy Bücher unter meinem Klarnamen gesprochen, aber es gibt dann einfach diese gewisse Grenze, wo man denkt, oder man guckt aufs Cover und denkt, ist doch eine Sports-Romance, wenn da ein Typ mit einem Waschbrettbauch drauf ist. Zum Glück wird das immer weniger. Aber dann denke ich mir lieber, bin ich erst, dann ist das eher ein Kevo-Buch.
Jennifer Rolle: Diese Diskussion mit dem Buchcover und dass das immer weniger wird mit den nackten Männer-Oberkörpern, diese Diskussion hatte ich auch mit einer Buchcover-Designerin, die bei mir hier im Vodcast war, mit der Jenn Schattmeier. Und ein paar Folgen später war Mia Rosé bei mir zu Gast, die sagte, ja, sie ist wieder dahin zurückgekehrt, zumindest als E-Book funktionieren die deutlich besser oder messbar besser als andere Cover.
Kevo Adler: Ja, weil man sofort sieht, ok, daran geht es zur Sache. Und es hat einfach gar nichts mit dem Buch an sich zu tun. Ganz selten. Es ist das Signal, warum geht es in dem Buch, was kann man da erwarten? Ist es eine Romance? Ist es spicy? Ist es hetero? Meistens wird dann ja auch deutlich, ob es hetero ist oder nicht, das merkt man ja schon direkt an den Bildern.
Kevo Adler: Aber ja, auf die Frage zurückzukommen, mit diesem Namen und der Maske. Alles in allem finde ich, bin ich sehr happy mit allem, so wie es läuft. Und es ist 90 % Segen, 10 % Fluch. Und das, jetzt, das kam jetzt aber auch wirklich nur vereinzelt vor, ja, aber ich möchte den Namen Kevo Adler haben und nicht die Stimme von dem Menschen dahinter. Dann muss ich da sagen, Moment, das geht dann aber in eine falsche Richtung. Es geht eben nicht um meine Reichweite.
Jennifer Rolle: Ja, wobei das ja bestimmt auch für dich ein gutes Marketinginstrument ist. Sonst wäre Bloom Stories vielleicht niemals auf dich zugekommen, oder?
Kevo Adler: Ja, aber Bloom Stories ist eben ja auch spicy. Das passt dann auch. Wenn es aber nicht passt und das ein ganz anderes Genre ist, dann würde ich es gerne unter meinem Klarnamen haben. Da muss ich dann wirklich darauf bestehen, was ist der Ursprung.
Jennifer Rolle: Also das heißt, du willst diese Marke auch sauber halten?
Kevo Adler: Sauber, unsauber. Genau.
Jennifer Rolle: Schön gesagt. Ja, und der nächste Trend, wir hatten es schon, als wir vorhin über das Thema Verträge gesprochen haben, der Trend zu KI-Lesungen. Da fragte Darkpages bei Vanny, was denkst du über den Trend zu KI-Lesungen?
Kevo Adler: Ja, nicht viel.
Jennifer Rolle: Du denkst nicht viel, oder du hältst nicht viel?
Kevo Adler: Ich halte nicht viel davon. Wir müssen da einfach echt höllisch aufpassen, dass wir nicht davon ersetzt werden. Was ich mir natürlich vorstellen kann und was gut funktioniert, ist, dass KI uns helfen kann, unterstützen kann. ChatGPT hilft uns in gewissen Dingen auch. Man kann damit gute Promotion machen, kann damit auch tolle KI-Videos machen. Aber da muss man auch gucken, welche Grafikdesigner kriegen dadurch jetzt Existenzängste. Und wenn es wirklich auf ein natürliches Organ basiert, unsere Stimme ist etwas aus Fleisch und Blut, das wird durch eine Stimme ersetzt, dann denke ich mir, jetzt wird es gefährlich. Das darf es nicht ersetzen. Man kann mit KI coole kleine Basteleien machen, aber es sollte immer noch wahre Kunst aus Fleisch und Blut geben. Da gab es neulich eine schöne Kampagne, da sind die Leute Blutspenden gegangen zum Thema Streit mit dem großen Streaming-Anbieter in der Synchronbranche. Und die sagen hier, ich kann Blutspenden, das kann eine KI nicht. Das war einfach nur so, wo du denkst, ja, stimmt. Wir stellen etwas, wir berühren Menschen, und das macht eine Maschine nicht, und die bedankt sich auch nicht und sagt, cool, toll, jetzt hatte ich wieder eine tolle Lesung, das ist dieser KI scheißegal. Und das darf keine Existenzen zerstören. Wir können sie vielleicht mal mitnehmen in unsere Toolbox und hier und da verwenden. Das darf es nicht ersetzen. Das darf es nicht.
01:07:01 Die Zukunft der KI im Hörbuchbereich
Jennifer Rolle: Wurde dir schon mal ein Angebot gemacht, eine KI zu trainieren mit deiner Stimme?
Kevo Adler: Nee, aber ich bin in Gruppen, wo viele andere dann solche E-Mails bekommen und die dann auch uns das direkt weiterleiten, von denen, Achtung, die Firma, Achtung, die Firma, und die versuchen uns alle mit irgendwelchen versteckten Verträgen zu linken.
Jennifer Rolle: Ja, alle sehr, sehr, die passen alle sehr gut auf da draußen.
Kevo Adler: Dadurch, dass ich ja wirklich bisher nur als Hörbuch-Sprecher arbeite, weiß ich, mit welchen Hörbuchproduktionen ich arbeite und wo da in einer Klausel drin steht, auf gar keinen Fall wird diese Stimme für KI-Schulungszwecke weitergegeben. Aber klar ist es, mein Arbeiten und auch diese wenige Freizeit, die ich habe, und dass ich so viel mache, ist auch daher, dass ich schon diese Denke habe, wo bin ich in zwei Jahren? Das ist aber generell die Denke als Künstler, Schauspieler. Du kannst nie weit im Voraus planen. Wenn ich jetzt zum Beispiel, also einer meiner besten Freunde, ist Mediziner und der wird Arzt. Und der wird irgendwann eine Praxis haben und der wird immer Arbeit haben. Das steht einfach fest. Nur wir Künstlerinnen und Künstler in allen Branchen haben gerade Schiss. Ich merke das richtig.
01:12:01 Die Unsicherheiten des Künstlerlebens
Kevo Adler: Und dann bin ich schon gerade mit so einer Einstellung da, du nimmst alles, was du kriegen kannst, für eventuell schlechte Zeiten. Ruh dich nicht darauf aus, lehne dich nicht zurück, mach was du machen kannst und schau, dass du irgendwie deine Schäfchen ins Trockene bringst, dass du dir ein finanzielles Polster anlegst, dass du kreativ bleibst, andere Ideen. Ich lehne mich nicht zurück, weil die Denke ist schon da. Das sind aber auch viele Faktoren. Seit ich Schauspieler geworden bin, gab es eigentlich immer im Weltgeschehen einschneidende Ereignisse. Corona, dann Ukrainekrieg, explodierende Spritpreise, Inflation, dann diese KI, und immer wieder ist es ständig was los, wo du denkst, boah. Und man muss sich als einzelner Künstler echt den Arsch aufreißen, irgendwie so durchzukommen. Und dann sehe ich mir so alte Filme aus den 80ern an, und ich denke mir so, denen ging es echt gut. Denen ging es echt gut. Sowohl im deutschen Fernsehen als auch im amerikanischen Fernsehen. Da hieß es immer, ja, das war eine geile Zeit. Ich sehe es irgendwo nicht. Wir müssen immer mehr ackern für immer weniger Geld, gerade im künstlerischen Bereich. Und es wird immer mehr gedrückt. Also die Preise werden gedrückt, und die Medien, Social Media, macht ja auch klar, macht uns vieles möglich, macht aber auch vieles kaputt. Das ist der Markt, weil früher gab es eben nur das Medium Zeitung, Fernsehen. Es gab dann noch Plakat. Und wenn man für eine Werbung gebucht wurde, dann hat man richtig Kohle dafür gekriegt. Mittlerweile buchst du eine Werbung und denkst dir, das reicht dann für, weiß ich nicht, für ein paar Wochen das Geld, was ich da kriege. Aber dafür hat man teilweise ein Jahr leben können. Diese Verhältnisse sind einfach, das Angebot ist überschwemmt, und es gibt dann immer wieder irgendeinen, der mit seinem Smartphone das schneller dreht und trotzdem Werbung macht und Reichweite erzielt. Das macht eben auch die ganze Dynamik, die verändert sich. Und deswegen, es ist immer Angst, Angst, Angst, Angst, Angst, Angst, überall.
Jennifer Rolle: Naja, wir leben in sehr disruptiven Zeiten, wo permanent irgendwelche Überraschungen passieren und ungeahnte Veränderungen passieren, an die man sich dann anpassen muss, und was dann normal, ganz normal mit Ängsten einhergeht, keine Frage. Und gleichzeitig entstehen aber auch immer wieder Chancen. Also wenn man sich überlegt, dass es früher eine gewisse Künstler-Elite gab, in die man ja kaum reingekommen ist, weil man abhängig war von Plattenfirmen oder von irgendwelchen großen Firmen, die einen entdecken und mit aufnehmen, kannst du heute deinen eigenen Account machen und deinen eigenen Follower gewinnen und selber dein Marketing machen. Und bist da unabhängig von solchen Sachen und hast mehr in der Hand.
Kevo Adler: Habe ja Social Media jetzt eben genau das zu verdanken, sonst würde ich auch hier nicht sitzen und mit dir reden.
Jennifer Rolle: Absolut. Das heißt, du musst immer, es ist wie, ja, so ein Hindernislauf. Man muss immer höllisch aufpassen, wo geht man hin und was könnte Gefahr sein und was nicht. Und ich glaube, früher gab es nicht so viele hektische Hindernisse. Es war alles bisschen langsamer. Und man konnte sich länger auf gewisse Dinge einstellen. Hier geht alles so rasend schnell, ist so irre schnell.
Kevo Adler: Absolut. Aber du schmiedest das Eisen jetzt so lange, wie es heiß ist.
Jennifer Rolle: Das macht absolut Sinn. Weil man nicht weiß, wie sich das jetzt weiterentwickelt.
Jennifer Rolle: Ja, ich gucke mal auf die Zeit. Wir sind schon eine ganze Weile hier unterwegs in unserem Gespräch. Vielleicht kommen wir so langsam mal in die Endrunde von allen Büchern, die du so gelesen hast. Ist da eins, zwei dabei, die du uns besonders ans Herz legen kannst?
01:15:14 Empfehlungen für Bücher und Charaktere
Kevo Adler: Ja, also ich kann die Russian Blood Reihe von Don Both und Maria O'Hara sehr empfehlen. Das ist eine Quadrilogie, hat sich einfach sehr, sehr viel, die hat eine Welt eröffnet, und ich bin ja erst später in dieses ganze Universum rein. Das gibt es ja schon vorher, und es geht über mehrere Dekaden, und jetzt darf ich auch wieder Teil einer Trilogie sein, wo es um den Bruder meines Charakters aus Russian Blood geht, und das sind so schöne Figurenzeichnungen, und da tauche ich immer richtig in die Charaktere ein. Also an die beiden wirklich einen großen Dank, dass die auf meine Stimme bauen.
Jennifer Rolle: Wobei schön ist was anderes, die Charaktere sind schon ziemlich heftig, die sie da... ja, ja.
Kevo Adler: Heftig, aber ich meine schön im Sinn davon, sie geben mir so viel Spielpotenzial.
Jennifer Rolle: Das glaube ich, das glaube ich absolut.
Kevo Adler: Auch die Babylon Reihe war jetzt toll, da war es eben auch im Duett gelesen, da hatte ich aber dann einen etwas kleineren Part, nicht den Hauptpart, den hatte mein lieber Kollege Till Beck dann, der hat auch mehrere Charaktere gesprochen, die er sprechen durfte. Ja, das, also die Russian Blood Reihe und jetzt auch eben die nächste, die kommen wird, die Trilogie, die wird jetzt bald bekannt gegeben. Ist wirklich toll. Dann gibt es einfach gewisse Specials, die für mich sehr prägend waren. Little Stranger und Little Liar von Leigh Rivers.
Jennifer Rolle: Da habe ich mich noch nicht rangetraut, muss ich sagen.
Kevo Adler: Das kann ich verstehen. Da kann man auch sagen, das ist jetzt vielleicht werbetechnisch nicht ganz schlau, aber Little Stranger ist eher aus der Sicht von ihr, von Olivia, und Little Liar eher aus dem Leben von Malachi, meinem Charakter. In dem habe ich zum Beispiel eine ganz andere Stimme gegeben. Da habe ich mich auch was getraut, wo man denkt, das könnte nicht jedem gefallen, vielleicht dachten die Leute, die erwarten jetzt Kevo mit seiner warmen, tiefen Stimme, aber ich habe, ich kann es gar nicht beschreiben, der Charakter war so weit weg von mir persönlich, dass ich denke, ich gebe eine ganz andere Stimme, und ich haue jetzt mal so richtig auf die Kacke. Hat aber eigentlich ganz gut funktioniert. Also die Rezensionen sind schon ganz wohlwollend und positiv ausgefallen, und eher auch so von wegen, wow, Kevo kann auch mal ganz anders. Bei Little Liar ist es eben auch noch so, dass ich den in unterschiedlichen Altersstufen gesprochen habe, was auch noch mal extrem anspruchsvoll, aber auch super viel Spaß gemacht hat. Ja, also das war auch eins der Highlights. Dann habe ich Bookboyfriend auch gerne gelesen, jetzt kommt auch bald der zweite Teil raus, da fand ich einfach diesen Charakter von...
Jennifer Rolle: Freya Miles, oder welches Bookboyfriend?
Kevo Adler: Dana Jai. Genau, da kommt jetzt auch bald der zweite Teil, und die hat einfach eine gewisse Art zu schreiben, und sie traut sich, ein schonungsloses Finale zu geben, ein tragisches Finale, das nicht immer Happy End ist.
Jennifer Rolle: Oha, dann sind wir aber schon raus aus dem Romance-Bereich. Weil Romance bedeutet Happy End letztendlich.
Kevo Adler: Ja. Und trotzdem kann aber eine Romance auch mal sehr, sehr... Und dass man sich eben so toll an ihrer Art, wie sie schreibt.
Jennifer Rolle: Und hast du unter den Büchern vielleicht, das muss ja auch nicht eins von den empfohlenen Büchern jetzt sein, aber Sarah ih86 fragt, hast du einen absoluten Lieblingscharakter unter denen, die du gelesen hast?
Kevo Adler: Ich will nicht einen wirklich jetzt aufs Treppchen stellen, aber es sind eben genau solche Charaktere, wo man denkt, die bleiben haften, die ich jetzt so gerade genannt habe zum Beispiel. Aber ich bin nicht der eine, nein.
01:19:52 Zukünftige Projekte und Live-Auftritte
Jennifer Rolle: Gibt es denn noch Genres oder Tätigkeiten, in denen du dich gerne ausprobieren würdest? Wie zum Beispiel so Synchronsprechen. Ich weiß nicht, vielleicht ist das ja auch ein Traum, auch wenn du es noch nicht tust.
Kevo Adler: Ich würde gerne in den Synchronbereich reinschauen, auf jeden Fall. Und gucken, was mir das so bringt und gibt, wenn sich das ergibt, ja. Aber dazu müsste ich dann auch die Zeit so haben.
Jennifer Rolle: Nee, das kann ich gar nicht sagen. Nee, das sagt sie nicht. Nee, was mein großer Reiz ist, möchte ich gar nicht laut aussprechen. Das ist eher so ein Traum, den behalte ich...
Jennifer Rolle: Hast du Angst, es zu beschreiben?
Kevo Adler: Ja, tatsächlich. Und weil es auch so bisschen in der Planung ist. Nee, da halte ich mich noch zurück. Also ansonsten wäre es natürlich toll, mal auch ein Krimi zu lesen, einen reinen Thriller zu lesen. Es gibt noch ein paar Genres, die sind auch unberührt.
Jennifer Rolle: Magst du denn schon verraten, woran du gerade arbeitest? Frag Julchen, was wir jetzt in nächster Zeit von dir erwarten dürfen. Bei den Hörbüchern.
Kevo Adler: Das geht ja, ja, es geht gerade zum Glück Schlag auf Schlag. Das ist eben einmal die neue Trilogie von Don Both und Maria O'Hara. Kommt jetzt bald raus, Red Light, und danach auch noch die zwei Folgebände. Ich bin hier gerade in Hamburg zu Aufnahmen für ein Buch von Bianca Mov. Das kommt bald raus. Es gibt so ein paar große Titel, aber manche Namen kann ich auch noch gar nicht nennen. Aber es gibt immer wieder spannende Titel.
Jennifer Rolle: Und Julchen wüsste auch gerne, ob es noch mehr Live-Auftritte von dir geben wird und ob auch mal was hier im Norden sein wird. Also hier in Hamburg.
Kevo Adler: Werde ich Ende März sein. Zweimal sogar.
Jennifer Rolle: Echt? War so gut gebucht?
Kevo Adler: Ja, scheint so. Das heißt, wir kommen am 27.3., den Freitag, auch den 29. März. Das Dark Romance Event. Das ist die Dark Romance Night.
Jennifer Rolle: Dark Romance Night. Ja. Okay. Und dann auch die Frage, wird es mehr Merch von dir geben? Echte Fans hier.
Kevo Adler: Kann gut angehen. Ja.
01:23:04 Wie kann man dir folgen?
Jennifer Rolle: Dann, bevor ich nicht länger... gibt es noch eine sehr spezielle Frage von Dana Lies, und zwar, kann man Aufnahmen von dir verfassen lassen, um sie zum Beispiel seiner Freundin zu schenken zum Geburtstag?
Kevo Adler: Ja, kann man. Einfach anschreiben.
Jennifer Rolle: Einfach anschreiben. Das wäre jetzt genau die Frage, wie und wo kann man dir anschreiben. Ich habe mal gegoogelt, aber ich habe keine Website von dir gefunden, weder unter deinem Künstlernamen noch unter deinem Klarnamen.
Kevo Adler: Das hat sich ja einfach, ich bin nicht dazu gekommen, das mal richtig aufzuziehen, weil es ging ja so auch irgendwie gut weiter los. Weil die Hörbuchproduktionen haben mich ja gelistet unter meinem Klarnamen. Und die wissen ja, wie das Hörbuchgeschäft funktioniert. Das heißt, die schreiben mich dann an unter meinem Klarnamen, da habe ich meine E-Mail-Adresse. Und dann sagen die eben, möchtest du das unter Pseudonym sprechen oder nicht? So funktioniert es normal. Und deswegen bin ich bisher nicht dazu gekommen, eine eigene Website zu erstellen, weil das alles über Social Media ohnehin schon läuft.
Jennifer Rolle: Das heißt, man könnte dich dann nur unter deinen Social Media Accounts erreichen im Moment, so eine E-Mail-Adresse von dir kennt man ja dann irgendwie nicht.
Kevo Adler: Ja, das ist richtig. Und bisher hat es auch zum Glück so funktioniert, dass dann eben auch Hörbuchproduktionen, die dann mit mir zusammenarbeiten wollten, sich bei mir gemeldet haben, oder auch im Kollegenkreis mal nachgefragt haben, wer ist denn das? Dann haben die mich wiederum gefragt, die Produktion möchte mit dir zusammenarbeiten, dürfen die deine Handynummer haben? Ich sag, ja, klar. Also es hat immer irgendwie so geklappt. Aber ja, das ist eins dieser To-Dos, die ich dann auch auf meiner Liste habe, wo ich nicht zukomme, dann auch einfach mal eine Domain anzulegen und zu sagen, komm, jetzt machen wir mal.
Jennifer Rolle: Also, Dana-Lies, wenn du eine Aufnahme mit Kevos Stimme für deine Freundin als Geschenk haben willst, dann geh den Weg über Social Media per Direct Message.
Kevo Adler: Genau, weil ich antworte, ja. Das haben wir heute festgestellt. Ich weiß gar nicht, ob das so schlau ist, das hier so laut zu sagen, nicht dass du jetzt eine Flut von Anfragen und Nachrichten bekommst.
Jennifer Rolle: Schauen wir mal. Gut, sind wir langsam am Ende. Ich danke dir ganz, ganz herzlich für deine Zeit und dass du dich auf den Weg hierher gemacht hast und offene Antworten gegeben hast vor allem.
Kevo Adler: An euch da draußen, dieser Vodcast erscheint alle zwei Wochen. Abonniert gerne diesen Kanal, dann bekommt ihr einen Ping, wenn die nächste Folge wieder online geht. Hinterlasst für diese Folge gerne auch einen Daumen hoch. Ich denke, das haben wir uns hier verdient. Und ansonsten kann ich nur sagen, bis zum nächsten Mal. Ich freue mich. Also, bis dann.
*Wenn du das Buch kaufen möchtest, wäre ich dir sehr dankbar, wenn du das über einen der Affiliate Links tust. Dann erhalte ich ein paar Cent Provision. – Für dich ändert sich nichts, aber du unterstützt damit meine Arbeit.