Links Till Beck, rechts Jennifer Rolle, mittig der Titel "Der Mann hinter deinen Bookboyfriends spricht endlich"

29: Till Beck - die Stimme von Deutschlands beliebtesten Bookboyfriends

Wer Romance-Hörbücher liebt, kennt seine Stimme: Till Beck hat über 250 Hörbücher eingesprochen und gilt für viele Leserinnen als der ultimative Bookboyfriend unter den Hörbuchsprechern. Bei Passion and Words gibt er sein erstes großes Interview und spricht über seinen Weg vom Schauspieler zum Hörbuchsprecher, die Entstehung seines Pseudonyms, Dark Romance, explizite Szenen, seine Lieblingscharaktere und den Umgang mit der Romance-Community.

Außerdem verrät Till Beck, welche Szenen beim Einsprechen wirklich herausfordernd sind, warum verletzliche Momente oft schwieriger sind als Spice und weshalb Fans ihn auf Buchmessen jederzeit ansprechen dürfen. Ein Muss für alle Fans von Romance-Hörbüchern, Dark Romance, New Adult und den Stimmen hinter den Geschichten.

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Mehr über Till

Kapitel und Transkript

00:00 Einführung und Vorstellung Till Beck

Jennifer Rolle (00:26): Hallo, hallo, ich bin's wieder, eure Jenny von Passion and Words. Und die, die sich dieses Video anschauen, sehen schon, dass es heute wieder geheimnisvoll wird, denn ich habe mir eine Maske unten gebunden, ⁓ in so eine Art Partner-Look mit meinem heutigen Gast mich zu geben. Aber bevor wir einsteigen, noch ein kurzer Aufruf. Wenn dir dieser Kanal gefällt und du der Meinung bist, andere Menschen sollten auch unbedingt hier mal einen Blick reinwerfen, wenn sie sich für New Adult, Dark Romance, Romantasy und so weiter interessieren, dann solltest du diesem Kanal unbedingt folgen, denn dann wird er auch an mehr Menschen wieder ausgespielt und vorgeschlagen und macht vielleicht auch noch andere noch eine kleine Ankündigung bevor wir rein starten. Mein heutiger Gast und ich werden auch ein kleines Gewinnspiel durchführen und dazu geben wir euch am Ende des Vodcasts noch ein paar mehr Informationen. Aber Wen habe ich heute zu Gast? Er ist Deutschlands auditiver Book- Boyfriend Nummer eins. Wer seine Stimme einmal gehört hat, wird sie nie wieder vergessen. Also ich hab sie zumindest nie wieder vergessen können. Er ist berühmt für sein Schmunzeln in der Stimme, mit der er als Spitzensportler seine Angebetete auf eine schelmische Art und Weise verführt. Er ist berühmt für seine Süffisanz, mit der er dem Psychopathen sein Charisma verleiht. Und ich glaube, mit dem Schmelze seiner Stimme hat er bestimmt schon weit über 250 Book- Girlfriends flachgelegt. Aber er selbst ist immer noch ein Enigma. Er hat mir gerade heute im Vorgespräch gesagt, dass er noch nie ein Interview gegeben hat, weder vor der Kamera noch vor dem Mikrofon, noch in schriftlicher Und wir freuen uns ja auch, dass er sich hauptsächlich darum kümmert, uns neue Hörbücher zu produzieren.

Till Beck (01:59): Hahaha

Jennifer Rolle (02:20): Aber ich konnte ihn rauslocken aus seiner Sprecherkabine oder eigentlich nicht direkt, ihr werdet es gleich sehen. Und freue mich heute ganz besonders, dich dabei zu haben, lieber Till Beck.

Till Beck (02:31): Hallo! Ich freue mich auch sehr dabei zu sein. habe mir jetzt gerade in deinem Intro gekommen, kleine Kurzinterviews auf einer Messe oder sowas, die habe ich schon gegeben, aber jetzt so ein großes eben wie mit dir heute, das ist Premiere. Das ist Premiere. Ich bin auch ein bisschen aufgeregt.

Jennifer Rolle (02:43): Mhm. Ich auch! Das wird super. Wir haben auch riesenviel Fragen im Vorwege bekommen. Also da scheint es einen richtigen Need zu geben in der Community, dich besser kennenzulernen. Denn nicht jeder geht ja auf eine Messe. Denn du bist ja durchaus auch auf Buchmessen oder auf so Veranstaltungen. Da kann man dir auch mal Fragen stellen. Aber das ist ja nichts,

Till Beck (03:02): Wow, ja. Ja.

Jennifer Rolle (03:14): jemand, der jetzt nicht da ist, auf solchen Messen verfügbar hätte. Das ist dann live und dann ist es auch weg und dann hat man Chance, das hinterher sich nochmal anzugucken.

Till Beck (03:23): Ja, und vor allem auch auf so einer Messe. Jetzt zum Beispiel dieses Jahr in Leipzig war es ja auch so, dass man jetzt leider dann zeitlich und vom Andrang her ja auch nicht jedem nachkommen kann. Das tut mir dann auch mal so leid irgendwie, aber man versucht ja dann irgendwie allen etwas nachzukommen und dann bleiben halt manche so bisschen im Regen stehen. Was schade ist, aber manchmal ist das einfach nicht möglich.

Jennifer Rolle (03:53): Insofern, gut, dass wir uns dann hier heute mal treffen. Dann kannst du notfalls immer wieder auf dieses Interview verweisen. Wenn da noch mehr Fragen sind, schaut euch dieses Interview an. Da stehe ich, rede und antworte zu allem.

Till Beck (03:55): Yum, yum! Ja, ich weiß. Alles. Ihr erfahrt alles.

Jennifer Rolle (04:09): Aber lass es doch mal so anfangen, dass du erst mal erzählst, wer du bist, so was du von dir aus erzählen würdest. Also vielleicht mal so ein paar Rahmendaten auch. Wir müssen unbedingt dein Alter erfahren, da kommt nämlich noch eine Frage hintendran.

Till Beck (04:21): Also... Ja, das wurde ich schon öfter gefragt, wie alt ich bin. Aber ich bin Till Beck. Also klar, das ist natürlich ein Pseudonym. Ich wohne in einem wunderschönen Örtchen im Süden von Bayern, in Nähe der Alpen. Das ist Beispiel auch so, wenn ich jetzt hier, das ist ja mal der Tonkabine, in der ich viel arbeite, da habe ich hier so ein Fenster. Wenn ich rausschaue, ich die Alpen sehen. kann nicht die Berge sehen, was ich aber beim Arbeiten nicht so viel sehe, weil ich meistens nur auf den Text gucke. Ich bin Anfang 40 bin ich. Ursprünglich habe ich Schauspiel gelernt und mich schon von Anfang an in der Schauspielschule damals auch schon fürs Sprechen oder interessiert. Damals war es aber so, da wollte ich auch ins Werbesprechen rein und war aber dann eher halt im Theater unterwegs. Und dann kam sozusagen auch die Idee, mal mit Hörbüchern zu arbeiten und mit Texten weiterzuarbeiten, was ja auch sehr viel beim Theater passiert. Und so bin ich dann mehr oder weniger ins Hörbuch reingerutscht und dem Ganzen sehr treu geblieben.

Jennifer Rolle (05:45): Aber du machst das noch Schauspiel auch nebenbei.

Till Beck (05:48): Ja, Also klar, das meiste sind Hörbücher, was ich mache und Schauspielerei ist dann immer wieder so, sind so zu Brot, Zuckerl.

Jennifer Rolle (06:00): Brutzucker. Und du hast erzählt, dass du einen Hund hast und eine Freundin hast, mit denen du zusammenlebst.

Till Beck (06:01): Ja, genau. Genau, ich habe einen 12-jährigen Border Collie Mix, mit dem ich in einer Wohnung lebe. Mit zwölf jetzt nicht mehr so viel. Es ist schon ein alter Mann geworden. Der braucht dann immer seine Gassi-Runden und sein Futter will er und mal aufs Klo will er und dann ist er eigentlich schon ganz happy.

Jennifer Rolle (06:17): Der braucht viel Aufmerksamkeit, oder? Okay. Okay.

Till Beck (06:34): Er holt mich bei Zeiten dann auch immer, wenn er was will, aus der Tonkabine raus. Der hat schon auch gelernt, wie er mich da rauskriegt. Dass er dann das kriegt, was er möchte. Da hör ich's dann mal kurz knacken auf der Aufnahme. Dann weiß ich auch wieder, der Hund braucht irgendwas. Genau. Der ist sehr schlau. Das fand ich auch so... Das war echt... Wahnsinnig spannend, zu beobachten, weil ich mir oft mal so dachte so... Was ist denn das? Was hat denn da jetzt gerumpelt? Ich check's nicht. Ich dann rausgeschaut und dann liegt der Hund da, mit Schwanz wedelnd und guckt mich an. Entweder will er einen Keks oder muss aufs Klo. Aber eins von beiden ist es. Ich muss mal kurz aufhören.

Jennifer Rolle (07:18): Aber es könnte auch passieren, dass er uns hier heute beglückt zwischendurch mal in unserem Gespräch.

Till Beck (07:24): Vielleicht, ja. Vielleicht will er auch mal kurz vor die Kamera. Schauen wir mal.

Jennifer Rolle (07:29): Also zumindest Border Collies sind ja sehr intelligente, gelerige Tiere, die viel Beschäftigung brauchen und Aufgaben brauchen.

Till Beck (07:37): Ja, also was ich wahnsinnig liebe an ihm ist einfach, er hat so Lust zu arbeiten. Also wo du merkst, er ist immer so blöd, er will halt gefallen und das macht halt dann aber wahnsinnig viel Spaß mit ihm was zu tun, weil du merkst einfach, wie froh er ist, wenn du was mit ihm machst und natürlich, wenn er was macht, was ich von ihm will, das ist natürlich auch ein total tolles Gefühl, wenn es dann funktioniert und man ist zusammen und beide freuen sich, das ist...

Jennifer Rolle (07:45): Mhm.

Till Beck (08:07): Es macht schon Spaß. Das ist ein toller Hund. Echt ein sehr toller Hund.

Jennifer Rolle (08:13): Ich finde Haustiere sowieso auch toll. Ich war immer eher Team Katze und habe leider eine Katzenhaarallergie entwickelt, was wirklich ganz schlimm für mich ist. Ja, leider ja.

Till Beck (08:19): Ja, wie fiese Kombination.

Jennifer Rolle (08:28): Aber der Grund, warum ich gefragt habe, wie alt du bist, ist, wir haben im Vorwege ja, wie gesagt, die Möglichkeit gegeben, Fragen einzureichen. Und da war eine Frage dabei von AliceWonderland01, die fragt, ob du auch ein Kassettenkind warst und mit drei Fragezeichen eingeschlafen bist oder heute vielleicht sogar noch drei Fragezeichen hörst. Und da dachte ich ja, Kassettenkinder, muss ich erst mal fragen, wie alt du überhaupt bist, ob du Kassetten überhaupt noch kennengelernt hast.

Till Beck (08:56): Ja, klingt so nach 18. Jahrhundert, Kassettenkind. Aber ja, war ich. Ich bin noch mit Kassetten groß geworden. Ich hatte Ronja Räubertochter als Kassette. Das ist mir wahnsinnig in Erinnerung geblieben. Und auch von Mozart für Kinder hatte ich auch. Aber ich bin nie mit ...

Jennifer Rolle (09:11): Mhm. ja.

Till Beck (09:23): bin nie mit Kassette eingeschlafen. Das habe ich nicht gemacht. Das mache ich dafür heute. Also Kassette habe ich nicht mehr. Ich habe kein Kassette mehr. Wobei ich es ganz geil fand. war mein erstes Auto. ich von meinem Großvater übernommen, wie der zum Autofahren aufgehört hat. Und der hatte noch ein Kassettendeck im Auto. Das war wirklich fantastisch. Da habe ich auch gedacht, aber ich habe keine Kassette mehr.

Jennifer Rolle (09:31): nicht mehr. Krieg ich jetzt ne Kassette? Ja.

Till Beck (09:49): Und dann gab es ja diese Kassetten, du dann mit Kabel sozusagen als, wo du dann das Handy anschließen konntest. Dann hatte ich immer so eine Kassette, die ich ins Kassettenbeck reinsteben konnte, mein Handy dran anzustehen. Das war fantastisch. Ich hab's geliebt. hab's total geliebt, aber... Aber heute mache ich es natürlich, wie wahrscheinlich alle anderen auch, über Streaming. Da höre ich mir dann, ich bin totaler... Also ich bin auch viel mit drei Fragezeichen. Zum einen schlafe ich, mache ich...

Jennifer Rolle (09:59): Ja, stimmt, stimmt, stimmt, stimmt. Mhm.

Till Beck (10:18): Aber im Moment bin ich bei Sherlock.

Jennifer Rolle (10:20): ⁓ das hören wir immer beim Kochen. Das ist immer so eine schöne, abgeschlossene Folge von einer Stunde. kann man immer was, also zumindest das, was wir hören. Ich weiß, es gibt ja unglaublich viele unterschiedliche Hörbucharten.

Till Beck (10:29): Ja. Ja, ich hör mal... Da gibt's doch hier die alten Fälle und die neuen Fälle. Sherlock Holms die alten Fälle, die hör ich gerade. Weil ich immer die zwei Sprecher einfach... ⁓ die sind sensationell. Die leben ja beide leider nicht mehr. Die sind kurz hintereinander leider gestorben. Ich weiß gar nicht wann, aber... Aber die sind... das sind schon tolle Sprecher, tolle Schauspieler gewesen.

Jennifer Rolle (10:40): Mhm. Mhm. Mhm. gibt es so Stimmen, die einfach auch im Ohr bleiben. ja, kommen wir heute auch zu. Deine Stimme gehört da definitiv auch in diese Kategorie. Aber bevor wir da tiefer einsteigen, vielleicht kannst du noch mal so uns drei Hashtags zu dir nennen, wie du dich charakterisieren würdest.

Till Beck (11:06): Ja. Dankeschön. Da fällt einem meistens immer so was ein, wie man sich ja gerne von außen charakterisiert werden würde. Also ich würde mich als kreativ, empathisch...

Jennifer Rolle (11:49): Mhm. Mhm.

Till Beck (11:53): humorvoll.

Jennifer Rolle (11:54): Mhm. Mhm. Das mit dem Kreativ kann ich noch nicht sagen, dafür kennen wir uns nicht gut genug, aber die anderen beiden Sachen, glaube ich, könnte ich definitiv unterschreiben. Das passt schon ganz gut.

Till Beck (12:05): Vielleicht kann ich dich vom ersten auch überzeugen.

Jennifer Rolle (12:10): Schau mal, du wirst jetzt gleich die Möglichkeit haben, davon zu überzeugen, denn wir spielen jetzt das A- oder B-Spiel. Da kriegst du zwei Alternativen genannt und dann musst du dich für einer dieser beiden Alternativen entscheiden und das auch gerne ein bisschen erklären, was dahinter steckt, warum du die eine Alternative besser findest als die andere.

12:12 A-B-Spiel

Till Beck (12:17): Aha! Okay.

Jennifer Rolle (12:34): Und da wir uns ja hier in einem Romance-Vodcast bewegen werden, diese A und B Fragen immer spicier.

Till Beck (12:43): Na, wer hätte es gedacht?

Jennifer Rolle (12:46): Wer hätte es gedacht? Erste Frage. Du bist ja Schauspieler, darum kann ich dich das fragen. Goethe oder Schiller?

Till Beck (12:59): Also der erste Impuls war Goethe. Das war das letzte Stück, was ich auf der Bühne gespielt habe, war Goethe. Aber habe auch schon Schiller, Nathan der Weiser, gespielt. Das war das einzige. Und das war...

Jennifer Rolle (13:07): cool! Mhm. Mhm. Aber naht an der Weise ist Lessing, oder?

Till Beck (13:17): ⁓ Gott, du hast vollkommen recht! An den Räubern bin ich immer gescheitert.

Jennifer Rolle (13:26): Die Räuber sind furchtbar.

Till Beck (13:30): Ja, aber ich finde, das fand ich immer so... Die Räuber habe ich immer herangezogen. Ich habe es nie spielen dürfen. Ich war zwei, drei Mal davor, dass ich mitspielen hätte können in den Räubern. Ich hätte es auch wahnsinnig gern gemacht. Aber ich bin immer... Schlussendlich wollte man nicht. Was halt nun mal so ist. Aber ich fand immer die Räuber... Fand ich, wenn jemand gesagt hat so... Kitsch ist was total Ekelhaftes und blabla und was modern ist. Dann habe ich mir gedacht, dann lies mal die Räuber von Schiller. Das ist kitschig hoch 10, aber es ist so emotional dabei, dass dieser Kitsch einfach so wahnsinnig gut funktioniert, finde ich. Und bei Goethe habe ich deswegen, glaube ich, gewählt. habe Faust 1 gespielt, Iphigenie auf Tauris habe ich gespielt.

Jennifer Rolle (14:25): Was hast du gespielt? Also welche Rolle hast du gespielt im Faust?

Till Beck (14:29): Valentin, den Bruder von Gretchen, ich gespielt. Ich hatte mehrere Rollen, das war so in meinen Anfängerjahren. Die lustige Person auf dem Theater habe ich gespielt, dieser Prolog in Faust 1.

Jennifer Rolle (14:36): Mhm. Mhm. Ich liebe Faust. Also ich bin absoluter Faust-Fan. Also ich bin total Team Goethe. Definitiv. Ich habe so viel gelesen von Schiller, aber konnte mich nie so richtig mit ihm warm geworden.

Till Beck (14:48): Ja. Ich war ganz am Herd. Herr Schiller, kenne ich mich dann auch zu schlecht aus. Also ich muss ehrlich sagen, ich habe Iphigenie auf Tauris gespielt eben von Goethe und habe das so, bevor wir, klar, ich hatte das angeboten, habe es dann gelesen und dachte mir, ⁓ Gottes Willen, jetzt haben wir griechische Mythologie gepaart mit Goethe. ist ja, boah, ⁓ Gottes Willen ist das schwierig. Und je länger man sich mit diesen Texten auseinandergesetzt hat und was Goethe da zu seiner Zeit eben über Krieg oder auch die Art Feminismus, die er da drin behandelt, es ist sensationell. Es ist wirklich sensationell. muss sich da, man muss sich quälen, reinzukommen. Das würde ich unterschreiben. Aber ich würde immer sagen, es

Jennifer Rolle (15:45): ist es.

Till Beck (15:56): Es wird sich lohnen, wenn man sich damit auseinandersetzt und leider wochenlang auseinandersetzt.

Jennifer Rolle (16:02): Ja gut, wenn man es spielt, dann hat man ja nochmal eine ganz andere Zugang dazu und eine ganz andere Intensität. Definitiv. spannend. Endeächstes alternativen Pärchen. Gang oder Fenster?

Till Beck (16:07): Ja, ja, ja. ganz genau. Fenster. Ja, definitiv Fenster. Also klar.

Jennifer Rolle (16:20): Ja? Fenster? Keiner, der so eilig aufstehen muss am Flugzeug oder in der Bahn irgendwie flexibel bleiben möchte.

Till Beck (16:26): Ne. Gerade im Flugzeug finde ich immer, dass die Leute nicht Das Flugzeug steht und alle springen auf. Ich denke mir, wir warten noch eine Viertelstunde, bis sich überhaupt eine Tür öffnet. Alle drängen schon raus und stehen dann da. Ich gucke dann lieber weiter aus dem Fenster und schaue mir die Welt an.

Jennifer Rolle (16:39): Hahaha. Also eher der entspannte Typ. Also haben wir noch einen neuen Hashtag für deine Charakterisierung. Entspannt FSK 0 oder FSK 18?

Till Beck (16:56): Entspannt. bin glaube ich eher FSK 0.

Jennifer Rolle (17:13): Tatsächlich,

Till Beck (17:19): Ich weiß nicht, ich, ich gucke, ist natürlich jetzt total spannend, für, weil ich halt viel Dark Romance und so mache. Aber ich liebe zum Beispiel die ganzen Pixar-Filme. Was Pixar macht, ich stelle immer wieder fest, es gibt, es gibt wahnsinnig schöne Kindergeschichten, die einfach, die einfach so

Jennifer Rolle (17:37): Mhm!

Till Beck (17:47): und tiefgründige Botschaften haben. eins meiner allerliebsten Bücher ist Momo zum Beispiel. Das kommt natürlich so als Kindergeschichte daher, aber es ist...

Jennifer Rolle (17:59): Ich sag mal, das ist was für jedes Alter.

Till Beck (18:02): Ganz genau. das ist, also was der Michael Ende da geschrieben hat, das ist einfach, einfach nur fantastisch. Also mit welcher Feinheit, welchem, mit welcher Weitsicht und Intelligenz. Und der steckt oft in, in, Kindergeschichten drin, finde ich. Und was mich, was, was ich auch wahnsinnig gerne mag, ist oft einfach Naivität und der Humor, der dadurch entsteht bei, bei Kindergeschichten oder vermeintlichen Kindergeschichten.

Jennifer Rolle (18:29): Mhm. Mhm.

Till Beck (18:32): Das liebe ich, das liebe ich.

Jennifer Rolle (18:33): Spannend. Vanilla oder BDSM?

Till Beck (18:43): Okay, wenn du mir jetzt noch Vanille erklärst, dann hab ich selber Antworten.

Jennifer Rolle (18:49): Das hast du noch nicht gelernt aus so vielen Büchern. Unglaublich. Also vielleicht auch nochmal in die große Runde gesagt. Also Vanilla, der Begriff kommt tatsächlich eher aus dem BDSM-Kontext und damit bezeichnen Menschen, die eher in die BDSM-Szene Normalo-Sex

Till Beck (19:11): Dann bin ich Vanilla.

Jennifer Rolle (19:13): Dann bist du er, die Vanilla-Seite.

Till Beck (19:14): Da bin ich hier, Vanilla-Seite.

Jennifer Rolle (19:17): Und dann wäre die letzte, das letzte alternativen Pärchen. Was nimmst du lieber mit ins Bett? Flüssige Lebensmittel oder klebrige?

Till Beck (19:31): flüssige oder klebrige Lebensmittel. Das ist der Wahnsinn.

Jennifer Rolle (19:33): Wenn du dich entscheiden müsstest.

Till Beck (19:37): Dann würde ich flüssige nehmen. Ja, das erste Impuls ist flüssige Lebensmittel. Ich wollte gerade sagen, Kekse fände ich noch geiler. ⁓

Jennifer Rolle (19:42): Lieber die flüssigen. Jetzt darfst du kreativ werden. Ja, Kekskrümel will keiner im Bett haben. Karamellsoße oder sowas.

Till Beck (19:57): Ja, aber was Klebriges, ich meine... Jetzt bringst du mich auf Gedanken.

Jennifer Rolle (20:15): Das ist nicht sehr optimal fürs Bett, aber...

Till Beck (20:18): Ich denke mir auch mal so, da muss ich es wieder sauber machen.

Jennifer Rolle (20:22): Ja, das ist der Nachteil. Dann lassen wir das einfach. Bleib beim Flüssigen Dann lassen wir das einfach mal so stehen und kommen noch mal zu deinem Werdegang. Du sagtest ja schon Schauspieler. Du bist erst Schauspieler gewesen und dann zum Hörsprechen gekommen. Was ich mich immer frage bei männlichen Schauspielern ist, wie sind die eigentlich zum Schauspiel gekommen?

20:24 Der Weg zum Schauspieler

Till Beck (20:26): Ja, ja. Ich bleib flüssig. Ich bleib flüssig. bleib flüssig. Ja, ja.

Jennifer Rolle (20:52): Zumindest so zu Schulzeiten. habe auch bisschen Theater gespielt, wie man das eben so macht als Mädchen. Hatte eine Theater AG und so weiter. Jungs konnte man suchen. Die haben sich dafür überhaupt nicht interessiert oder es war nicht männlich genug oder so. Keine Ahnung. Und dann ist es ja auch noch als brotlose Kunst verschrien.

Till Beck (21:03): Ja.

Jennifer Rolle (21:14): frage ich mich, wie kommen Männer denn dazu, dass sie dann trotzdem irgendwann auf die Idee kommen, Schauspieler zu werden?

Till Beck (21:24): Also das ist ja eine sehr allgemeine Frage, die man glaube ich allgemein gar nicht beantworten kann. Ich musste gerade dran denken, wie meine Kommilitonen in der Schauspielschule, wie die teilweise dazugekommen sind. Das ist natürlich auch sehr unterschiedlich. Der eine war auch in der Theater AG.

Jennifer Rolle (21:30): Nein, natürlich nicht. Das darfst du gern an deinem Beispiel mal erzählen. Mhm. Mhm. Mhm.

Till Beck (21:49): und wollte es weitermachen. Der andere hat Theatermaler erst gelernt und es war dann schon immer auch im Theater. Bei mir speziell war es jetzt einfach so, ich bin da mehr oder weniger reingerutscht. Ich kann mich so daran erinnern, ich habe in der Schule auch schon immer, was heißt immer, ein paar Mal Theater gespielt, Theater-AGs. Mir hat das wahnsinnig viel mehr Spaß gemacht als Schule.

Jennifer Rolle (22:08): Mhm.

Till Beck (22:17): Also ich wäre am liebsten nur in der Theater AG geblieben. Und dann bin ich aber irgendwann nach der Schule, bin ich da reingerutscht, ehrlich gesagt. Also ich war in Kanada für sechs Monate, Englisch zu lernen. Und an der Schule dort, an der Sprachenschule gab es eben auch einen Theaterkurs, wo wir unsere eigenen Stücke geschrieben haben und die halt dann vor der Sprachenschule gespielt haben. Und meine Lehrerin dort meinte dann eben...

Jennifer Rolle (22:32): Mhm.

Till Beck (22:47): ob ich das nicht weitermachen möchte. Und dann bin ich zurück nach Deutschland, hab mir eine Laien-Gruppe gesucht, hab da weitergespielt. Die haben mir dann mal gesagt, willst du das nicht mal in der Schauspielschule probieren? Also, es war nie sozusagen mein innerer Wunsch und mein innerer Drang, Schauspieler zu werden, oder dass ich gesagt hab, ich muss das machen. Das ist mein Beruf. Aber ich bin da mehr oder weniger so bisschen reingerutscht, hab gemerkt, ich hab da wahnsinnig viel Freude dran.

Jennifer Rolle (22:50): Hm?

Till Beck (23:14): Andere haben wohl gemeint, dass ich vielleicht ein Talent dafür habe. Und dann habe ich angefangen, Schauspielschulen vorzusprechen und bin dann an einer gelandet, habe es durchgezogen und bin im Beruf geblieben. Weil du meintest ja auch so, das ist so als brotlose Kunst verschrien. Man muss aber ehrlich sagen, es ist brotlose Kunst. Das ist jetzt nichts, wo man sagt, so wie geh in die Wirtschafts...

Jennifer Rolle (23:33): Mhm. Mhm.

Till Beck (23:44): da verdienst du gutes Geld, sondern es ist einfach ein Bereich, den man nicht des Geldes willen tut und auch nicht machen sollte. Also wenn man sich überlegt, dass ich jetzt, ich will jetzt irgendwie Geld verdienen, dann werde ich jetzt Schauspieler. Man sagt so in der Branche, sind so ein Prozent aller, die es machen, können eigentlich davon leben. Also das ist sehr wenig.

Jennifer Rolle (24:09): Das ist wenig,

Till Beck (24:13): Aber es ist halt auch ein sehr, sehr toller und sehr, schöner Beruf. Ich wurde auch mal gefragt, ob ich es empfehlen würde, Schauspieler zu werden. Da habe ich gesagt, auf gar keinen Fall. Aber ich würde es wieder machen.

Jennifer Rolle (24:24): Aber es ist ja wahrscheinlich wie mit allen Dingen, man muss wirklich eine Leidenschaft haben für das, was man tut, sonst kann man auch nicht glücklich werden, wenn man sich jetzt zwingt, irgendwas anders zu machen, Geld zu verdienen. wird man dann mit der dafür nicht glücklich vielleicht.

Till Beck (24:38): Ja. Ja, also es gibt ja auch Leute, sagen, ich arbeite nur das Geld deswegen und schaffe das, mache das und sind dabei ja auch glücklich. Aber ich kann es ja immer nur so auf mich projizieren und auf mich beziehen. Und ich muss sagen, die Leidenschaft dahinter und das Glück, was man dann empfindet, wenn man diesen Beruf machen darf, mich halt einfach...

Jennifer Rolle (24:49): Mmh.

Till Beck (25:12): mir aber auch geholfen, halt über schwierige Situationen und Momente oder die Momente durchzustehen und durchzuhalten. Weil es gibt immer wieder Phasen, da läuft es halt einfach nicht.

Jennifer Rolle (25:17): die durchzureißen. Da läuft es sich, man fängt an, an sich zu zweifeln. Man denkt, man hat vielleicht doch aufs falsche Pferd gesetzt oder... Gibt es immer.

Till Beck (25:32): Ja, ja, oder auch eben, man ist ja dann auch viel mit Kritik konfrontiert, auch die auszuhalten und

Jennifer Rolle (25:42): Man steht sehr in der wird für alles Mögliche beobachtet und beurteilt.

Till Beck (25:49): Ja klar, vor allem wir machen ja auch was, also auch im Sprechbereich, also gerade im Hörbuchbereich, Hörspielbereich, was ja wahnsinnig viel mit Geschmack zu tun hat. Also es gibt ja bestimmt auch Leute, die hören mich und ganz übertrieben gesagt kriegen es kalte Kotzen. Ja, aber auch das, oder...

Jennifer Rolle (25:56): Mhm. Mhm. Unwahrscheinlich, aber...

Till Beck (26:14): Oder sie mögen mein Stil nicht, mögen meine Betonungen nicht oder wie ich eine Figur interpretiere. Und das ist vollkommen in Ordnung, weil es ist natürlich eine Geschmackssache. Ich interpretiere das nach meinem Geschmack und nach meinem Verständnis und nach meinen Emotionen. Und jeder hat dann wieder andere Emotionen, anderen Geschmack. Nur klar, kommt halt im ersten Moment immer als persönliche Kritik rüber.

Jennifer Rolle (26:39): Mhm, mhm, mhm.

Till Beck (26:41): Ich werde als Person angegriffen. Aber das stimmt nicht. Und das muss man sich halt immer wieder klarmachen und auch sagen, es ist das gute Recht von jedem einfach auch zu sagen, dass er das nicht mag, was ich tue. Genauso wie es das gute Recht von jedem ist, zu sagen, dass er es mag, was ich tue.

27:04 Der Einstieg ins Hörbuch-Sprechen

Jennifer Rolle (27:04): Anja. Reuter167 würde gerne mal wissen, wann dir aufgegangen ist, dass du auch ein unglaubliches Talent hast, mit Sprache/Worten umzugehen und eben so in diesen Hörbuchbereich dann reingegangen bist. Wie ist es dazu gekommen? Wann war das ungefähr?

Till Beck (27:21): Ich hatte da auch Glück, muss ich sagen. Weil das war Corona eigentlich. Vor Corona war mein ganzer Fokus auf Film und Theater. Und plötzlich kam Corona. Alles wurde zugemacht. Und ich hatte das Glück schon vorher ...

Jennifer Rolle (27:25): Okay? Mhm. Mhm. Alles erstmal lahmgelegt, ne?

Till Beck (27:48): beim Film jemanden kennenzulernen, eine Tonassistentin, die auch Toningenieurin bei einem Hörbuchverlag war. Die habe ich dann einfach mal angehauen und habe gesagt, so, ich hätte da Lust drauf. würde mich gern, bei wem könnte ich mich denn bewerben? Und dann hat sie mir halt einen Namen gesagt, für die sie arbeitet, da habe ich mich dann beworben. Dann wurde ich zum Casting eingeladen.

Jennifer Rolle (27:55): Mhm. Wow, richtig aufwendig.

Till Beck (28:14): Ja, das war wirklich stark, weil da kam ich auch rein. Dann wurde ich auch erst mal gefragt, was ich für eine Ausbildung habe und so weiter und so fort. Dann wurden Castingaufnahmen gemacht und dann habe ich das Buch auch bekommen. Und dann habe ich das aufgenommen und das war noch vor Corona. Und während Corona habe ich dann halt angefangen, mich intensiv zu bewerben. Und dann hatte ich auch wieder das Glück, ein

Jennifer Rolle (28:23): Mhm. Mhm.

Till Beck (28:43): halt jemanden zu finden, der mir eine Chance gegeben hat. Dann kam der nächste, mir eine Chance gegeben hat. Und dann habe ich angefangen, zu arbeiten, viel zu arbeiten. da war es noch nicht viel, aber halt sehr intensiv. Und ehrlich gesagt, dass ich da ein Talent dafür habe, das habe ich nie so bewusst betrachtet. Weil ich mir immer so ... Wenn ich an ein Projekt rangehe, an ein Buch, an einen Theaterstück, an einen Film, dann gehe ich nie mit dem Bewusstsein hin, dass ich sage, ich kann das und ich mache das. Sondern ich gehe ran und sage, was braucht das? Was braucht die Geschichte? Was braucht die Figur? Und was kann ich dazu beitragen? Natürlich kam dann irgendwann der Moment, wo mich auch ein Toningenieur anrief, mit dem ich zusammengearbeitet habe, und der dann auch sagte so, Hey, du, geht ja voll ab bei dir. Dann hab ich heute so... Ja, was? Ich hab's überhaupt nicht mitbekommen. Ich hab so, was geht denn ab? Also, du bist ja voll gefragt, find ich so. Ist ja interessant, weil ich war... Ich bin immer dankbar ⁓ Anfragen, Aufgaben, Arbeit. So gerade halt auch mit diesem Hintergrund von Corona. Ich saß ja auch da und hatte auf einmal von heute auf morgen nichts zu tun.

Jennifer Rolle (29:46): hast du gleich gemerkt.

Till Beck (30:12): keinen Euro Einnahmen mehr, sondern nur noch Ausgaben. Und dann kommt natürlich der Moment, wo oder bei mir kam der Moment, wo ich dann einfach wahnsinnig dankbar war, dass jemand mir einen Job gibt.

Jennifer Rolle (30:14): Das

Till Beck (30:31): Und das ist irgendwie nach wie vor bei mir so bisschen geblieben, dass ich jetzt nicht sage so, ja, okay, wieder was oder hier, such's mir aus, sondern ich freue mich einfach. Ich freue mich, man meine Stimme mag, meine Arbeit mag und dass man mich dann beauftragt. ist... Ja, ich bin da wahnsinnig dankbar. Das ist ein Riesenglück. Und weil es eine superschöne Arbeit ist, die ich machen darf. Klar, wir reden dann immer... Nach wie vor, reden immer über Geschmack. Manche Bücher findet man toll, manche findet man gut, andere treffen nicht unbedingt meinen Geschmack. Aber das Schöne ist, das müssen sie nicht. Ich muss das Produkt nicht perfekt finden, dafür, dass ich perfekte Arbeit leiste. Weil das Wichtigste ist immer die Figur und die Geschichte.

Jennifer Rolle (31:31): Musstest du denn noch irgendwelche Zusatzausbildung machen für das Hörbuch sprechen oder ist das praktisch durch deine Schauspielausbildung schon alles da, was du dafür brauchst?

Till Beck (31:43): Nee, sollte man meinen und prinzipiell eigentlich ja. Also ich habe ja an der Schauspielschule eine Sprechausbildung bekommen, die aber sehr explizit für Bühnen war. Man lernt dort oder ich habe die Bühnenhochlautung dort gelernt. Klar, man muss ja dann irgendwie in Räumen stehen und für 800 Leute

Jennifer Rolle (31:53): Mhm. Mmh.

Till Beck (32:08): laut spielen und das ist dann nochmal eine ganz andere Sprechweise als vor dem Mikrofon. Also von den Betonungen her, nicht von den Wortbetonungen, sondern wie man T's, K's, also die plussiv laut ausspricht, das ist nochmal eine ganz andere Technik. Aber ich habe mich immer weitergebildet. Also ich habe immer Kurse und Unterrichte genommen bei Sprechern, Workshops mitgemacht, da einfach

Jennifer Rolle (32:16): Mhm.

Till Beck (32:38): auch Inspiration mir zu holen, zu merken, wo kann ich mich weiterentwickeln, verbessern. Weil es ist schon nochmal... Also Hörbuch ist schon, finde ich, ist schon eine Aufgabe. Weil allein so Gedankengänge, die jemand schreibt, die muss man erst mal, bevor man sie ja spricht und laut macht, mal verstehen und nachvollziehen. Und das musst du dann sozusagen während du liest, musst du verstehen. Beim Schauspiel gibt es diese schöne Regel aufnehmen, bewerten, handeln. Das heißt, mein Gegenüber spricht was, ich nehme es erstmal auf, ich bewerte es innerlich und dann fange ich an zu antworten. Und das ist eigentlich derselbe Prozess beim Hörbuch auch. Ich lese was, ich nehme es auf, ich muss es innerlich bewerten und dann muss ich es erst laut aussprechen. Und das ist natürlich schon eine Trainingsfrage. Aber dadurch kriegst du natürlich den Inhalt, die Subtexte, die Bilder produziert und sprichst einfach nicht nur die Worte, dastehen, sondern sie kriegen dann die Tiefe.

33:55 Die Kunst hinter dem Sprechen

Jennifer Rolle (33:55): Aber da würde mich mal interessieren, ob du das dann praktisch vorbereitest oder ob du das praktisch on the fly machst. Weil diesen drei Schritt, den du gerade beschreibst, der müsste ja sonst parallel gerade im Kopf gleichzeitig laufen. Das finde ich so schwierig am Vorlesen. Ich hasse Vorlesen. Ich kann das auch nicht, weil ich stocke da total, weil ich dann über das nachdenke, was ich da gelesen habe. Also ich kriege das nicht gebacken.

Till Beck (34:24): Ja, und das ist ja genau das Schwierige beim Hörbuch. Also ich mache gerne so eine Mischung draus, weil ich bin großer Fan, mich von Dingen überraschend zu lassen, weil sie dann einfach auch in mir besser passieren. Also wenn, blöd gesagt, Szene, jemand kriegt eine schlechte Nachricht, das passiert, was überraschend ist. Es wird auf einmal überraschend emotional, weil...

Jennifer Rolle (34:44): Mhm. Mhm.

Till Beck (34:54): Weil was herauskommt, das passiert ja oft in Büchern, das sind ja diese so, mein dunkles Geheimnis kommt heraus. Dass ich dann aber genauso fühle wie eine Figur, dass ich genau den selben Überraschungsmoment im Moment, wo ich es vortrage, dann auch erlebe, deswegen bereite ich es explizit Wort für Wort vor, sondern, ich es natürlich ein bisschen blöd gesagt, aber es klingt so, Querlesen ist halt immer

Jennifer Rolle (35:00): Mhm. Ja.

Till Beck (35:23): Ich schaue schon, dass ich ein Gefühl dafür kriege, vor allem auch Gefühl für die Autoren, für den Autor, weil jeder ja auch so seine eigene Sprache und seinen eigenen Schreibstil hat. Und das Interessante finde ich da ja auch...

Jennifer Rolle (35:32): Mhm. Mhm.

Till Beck (35:43): Das gelingt mir nicht immer, aber wenn es mir gelingt, freue ich mich umso mehr, dass Autorinnen ihren eigenen Klang haben. Dass sie anders klingen. Also klar, das hört man ja dann erst, wenn man es gesprochen hat. Aber dass sie ihre Geschichten unterschiedlich klingen. man das jetzt mit Melancholie oder Freude oder Süffisanz bezeichnen möchte. Aber das finde ich immer...

Jennifer Rolle (35:54): Mhm.

Till Beck (36:12): Also wenn sich das herausentwickelt, das macht riesigen Spaß. Also wenn man plötzlich sagt, das ist zum Beispiel auch bei Goethe. Bei Goethe ist das das verrückt. Weil Goethe oder Schiller, diese Reimform, in denen die geschrieben haben, die kommt erst mal so daher, dass du denkst, was soll der Blödsinn? Und ich verstehe das nicht. Aber... Die haben ja sozusagen ihre Theaterstöcke und Texte auch erst mal niedergeschrieben und dann diese Reimform umgewandelt. Und wenn du da den Gedanken verstehst und den Gedanken sprichst, fang an diese Reime zu klingen. Das wird wie ein Gesang. Und das ist irre faszinierend, finde ich. Und was irre schön ist, wenn es zum Klingen anfängt, da wird Sprache und gerade die deutsche Sprache ist ja eine sehr harte Sprache. Wenn die etwas Weiches und was Fließendes bekommt, ist das was ganz, ganz, ganz Tolles.

37:14 Lieblingsautoren und Charaktere

Jennifer Rolle (37:14): Hast du denn da Lieblingsautorinnen, von denen du die Bücher ganz besonders gerne liest?

Till Beck (37:26): Ja, ich mich schon öfter, habe ich mich selber auch mal gefragt, so, wen lese ich denn am liebsten? Also, es ist so eine irreschwierige Frage, ich, weil ich habe jetzt auch von manchen Autorinnen Autoren mehreres gelesen, von manchen weniger. Und es ist so... Manches hat mir entsprochen, wo es zum Fließen angefangen hat, wo ich genau reinfallen konnte. Manche musste ich mich reinfinden.

Jennifer Rolle (37:55): wo du

Till Beck (38:03): kann ich aber sagen, sind natürlich Don Both und Maria O'Hara, für die habe ich ja auch viel gelesen. Da war so die His-Reihe, die ist mir sehr, also die fand ich auch, die ging einfach weg. Die hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und das ganze, wie sagt man, diese ganze Welt, die sie da aufgebaut haben, in der ich mich ja dann weiter bewegen durfte.

Jennifer Rolle (38:07): Mhm. Mhm. Mhm. Mhm. Ja, ja.

Till Beck (38:26): Das war ein Riesenepos, wo ich mitarbeiten durfte. jetzt vor kurzem habe ich von Nina Schilling zwei Projekte gemacht, die eine total faszinierende Welt aufgebaut hat. Also die so zwischen drei Welten hin und her gespielt hat. Was ich total interessant fand. Ja, Rina Kent habe ich jetzt auch gemacht. für einen Vajona Verlage sind ja auch so Dinge, ich dann auch so dasitze und mir denke so krass, wie düster und dunkel. Bedürfnisse von, würde ich jetzt mal, ich weiß nicht, ob das Wort passt, aber von Autorinnen da sind, ist halt wirklich wahnsinnig schwierig zu sagen. Ich habe, ich weiß nicht, was hast du vorhin gesagt, 250, 300 Bücher gemacht.

Jennifer Rolle (39:26): Also wenn man Till Beck bei Audible eingibt, kriegt man 250 Treffer. Aber ich weiß nicht, ob Audible alles hat, was du unter dem Namen Till Beck eingesprochen hast. Vielleicht ist da noch mehr. Und du sprichst ja auch nicht nur unter Till Beck, sondern du sprichst ja auch teilweise unter deinem Klarnamen. Insofern, da kommen ja dann noch mehr Bücher dazu.

Till Beck (39:33): Ja. Das Ja. Ja, den Löwenanteil macht schon der Till. Aber ja, unter meinem Klarnamen habe ich auch ein paar Sachen gemacht. stimmt. Und das ist natürlich... Ja. Und das ist natürlich... Aber das ist so fies, weil man will jetzt ja auch niemanden enttäuschen. Dass jemand sagt, warum bin ich jetzt nicht dein Liebling? Weil ich sag so... So einen richtigen Liebling zu haben...

Jennifer Rolle (39:53): Mhm. Ja, so bin ich dir ja nur auf die Spur gekommen. Jaaa!

Till Beck (40:21): Es ist auch schade, weil es gibt so viele so tolle Leute, von meinen Kolleginnen, Autorinnen, das ist ja auch irre, was der Buchmarkt rausschmeißt. Es gibt ja niemanden,

Jennifer Rolle (40:36): Hmm. Wer soll das alles lesen? ja, ich bin auch jedes Mal am verzweifeln, dass ich nicht hinterherkomme hinter diesen ganzen vielen tollen Neuerscheinungen und dass ich mich irgendwie entscheiden muss und dann nur einen Bruchteil von konsumieren kann. es ist eine fiese Frage, definitiv. Aber keine, also die Frage kam immer wieder. Welche Autorinnen du besonders toll findest oder auch...

Till Beck (40:41): Ja! Wahnsinn!

41:04 Emotionen im Hörbuch-Sprechen

Jennifer Rolle (41:04): Gibt es auch Charaktertypen, die du besonders gerne liest? Das ist auch so eine Frage.

Till Beck (41:12): Ja, ja. Das ist natürlich immer am spannendsten zu spielen, zu sprechen, sind natürlich ambivalente Charaktere. ⁓

Jennifer Rolle (41:25): Mhm.

Till Beck (41:29): Ich mag, wenn jemand plötzlich eine weiche Seite kriegt oder seine Emotionen auch nach außen tragen kann. Oder die Momente, wenn Figuren ihre Emotionen nach außen tragen müssen, weil es nicht mehr anders geht. Das sind erlebnisreiche Momente beim Arbeiten, weil das erwischt mich ja dann auch dabei. Ich schaffe es dann nicht und ich will es auch gar nicht schaffen, dass ich darüber hinweg lese und sage, ja, okay, es ist halt emotional und bla und dann passiert das. So betrachte ich meine Arbeit eben, ich das nicht nur verlautbare, sondern einfach sage, dass ich es erlebe und ich möchte es auch erleben.

Jennifer Rolle (42:16): Dass du da mit reingehst. Von Louis Friedemann Thiele kursieren gerade so ein paar Mitschnitte auf Instagram, wo er eben auch zeigt, wie ihn auch manche Passagen selber zu Tränen rühren oder er davon sehr ergriffen ist von dem, was er da vorliest. Passiert dir das also auch, wenn ich das dir so zuhöre?

Till Beck (42:18): Genau. Ja. Ja, durchaus. Das Schöne an dem Beruf oder das Gemeine an dem Beruf, man ist ja dann auch so bisschen von der Tagesverfassung abhängig. Also mir gelingt es jetzt nicht, dass ich sage, so okay, jeder emotionale Satz, es berührt mich jetzt, ich muss in Tränen ausbrechen. Aber das ist immer so, das ist der Optimalfall, ich erreichen möchte. Das ist genau die Emotion, auch wie Wut, Angst, Trauer, Freude.

Jennifer Rolle (42:53): Mhm.

Till Beck (43:12): dass alle Emotionen, dass ich die auch durchlebe in dem Moment. Und dann passiert es mir auch, dass ich dann auch weinend vom Mikro sitze. Genauso sitze ich dann lachend oder freue mich oder könnte die Wände einschlagen vor Wut. Das passiert genauso.

Jennifer Rolle (43:31): Ich finde es deshalb besonders spannend, weil aus den Gründen, die wir eben schon hatten, es unglaublich anstrengend ist, mich auf das Vorlesen zu konzentrieren, dann auch mitzukriegen, was ich da lese, und dann auch noch damit so reinzugehen, dass dir das gelingt. Das finde ich super cool.

Till Beck (43:48): Ja. Das ist natürlich auch eine Frage der Übung. Klar, mache ich ja Tag ein, Tag aus nichts anderes und habe es auch gelernt. Aber das ist natürlich auch die Herausforderung beim Hörbuch und die Schwierigkeit ist eben genau diesen Vorgang, dass das ja innerhalb von Millisekunden passiert oder passieren muss. Im Endeffekt denke ich da gar nicht drüber nach, sondern Man liest es und spielt es und in dem Moment denke ich überhaupt nicht dran, ich muss das Wort so betonen, weil da ist ja auch ein Buch oder ein Ausrufezeichen, sondern das passiert, dann höre ich mir ja auch selber dabei zu, ich habe Kopfhörer auf und höre mir zu, dass er dann der nächste Prozess, der dann auch noch dazukommt, dass ich mich eigentlich auch noch gleichzeitig kontrolliere, ob das eine richtige Betonung habe ich jetzt überhaupt den Gedanken richtig gesprochen.

Jennifer Rolle (44:31): Das ist einfach so. Mhm.

Till Beck (44:51): Das die richtige Person. Einfach als ich mich so gelesen habe und dachte so, ja halt, das war eine Frau. Das war jetzt auch okay. Das können wir jetzt alles mal rauslöschen. machen wir jetzt gleich nochmal. Na doof. Weiß jetzt auch nicht, wie ich drauf gekommen bin, dass das ein Typ ist, aber egal. Ist halt einfach falsch. Ja, passiert.

Jennifer Rolle (45:02): Nochmal von vorne. Ahaha! Passiert halt. Aber wenn ich das jetzt richtig raushöre, dann nimmt das Hörbuch sprechen doch den größten Anteil an dem, was du tust ein. Aber du bist auch noch nebenbei, Schauspiel machst du trotzdem noch? Im Moment? Okay, oder wieder? Seit nach Corona jetzt?

45:16 Anteil Schauspiel, Sprechen ...

Till Beck (45:30): Ja, das wäre ... Ja, ich habe ein paar Serien gedreht, Theater gespielt. Und das würde ich auch gerne weiterhin so behalten. Weil das, was ich auch festgestellt habe, es auch ganz gesund, mal keine Bücher eine Zeit lang zu sprechen und sich wie eine kreative Pause zu holen, dass man sagt, weil ...

Jennifer Rolle (45:38): Mhm. Mhm. Mhm.

Till Beck (46:01): Vielleicht sieht man es ja, das ist ja mein Arbeitsplatz hier, der hat einen Meter auf 1,50

Jennifer Rolle (46:07): Okay, hat man nicht besonders viel auslaufen müssen. Wie gut, dass du einen Hund hast.

Till Beck (46:09): Nein, da war... Ja, oder auch selbst wenn ich in Studios bin und dort aufnehme, bist du ja immer in einem Raum, sitzt, liest, liest, liest und das ist dann schon eine andere Form von Kreativität, auf einer Bühne zu stehen oder von einer Kamera oder auch selbst Live-Lesungen zu machen, was ich gerne mache, weil das...

Jennifer Rolle (46:31): Mhm. Mhm.

Till Beck (46:36): Weil hier muss ich ja auch immer sozusagen mich selber auch wieder den Antrieb finden, mich motivieren. Und wenn man mit anderen Leuten zusammenarbeitet, so geht's mir, da kriege ich einen Antrieb. Es kommt eine Gruppendynamik, eine Motivation, die man sich da rausziehen kann. Und insofern ist dann auch immer mal wieder mal rausgehen, was anderes machen, Akkus aufladen, Kopf lüften. Ist für mich wichtig.

Jennifer Rolle (47:02): Mhm. Und, ähm, habe ich das vorhin richtig verstanden, dass du durchaus auch schon in eine oder anderen Klassiker eingelesen hast? Oder war das nur als Beispiel, was du persönlich noch so nebenbei konsumierst? Noch nicht.

47:06 Die Auseinandersetzung mit Klassikern

Till Beck (47:19): Noch nichts. Das konsumiere ich selber. Klar, über die Theaterarbeit wird man oft mit Klassikern konfrontiert. Da musste ich mich auch mal mit Kafka sehr lange auseinandersetzen.

Jennifer Rolle (47:26): Mhm. Mhm.

Till Beck (47:38): hat aber mit der Zeit auch Spaß gemacht. Also Kafka war auch... Also saß ich überhaupt... Ja, weil saß ich auch mit davor und dachte mir so, okay, was ist das? Ich check's nicht. Ich versteh's überhaupt nicht. Aber gut, wir müssen's ja spielen. Insofern lesen wir's halt nochmal. Und irgendwann habe ich mich auch in Kafka verliebt. Aber ich hab... Ich hab Momo mal eingesprochen.

Jennifer Rolle (47:43): Kaffee aus einem echt dickes Brett.

Till Beck (48:07): Aber nur weil ich es meinen Neffen zu Weihnachten geschenkt habe.

Jennifer Rolle (48:13): ⁓ also ganz, also eine private, das ist aber ein ganz schönes Projekt gewesen, also für so ein privates Geschenk.

Till Beck (48:22): Dachte ich mir im Nachhinein

Jennifer Rolle (48:26): Wie viele Stunden hast du da rein investiert? Das müssen doch Tage gewesen sein. Ja, krass.

Till Beck (48:30): Eine Woche habe ich gebraucht dafür. Da sah ich dann auch, dass ich das nächste Mal wieder ein Spielzeug laden Es war ein megaschönes Projekt, weil ich dieses Buch toll finde und liebe. Ich dachte mir auch, ich will nichts kaufen, will nicht das nächste Spielzeug. Dann dachte ich ich mache ein Hörbuch. Und welches? Ja, dann spreche Momo ein

Jennifer Rolle (49:04): Mal so eben ungekürzt.

Till Beck (49:06): Ja, ganz genau umgekürzt.

Jennifer Rolle (49:08): Wahnsinn. ist ja, ja, müsste jeder so ein Till Beck irgendwie in der Verwandtschaft haben, der die Lieblingsbücher mal so eben einspricht. Ja.

Till Beck (49:15): Ich war jetzt gerne zu Weihnachten. Krieg und Frieden. Boah. Ja, ganz genau. Kriegste dann ja noch ein paar Jahren.

Jennifer Rolle (49:28): Ja, da sitzt er in einem Jahr noch dran. Super. Super. Und das heißt, also ich habe jetzt rausgehört, ein bisschen Schauspiel, vor allem Hörbuch sprechen, aber auch so Live-Veranstaltungen. Gibt es sonst noch was, was du so tust? so zum Beispiel, manche machen ja synchron solche Sachen noch.

Till Beck (49:51): Ne, also Synchron, ich mach noch so für Radiojobs ganz selten, hab ich auch mal eine Werbung gemacht, aber...

Jennifer Rolle (49:59): Das, womit du eigentlich anfangen wolltest, war nicht lustig.

Till Beck (50:02): Ja, genau. Ich wollte Werbung machen. da, da muss ich auch mal ganz ehrlich sein, da wird natürlich auch noch anders bezahlt. Da kannst du echt ganz kurze Zeit einen Haufen Geld verdienen. ja, ich weiß nicht, warum es bei mir nicht geklappt hat. Also Stimme, Geschmack und dann gibt es halt aber auch Leute. Also ich habe da ein Leute kennengelernt und denen auch beim

Jennifer Rolle (50:13): Bezahlt.

Till Beck (50:32): zugeguckt und die gehört, ich mir auch dachte so, ja okay das ist schon scheiße gut. Ich weiß nicht ob ich das kann. Also dass sie die buchen, also das war schon stark. Also da bin ich auch, hab ich ein paar Leute mal zuhören dürfen, wo ich auch da saß und dachte so, ja wüsste ich jetzt nicht wie ich das hinkriege. Weil das einfach schon, also echt saugut war.

50:58 Der Weg zum Pseudonym Till Beck

Jennifer Rolle (50:58): braucht ja noch Ziele, oder? Also man will sich ja noch entwickeln. Also was ich mich gefragt habe, als ich irgendwann verstanden habe, dass Till Beck ein Pseudonym ist, darauf kommt man ja überhaupt nicht, wenn man den Namen so liest, wenn ich mir schon einen Pseudonym aussuche, dann würde ich mir ja wahrscheinlich irgendwas fantastisches aussuchen, so wie...

Till Beck (51:00): Oder so. Oder so, ja, ja, ja.

Jennifer Rolle (51:23): Wenn man sich die den Autorinnen die Namen mal so anguckt, die drücken dann auch ziemlich gut aus, was sie dann so treiben. Also Sally Dark zum Beispiel. Der Name des Programms. Du hättest dich ja auch Lucius McGregor oder keine Ahnung, Lorenzo Amaro oder was auch immer nennen können.

Till Beck (51:33): Der Name ist Programm nur. Das ich fragen sollen.

Jennifer Rolle (51:47): Wie bist du jetzt ausgerechnet auf Till Beck gekommen? meine, klar, das rollt gut vor einer Zunge, kann man sich supergut merken. man... Also, die Möglichkeiten, du hast die Möglichkeiten zumindest nicht ganz ausgeschöpft.

Till Beck (52:04): Moment, wo ich entschieden habe, schon. Ich war in einem Hörbuchstudio gesessen und habe eben das erste Angebot für Till Beck bekommen. Da wurde ich gefragt, so hey wir haben hier eine Trilogie und hättest du Bock die zu machen? Weil das war ja auch so eine Frage, das war die Harbor City Trilogie war mal. Und da habe ich gesagt,

Jennifer Rolle (52:08): Okay.

Till Beck (52:32): Ja voll geil, klar eine Trilogie, ich dabei. Und dann haben sie gesagt, ja aber da kommen explizite Szenen vor. ich so, ja okay. Dann haben sie gesagt, ja magst du dir nicht überlegen, ob du das halt unter einem Pseudonym oder Klarnamen machen möchtest. Und dann dachte ich so, ja okay explizite Szenen, ja vielleicht unter Pseudonym. Dann haben sie gesagt, und wie ist dein Pseudonym? Und ich so, ich hab keins. Und dann hat gesagt, das müssen wir aber jetzt wissen. Ja dann Till Beck. Das war mein grosses Till Beck entstanden. Der erste Gedanke, der erste Name, der mir in Kopf kam, war Till Beck. Ja, ich bin Till Beck.

Jennifer Rolle (53:04): Kann der einfach so? TX-Mel hatte die Frage, dein erstes Tilbeckbuch war?

Till Beck (53:21): Und das war die Harbour City Trilogy. Das war gleich mal so ein 24-Stunden-Trilogie.

Jennifer Rolle (53:22): Das war die Harbour City Trilogy Das ist das gewesen. ⁓ hat sich doch gleich gelohnt.

Till Beck (53:33): Nimmt man. Nimmt man. Nee, aber super. Das war echt super.

Jennifer Rolle (53:39): Und ist das praktisch das Unterscheidungsmerkmal geblieben, das praktische Buch mit expliziten Szenen machst du dann unter Till Beck und ein Buch, was diese Szene nicht hat, machst du dann unter deinem Klarnamen oder wie entscheidest du das?

Till Beck (53:50): Ja. Mittlerweile wird natürlich auch Till Beck angefragt. Das konkret heißt, soll Till Beck machen. Oder wenn es mir angeboten wird, dann ist das genau das Kriterium. Also, wie explizit sind die Bücher, dann mache ich sie unter Till oder ansonsten unter Klarnamen.

Jennifer Rolle (53:59): Mhm. Und das heißt, wenn dich jemand als Till Beck anfragt, dann machst du es egal, was da kommt, also auch wenn es keine expliziten Szenen enthält oder sagst du dann, sorry, das läuft grundsätzlich unter Klarnamen. Also ich frage deshalb, weil Kevo Adler ist da sehr konsequent und sagt, manche fragen ihn auch bestimmte Bücher als Kevo Adler an, die er aber nicht unter diesem Namen macht. Punkt.

Till Beck (54:41): Ach so. Nee, weil, also, ich denke mal, das ist ja natürlich dann halt auch ein Wunsch. Also da geht's ja, also ich würde prinzipiell erstmal nichts ablehnen, nur weil Till Beck erstmal angefragt wurde, sozusagen. Also klar könnte man, also ich verstehe den Gedanken hinter, Kevo, dass man halt sagt, so, die will ich aber unter Klarnamen machen, aber ich finde, Also wenn jemand sich da konkret nach Till Beck fragt, dann klar, dann entscheide ich, ob ich Zeit für das Buch habe und dann entscheide ich natürlich, ob ich es machen möchte oder nicht machen möchte. Aber dann wird es Till Beck machen, wenn ich angefragt werde dafür.

Jennifer Rolle (55:27): Okay.

Till Beck (55:29): Ich wurde auch mal gefragt, es gibt jetzt sehr viele unterschiedliche Genres, auch im Dark Romance, wie explizit, auch wie brutal die Geschichten werden. Da gibt es ja auch andere, habe ich gehört, ich weiß es jetzt von niemandem, die dann noch mal ein anderes Pseudonym haben oder noch mehrere Pseudonyme haben, wo ich auch denke, ja okay, aber...

Jennifer Rolle (55:35): Mhm. Mhm. Mhm. Mhm.

Till Beck (55:59): Also ein Unterscheidungsmerkmal kriege ich noch hin zu unterscheiden, jetzt... Das wird mir zu kompliziert, ehrlich gesagt.

56:08 Einfühlung in Dark-Romance-Charaktere

Jennifer Rolle (56:08): hast du es schon angesprochen, Dark Romance, das ist ja nochmal ein ganz spezielles Subgenre des Romance Genres und du scheinst ja Spezialist zu sein für die besonders durchgeknallten Typen teilweise und mit teilweise auch ziemlich spicy Szenen und so weiter und jetzt frag

Till Beck (56:17): Ja.

Jennifer Rolle (56:34): Cut-Free-Soul. Wie schwer fällt es dir, insbesondere in diese liebevoll verdrehten Charaktere hinein zu denken? Und sie denkt dort zum Beispiel an Ghosts in Beautiful Sinners, falls du dich daran noch erinnern kannst.

Till Beck (56:49): Der ist mir zum Beispiel im Kopf geblieben.

Jennifer Rolle (56:52): Ist dir im Kopf geblieben? Also dieses irre Schmunzeln, was man so glaubt, rauszuhören. Ist das etwas, was bei dir ein normales Alltagsphänomen ist? Schreibt sie das oder fragt sie das? Oder ist das etwas, was du dir antrainiert hast oder überlegt hast? Wie gehst du das an und wie findest du dich da zu Recht in diesem Genre, mit diesen Charakteren?

Till Beck (57:18): ... Also antrainiert habe ich mir da speziell nichts, sondern... Ich würde sagen, ist so eine Form der Arbeit, wie ich an die Arbeit rangehe. Ist einfach zu sagen, das sind ja prinzipiell erst mal alles Menschen. Auch wenn sie sehr fiktiv abgedreht in fiktiven Welten sind. Vielleicht trifft es ja auch Wesen erst mal. Diese Wesen haben immer Emotionen. Bei Ghost muss man ja sagen, ist dann schon echt schräg und echt auch abgefahren. Da hilft mir aber natürlich dann auch, muss ich ehrlich sagen, das Pseudonym. Weil ich durch das Pseudonym halt auch viel von meiner Privatperson, die ich dann auch noch bin, abkoppeln kann und erstmal wegkoppeln kann und es erstmal nicht bewerte. Und dann schaue ich halt natürlich, was steckt in dem Buch über die Figur drin. Also wie ist die beschrieben? Wie handelt sie? Wie lebt sie? Wie erlebt sie?

Jennifer Rolle (58:02): Mhm.

Till Beck (58:28): Davon lasse ich mich treiben. Davon lasse ich mich, da versuche ich mich reinzugeben und versuche es nachzuempfinden. Das ist ja auch der spannende Aspekt an einer schauspielerischen Arbeit, man gar nicht erst mal bewertet, wie eine Figur handelt, sondern erst mal versucht, das Warum herauszufinden. Warum ist jemand auch Pervers, hinterhältig, ein Mörder. Warum wird jemand zum Mörder? Und das versuche ich dann emotional nachzuempfinden. Und nach wie vor eben ohne es moralisch, ethisch oder rechtlich zu bewerten.

Jennifer Rolle (59:16): Mhm.

Till Beck (59:18): Und so entstehen dann die Figuren. Aber teilweise sitzt man auch da und denkt sich so, ja, leckomio. Also wo kam denn die Idee her? Das ist schon respekt.

Jennifer Rolle (59:36): Also schon auch manchmal herausfordern sich da rein zu denken in so eine Figur.

Till Beck (59:43): Ja, aber das ist ja, wie ich auch am Anfang schon auch gesagt habe, das ist ja erstmal nicht meine Aufgabe, den Inhalt oder das Buch zu bewerten. Meine Aufgabe ist es, das eine Geschichte hörbar zu machen. Das ist erstmal meine Aufgabe. Und dann irgendwie in zweiter, dritter Instanz kann ich mich natürlich auch mal hinstellen und mich fragen so, okay, wie... Also klar, muss man ganz ehrlich sagen, im realen Leben, wenn man solchen Leuten begegnet, würde man auch sagen so... Oder hoffentlich sagen so, hey, bitte bleib mir fern. oder... Ja, ja, ja. Und auch sagen so, ich wünsche jedem ein gesundes Leben und eine gesunde Psyche. Natürlich ist das aber...

Jennifer Rolle (1:00:23): Ich schreien wegrennen.

Till Beck (1:00:34): trotzdem halt total aufregend und spannend, sich in diese Charaktere, diese Welten, in diese Fiktionen reinzubegeben, natürlich... darum geht's ja, ich, auch die Aufregung dahinter. Das macht es ja dann auch irgendwo interessant, dass das ja dann eben nicht das alltägliche und reale Leben ist, was in solchen Geschichten vorkommt. Ganz ehrlich, ich setze mich dann hin. Ich lese diese Geschichten, ich gebe mich in diese Geschichte. Und ich setze mich sozusagen nicht vorher schon mal hin und sage, was kommt da auf mich jetzt zu? Weil ich glaube, das würde auch eher behindern und das würde mich auch eher bremsen, weil dann fängt natürlich auch an, eine moralische Instanz mit zu bewerten. Also... Und ich glaube, solche Geschichten... kann ich jetzt einfach nur machen, indem ich völlig frei mich da reinbegebe.

Jennifer Rolle (1:01:30): Ohne Barriere und ohne Bewertung, sondern dich einfach empathisch einzufühlen in das, worum es da geht. sonst funktioniert das nicht, das glaube ich.

Till Beck (1:01:33): weil ansonsten müsste Genau. Genau. Ja, sonst wird es schwierig auch. Jetzt kann man mir natürlich dann auch bestimmt irgendwie eine Naivität vorwerfen oder dass ich da vielleicht unmoralisch wäre. Mit Sicherheit ist das bestimmt auch in Ordnung. klar, am Ende des Tages stehe ich natürlich da und sage, mache ich es, mache ich es nicht. Aber wenn ich es mache, dann ist erstmal die Frage, einfach das Ganze wertfrei anzugehen, weil ich ja eine Figur bin. Ich bin ja dann nicht eben Ghost oder Chokehold Das bin ja nicht ich persönlich, sondern das ist die Figur in dem Buch, das ist die Figur in der Geschichte. Und eine Autorin hat sich diese Geschichte ausgedacht und hat diese Figuren zum Leben erweckt dadurch. Und damit haben sie eine Form der Existenzberechtigung. Und jeder, der diese Geschichte hören möchte und sich in diese Welten hineinbegeben möchte und in diese Emotionalitäten hineinbegeben möchte, natürlich als Außenstehender, als Hörer, hat ein Recht darauf, dass er das sehr gut erzählt bekommt.

01:02:59 Auswahlprozess und persönliche Grenzen

Jennifer Rolle (1:02:59): Jetzt hast du es eben schon angedeutet mit Auswahlprozess. Wonach wählst du denn aus, was du machst? Gibt es auch Dinge, die du mal abgelehnt hast und was sind da die Gründe oder hättest du dir im Nachhinein mal gewünscht, etwas abgelehnt zu haben?

Till Beck (1:03:20): Ja, das hatte ich auch schon. Also, dass ich danach da saß und mir dann auch gedacht habe, so, das jetzt nicht zu heftig für mich war. Ehrlich gesagt so oder oder die mich dann doch auch die Sachen, die mich dann schon auch im Nachhinein so ein bisschen beschäftigen, ehrlich gesagt. So, weil es sind ja teilweise wirklich sehr tiefe Abgründe, die sich ja da aufstellen. Sowohl jetzt nicht nur bei dem

Jennifer Rolle (1:03:45): Mhm.

Till Beck (1:03:49): Protagonisten, also bei den männlichen Charakteren, sondern vor allem auch bei den weiblichen Charakteren, die sich ja da Situationen aussetzen oder ihre Befriedigung über Situationen finden, die ja im wahren Leben wirklich zu bewerten wären. Also wo man wirklich sagt, ich weiß nicht inwieweit das gesund ist. Ich hab da auch eine klare Meinung, das gesund ist oder nicht. Aber muss ich ehrlich sagen, bin ich jetzt auch kein Psychologe, sondern ich bin gelernter Schauspieler. Ich hab da eine sehr laienhafte, private Meinung darüber. Aber da gab's schon mal Sachen, die mich im Nachhinein, wo ich schon gedacht hab, so wow. Aber ich hab bisher eigentlich Sachen absagen müssen aus Zeitgründen. Weil ich keine Chance mehr hatte, das noch irgendwie unterzukriegen. Weil der Terminkalender da so voll war.

Jennifer Rolle (1:04:50): Häufig weiß man ja auch gar nicht so genau, was da auf einen zukommt, oder?

Till Beck (1:04:54): Auch das. Ich kriege teilweise einfach Anfragen, da muss ich selber recherchieren, was es ist. Oder ich kriege aber auch wirklich sehr gute Beschreibungen schon, was da drin vorkommt. Das ist wirklich von Verlag zu Verlag unterschiedlich. Aber wie du sagst, ich keine Ahnung, manchmal sage ich, ja, passt rein, mache ich, passt.

Jennifer Rolle (1:05:01): Mmh. Mhm. Manchmal gibt's Überraschungen. Ach so. Jetzt was auch uns Frauen immer besonders interessiert, jetzt im Romance Genre, weil die Charaktere, das sind ja, ganz häufig haben wir ja so diesen dual POV, dass es eine Ich-Perspektive-Er gibt, Ich-Perspektive-Sie, die immer so im Wechsel stattfindet und die aber ja bei beiden Perspektiven von Frauen geschrieben werden. Und da fragen wir uns Frauen immer, treffen wir denn da eigentlich so den Mann halbwegs? Also ist das halbwegs realistisch, was dabei rumkommt? dass diese Gedanken und Gefühlswelt irgendwo, sage ich mal, nicht ganz so stark aus der Luft gegriffen ist. Wie empfindest du das als Mann, der das ja dann auch vorliest?

01:05:21 Männliche Perspektiven in Frauenliteratur

Till Beck (1:06:15): ... Eigentlich finde ich es immer sehr gut. Der einzige Punkt, wo ich mich öfters mal gefragt habe, was ich jetzt noch nie gemacht habe, ist, wenn ich in einen Raum reingehe und jemanden angucke, dass ich dann sage, wie das Make-up ist, wie die Haare sind, was für Kleidung sie trägt. Wo ich mal denke, diese Beschreibungen, da merkt man dann doch...

Jennifer Rolle (1:06:39): Okay.

Till Beck (1:06:46): dass es eine weibliche Autorin ist und kein männlicher Autor. Da habe ich manchmal das Gefühl, da kommt der große Mafia-Boss und sagt so, die blonden Haare welten sich über die Schulter und der glitzernde Liedschatten passte perfekt zu den Vorhängen im Raum. ich denke, das denkt sich überhaupt kein Typ. Das kommt mir, oder was heißt überhaupt kein Typ, aber kommt mir so ein bisschen vor, wo ich denke, ja, da merkt man es, die Autorin.

Jennifer Rolle (1:06:48): Aha, aha. Mhm. Mhm. Also du sagst, Männer haben vielleicht eher so den Sinn für den Teil des äußeren Erscheinungsbildes.

Till Beck (1:07:21): Ja, vielleicht auch nicht die Charaktere in den Büchern. Das überrascht mich, dass sie dann doch so einen... Also, ist das dann einen femininen Blick haben? Der überrascht mich dann oft. Andererseits muss ich sagen, finde ich es aber sehr interessant, weil... Im Endeffekt sind es ja Emotionen und Reaktionen, die ja beschrieben werden. Und dann ist es ja...

Jennifer Rolle (1:07:26): Oder die Charakten. Wunderbar.

Till Beck (1:07:50): Ich Gedankengut, ob das jetzt männlich, weiblich ist, finde ich, weiß ich jetzt nicht, würde ich jetzt glaube ich gar nicht unterscheiden, aber das Interessante finde ich eher, dass man sagt, so wie... wie innerlich die gut beschrieben sind und sie dann doch ihre Emotionen und ihre Welt einfach sehen und beschreiben. Dafür habe ich jetzt zu wenig männliche Autoren gelesen, zu sagen, ob ein männlicher Autor das genauso teilweise liebt. wurde wirklich eine Liebe für den Blick und für den Blick der Figur und für den Blick des Äußeren empfindet oder schreibt. Weil das finde ich sehr gut. Aber da würde ich nicht dran festmachen, ob das jetzt weiblich oder männlich belegt ist. Aber... bei den Beschreibungen des Outfits, des Make-ups, der Räumlichkeiten, da merkt man sehr schnell, ob das eine Frau oder ein Mann war. Und auch teilweise bei den Spice-Szenen auch, da merkt man es auch.

Jennifer Rolle (1:08:51): Spannend. Aha, wie meinst du das?

Till Beck (1:09:03): Ja, wo man einfach der Vorgang an sich, wo man merkt natürlich aus welcher Sicht der beschrieben ist oder aus welcher Sicht der empfunden ist und aus welcher Sicht der sich vorgestellt ist. Das kann man manchmal schon rauslesen. Also wo man sagt, so das ist eine Autorin, die mir jetzt beschreibt, wie ich mich quasi als Mann fühle während des Aktes oder während des Orgasmus. Und dann denke ich mir oft so, das ist interessant. Das ist

Jennifer Rolle (1:09:37): Das sind ja vielleicht auch Wünsche, die die Frauen haben, das, was sie sich wünschen, was in Männern vorgehen sollte oder was sie schön finden würden. Was aber wahrscheinlich, kann man sich wünschen, entspricht einfach nicht der Realität.

Till Beck (1:09:52): Ja. Ja, das hast du sehr gut ausgedrückt.

Jennifer Rolle (1:10:09): Ich fand das so niedlich. Eine Autorin hat mal auf Instagram einen kleinen Beitrag eingestellt, wo sie ihren Partner versucht zu entlocken, wie sich für ihn denn ein Orgasmus anfühlt. Und er sagt, gut.

Till Beck (1:10:33): Ja.

Jennifer Rolle (1:10:33): Zum verzweifeln. Sehr hilfreich.

Till Beck (1:10:38): Ja, ja. Das schon ...

Jennifer Rolle (1:10:41): Ja schon. Schon o.k.

Till Beck (1:10:43): Schon. Ja, da merkt man natürlich schon auch, dass es aus einer weiblichen Sicht geschrieben ist. So muss ich natürlich auch sagen, das Publikum ist natürlich auch vorwiegend weiblich in dem Genre, was ich jetzt so mitbekomme. Man darf mich gerne Lügen strafen, aber soweit ich das weiß, ist das natürlich vorwiegend weiblich, das Publikum im Dark Romance Romance.

Jennifer Rolle (1:11:12): Das man schon so sagen, das kann man sogar statistisch nachweisen, dass das zu bestimmt 90 % Frauen sind, die das lesen. Nichtsdestotrotz, da ist ja offensichtlich auch gewisse Wünsche widerspiegelt, die die Frauen haben. Insofern ja auch Wünsche an Männer irgendwo widerspiegelt. Dann mal die Frage, ob da irgendwas von auf dich abgefärbt hat oder dein Bild von dir als Mann sich verändert hat oder du dir irgendwas angenommen hast oder hat also hat dich das irgendwie diese diese Beschäftigung, diese sehr intensive Beschäftigung, die du ja berufsmäßig hast mit diesen Texten und diesen Wünschen. ob da irgendwas abgefärbt hat, sich verändert hat in deinem Blick auf irgendwas, auf die Frauen, auf dich selber, auf Männer.

01:12:09 Einfluss von Romance auf das Selbstbild

Till Beck (1:12:19): würde ich jetzt spontan mit nein da antworten ehrlich gesagt so weil einerseits ist das natürlich auch die die form der arbeit wie ich sie mache weil mir auch ganz klar beigebracht wurde und ich das auch für sehr sehr gesund halte dass man sagt das eine ist eine figur und dann gehe ich wieder zurück in mein leben und dann bin ich da bin ich die privatperson und auf der anderen seite bin ich bin ich jemand anderes und Ja, also das ist jetzt ganz ehrlich so, dass es menschliche Abgründe gibt, dass es psychische Abhängigkeiten und so weiter, dass das alles da ist und dass es das gibt, das wusste ich schon. Also das war mir jetzt nicht, also ich habe jetzt nicht durch die Bücher sozusagen neue neue Abgründe der Menschheit oder der Form der Beziehung oder sowas kennengelernt, sondern das ist das das war mir bewusst. Ich möchte mal behaupten, dass ich glaube ich eine sehr kluge und gesunde Sicht auf Frauen und Männer habe, weil ich eine kluge und gesunde Sicht glaube ich auf Menschen habe. und dich da in keinster Weise unterscheide. Und deswegen würde ich sagen, ich glaube, habe aus den fiktiven Geschichten für mich persönlich nicht viel rausgezogen. Was natürlich irgendwie so sind, so interessante Beziehungskonstellationen, mal da sind oder was ich auch oft... Wobei, das finde ich irgendwie, was ich immer so erstaunlich finde, ist, was Offenheit bewirken kann. Ehrlichkeit und Offenheit. Das kommt ja oft einfach auch so in Büchern vor, in Geschichten vor. Dass man sagt, man hat ja immer das große Geheimnis, was ja dann irgendwann irgendwie an den Tag gelüftet wird oder was zu Problemen führt. die Probleme werden erst gelöst, wenn das Geheimnis offenbart wird und behandelt wird. Und da musste ich schon ein paar Mal drüber nachdenken, dass man sich denkt so, mach einfach den Mund auf, trau dich. Geh da einfach mal durchs Tal durch und durch die Scham oder was es dann auch immer sein soll, geh durch. Aber sei offen und ehrlich. Damit kommst du weiter, als wenn du Dinge in dich hineinfrisst, mit dir selber ausmachst, alleine löst. Kann auch funktionieren. Aber ich glaube, die andere Seite ist, glaube ich, die klügere Wahl. Über die Punkte habe ich, glaube ich, öfter schon öfters drüber nachdenken müssen.

01:15:21 Herausforderung beim Vorlesen von spicy Szenen

Jennifer Rolle (1:15:21): Spannend. Jetzt die obligatorische Frage für einen Hörbuchsprecher in der Szene ist natürlich, wie fühlt es sich denn an, so spicy Szenen vorzulesen und Dinge auszusprechen, die andere sich teilweise nicht mehr zu denken wagen.

Till Beck (1:15:42): Ja, das ist eine super Frage, ich. Das war natürlich auch eine Begründung für mein Pseudonym. Das muss man ja auch mal ganz ehrlich sagen, dass man da eine Schamgrenze leichter überschreiten kann. Oder sich davon ja auch dann, wenn es ist, distanzieren kann. Klar, deswegen habe ich auch ein Pseudonym erfunden und gewählt.

Jennifer Rolle (1:16:01): Mhm.

Till Beck (1:16:09): Aber jetzt hast du ja, finde ich, total Spannendes gesagt, dass man sagt, man traut sich nicht drüber zu sprechen. Das sind Dinge, die man ja nicht in den Mund nehmen möchte, so verbal. Und ich finde, bei diesen Spicy-Szenen natürlich ist es so, Es gibt manche Geschichten, da wird sehr viel auf Spice aufgebaut. Da hat man das Gefühl, es geht einfach nur diese Spice-Szenen. Aber in sich ist Sexualität, körperliche Nähe, ein Riesenbedürfnis, wir haben. Und es ist einfach ein Riesentabuthema, trotz dessen, dass man sagt, dass es eine extreme Wichtigkeit hat. Am Anfang ging es mir eben auch so, dass man sagt, das darf man aber nicht, das sagt man nicht. Und dann kam natürlich auch mein Freundeskreis dahinter, was ich so treibe und was ich so mache, was ich so arbeite. Und dann kamen immer so, du und deine Pornobücher. dann habe ich gesagt, ja gut, teilweise sind es Pornobücher, okay. Aber teilweise spielt ja der Spice oder die Sexualität in diesen Szenen ja eine

Jennifer Rolle (1:17:03): Ich

Till Beck (1:17:26): eklatant wichtige Rolle für die Geschichte oder für eine Figur. Und dann ist es ja auch keine Porno-Geschichte mehr. Porno ist es ja wirklich, wenn es ja nur um den Akt geht oder dass man sich an dem Akt als Externer ja irgendwie was davon erhofft oder holt. Aber dann finde ich auch wieder beim Lesen ist es eben dann ja auch die Emotionalität dahinter entstehen zu lassen und das Bedürfnis dahinter entstehen zu lassen oder eben auch die Freiheit, die dadurch auch entsteht durch Sexualität oder Befreiung, die dadurch entstehen kann, entstehen zu lassen. Das macht auch Spaß. Das ist einfach auch was total Schönes. Manchmal gibt es natürlich auch Sexzene, wo du auch denkst so, shit, okay, ach das, jetzt wird es hart. die dann auch voll mit einer Brutalität haben. Das ist dann schon eine Herausforderung und auch echt eine Aufgabe, ich. Aber auch das ist ja auch wichtig. Das menschliche Bedürfnis dahinter, das ja da ist, irgendwie sichtbar zu machen. Und eben nicht nur einfach, dass es einfach ein, ja, das rein Rausspiel ist.

Jennifer Rolle (1:18:52): Weil du es jetzt gerade angesprochen hast, Deathly Vampire 89 fragt... Ja, von dieser Followerin habe ich auch schon immer mal wieder Fragen gekriegt, sehr spannende Fragen. Und sie fragt, wie war es für dich, Spice-Szene von Silvian Silvano von der Reihe Very Bad Kings zu sprechen? Vielleicht müsste man da erst mal sagen, worum ging es da oder was ist da das Besondere dran, falls du dich noch dran erinnern kannst.

Till Beck (1:18:57): Auch ein Fördername. Ja, das war ja, ich glaube, das war sogar eigentlich von J.S. Wonda, ist das die Reihe, so die Very Bad Kings Reihe. Das ist glaube ich auch so die Reihe, mit der ich dann als Till Beck ja auch wahrscheinlich eine Bekanntheit bekommen habe. so, glaube ich, weiß ich nicht, aber glaube ich, ist ja auch work. Aber das war auch sehr herausfordernd, weil da ging es ja

Jennifer Rolle (1:19:42): Die hattest du vorher schon.

Till Beck (1:19:50): ⁓ Gruppensex, ehrlich gesagt. war ja nicht nur Mann-Frau, sondern da ging es ja eine profane Jungsgruppe, die mit einem Mädel Sex haben und darüber aber auch ihre Machtspiele ausspielen. Aber da ist es genau dasselbe wie bei allen anderen im Endeffekt auch. Ich versuche, den Drang hinter der Figur zu verstehen. den Need, den sie hat und den dann sozusagen in der Geschichte spürbar und hörbar zu machen. Aber es ist immer eine Form der Herausforderung. Ein Sachbuch liest sich natürlich sehr anders als ein Spicy-Buch. Ich habe auch schon Sachbücher gemacht.

Jennifer Rolle (1:20:46): Hast du auch schon Sachbücher eingelesen? Und wie fühlt sich das für dich an, Prinzip darüber auch weibliche Fantasien zu befeuern?

01:20:51 Weibliche Fantasien bedienen

Till Beck (1:21:01): nie mein Bewusstsein, ich ehrlich bin. da denke ich überhaupt nicht drüber nach, dass ich mir denke so, jetzt könnte jemand da wirklich ein paar schöne, tolle, geile Minuten haben. Und deswegen mache ich meine Stimme so, damit das noch toll

Jennifer Rolle (1:21:03): Mhm. Stunden mit haben.

Till Beck (1:21:22): Ich glaube, da liebe ich es einfach zu sehr, wirklich in die Figur einzusteigen, anstatt quasi ein Bedürfnis zu erfüllen. Weil das hat ja im besten Fall eigentlich schon die Autoren gemacht. Also die Autoren mit ihrer Geschichte versucht ja sozusagen ein Bedürfnis zu erfüllen. Und dann komme ich mit meiner Stimme und mit meiner Arbeit um das Ganze vielleicht noch auf eine Spitze zu treiben. Aber ich hatte das... Nee, ohne Witz hatte ich noch nie im Kopf dabei, dass ich mir denke, nee, jetzt muss ich noch ein bisschen dunkler oder rauer oder noch näher ans Mikro oder damit das einfach irgendwie noch sexier klingt. Ich habe auch mal eine Anfrage bekommen. weiß gar nicht mehr, wie die Plattform heißt, aber es ist ja auch wurscht, wo man ja...

Jennifer Rolle (1:22:00): noch nie dran gedacht. Gibt's so Femtasy und Bloom-Stories? Das wäre nochmal eine Frage gewesen, ob du von denen schonmal angesprochen wurdest.

Till Beck (1:22:19): Also, ja. Ist das Bloomstories oder Femtasy,

Jennifer Rolle (1:22:25): Beides macht, die machen sehr erotische Bücher, Hörbücher und die wirklich sehr, wie soll ich sagen, also wie mir es erzählt wurde, noch mal sehr viel realistischer reingehen als bei einem Hörbuch.

Till Beck (1:22:41): ⁓ ja, weil es war auch mal so eine Anfrage da, da könnte man sich private Nachrichten von mir irgendwie dann kaufen und die spreche ich dann ein, wo ich sage so, ⁓ nein, das ist jetzt nicht meins. Das würde ich jetzt nicht machen wollen, weil ...

Jennifer Rolle (1:22:50): Mhm. Mhm.

Till Beck (1:23:05): Wie gesagt, ich bin der Sprecher für Figuren und Geschichten. Und das dürfen dann gerne andere machen. Aber ich finde es besser, wenn man sagt, geil, Till Beck hat das Buch von gemacht. da habe ich Spaß dran. Das will ich mir anhören. nicht, Till Beck hat mir jetzt alles Gute zum Schlafen hier, gute Nacht gewünscht. Und das fand ich so sexy. Ich glaube, bin ich einfach nicht. Wie gesagt, das dürfen gerne andere machen. Ich verstehe das alles und das finde ich auch super in Ordnung. Das ist alles richtig, aber nicht für mich sozusagen.

Jennifer Rolle (1:23:48): Das passt ja, alles gut. Liss Berlin würde noch gerne wissen, was anspruchsvoller zu lesen ist. Explizite Szenen oder eher so die stillen, verletzlichen Szenen?

Till Beck (1:24:02): Ich finde die stillen, verletzlichen Szenen anspruchsvoller. Weil... Das ist ja auch das Interessante am Schauspiel. Wer zeigt sich schon gerne verletzlich? Das ist ja... Das ist ja eine große Herausforderung in der Schauspielerei, sagen, ich mache meine tiefsten Gefühle und Emotionen sichtbar. Für jeden. Das heißt, ich... Ich mache mich ja einer Form wahnsinnig nackt. das ist, ich, das Interessante und Spannende. Es gibt da eigentlich wie zwei Formen von Nacktheit. Es gibt einfach mal einmal die körperliche Nacktheit, was dann für eine explizite Szene, glaube ich, wichtig ist. Und dann gibt es die innere Nacktheit. Und die ist viel verletzlicher als die äußerliche Nacktheit. Ich weiß versteht man das, was ich meine?

Jennifer Rolle (1:24:59): Ich verstehe das zu 100 Prozent.

Till Beck (1:25:02): Okay. Aber ich persönlich finde es einfach spannender, die innere Nacktheit heranzugehen und sie sichtbar zu machen. Das ist vom Anspruch her, es ist schwieriger, da ranzukommen, anstatt dass man sagt, versuche ein sexuelles Bedürfnis oder einen sexuellen Moment oder eine sexuelle Ektase sichtbar zu oder hörbar zu machen. fällt mir viel leichter als wirklich an dieses innere, wirklich wahnsinnig verwundbare Kind ranzugehen.

01:25:37 Umgang mit ungewohnten Genres und Szenen

Jennifer Rolle (1:25:37): Du hast auch mal erzählt in einem Kurzinterview, du, als du mal deine erste Gay-Romance eingesprochen hast, dass das sich am Anfang bisschen komisch angefühlt hat. Und Vanny Queen of Book und auch noch

Till Beck (1:25:54): Mhm.

Jennifer Rolle (1:26:00): ida Teenage.author auch war, also das scheint viele zu beschäftigen, dieses Thema. Vielleicht liegt es auch daran, dass in der Zwischenzeit, also im Moment sind ja Gay-Romances, das sind ja im Moment ziemlich im Trend, hab ich so das Gefühl. Also zumindest Autorinnen, die bisher immer nur in Anführungsstrichen hetero-Romances geschrieben haben, schmeißen jetzt eine Gay-Romance mit auf den Markt. Und äh...

Till Beck (1:26:04): Ja.

Jennifer Rolle (1:26:24): Das Interesse scheint jetzt in der Community da zu sein, wie sich das eigentlich anfühlt, sowas zu lesen, zumindest klang es jetzt so, als ob du hetero bist. Vielleicht stimmt das nicht, aber... Und wie sich das dann anfühlt, sowas zu lesen. Und du hast damals erzählt, dass es erst so bisschen komisch angefühlt hat. Aber ja.

Till Beck (1:26:34): Ja, kann man ja gerne sagen, ja bin ich.

Jennifer Rolle (1:26:49): Wie ist das in der Zwischenzeit? Wie gehst du damit ⁓ Und gibt es vielleicht auch noch andere Bücher oder andere Arten von Büchern oder andere Arten von Szenen, wo sich erstmal was sträubt?

Till Beck (1:27:05): Ja, mittlerweile sind es relativ wenige Szenen, wo sich was sträubt, weil ich schon relativ viel gesprochen habe. Aber es war bei jedem Mal, wenn was neu war. Genauso wie es bei meinem ersten expliziten Buch mit expliziten Szenen war, es war auch total befremdlich. Ich kannte das noch nicht. Bei einer Gay-Romance...

Jennifer Rolle (1:27:05): Ja, mittlerweile... Ich habe es Mhm. Get in the room,

Till Beck (1:27:33): Es ist natürlich auch so, das erste Mal eine explizite Szene zwischen zwei Männern vorzulesen, ist auch das Neue. Das Neue, das Ungewohnte, das erst mal zu sehen, wie beschreibt man das? Ich hatte es vorher ja auch nicht Gay-Romance-halber gelesen. Sondern es war für mich alles Neue, mich da reinzuwerfen und reinzugeben. Und das ist, glaube ich, das, es dann im ersten Moment mal unangenehm macht. Dass es was Neues ist, was man erst mal ... schauen muss, wie sich das anfühlt. Aber im Endeffekt ist es ja nichts anderes, wie andere explizite Szenen und Geschichten auch. Es geht ⁓ zwei Menschen, Emotionen füreinander haben und dann halt auch eine Sexualität miteinander haben. Es gibt keinen Unterschied. Mittlerweile kann ich mich emotional genauso reingeben wie in den anderen Büchern. Aber klar, am Anfang war es erst mal so, ups, was Neues. Daran musste ich mich erst mal akklimatisieren, würde ich sagen.

Jennifer Rolle (1:28:27): Also es ist genau so, kann ich feststellen, national genauso ein Leben wie in der anderen Welt auch. Aber am Anfang gab es erstmal so... erstmal einfühlen und ein weiterer Trend, der zur Machart zu beobachten ist, ist ja, dass Duettlesungen gerade so in Mode kommen. Hast du sowas auch schon mal mitgemacht? Und da fragt Hilbertz, wie stehst du zu Duettlesungen?

01:28:43 Duettlesungen: Aufwand und Nutzen

Till Beck (1:28:45): Ja. Ja.

Jennifer Rolle (1:29:10): Bist du der Meinung, also im Sinne von Aufwand und Nutzen, was denkst du darüber?

Till Beck (1:29:20): Der Aufwand, wir können damit mal anfangen, weil das so ein bisschen der einzige negative Punkt ist. Der Aufwand ist natürlich bei einer viel höher als bei einer Nicht-Duet-Lesung. Weil ich ja natürlich dann erstmal meine Kapitel durchgehe, immer Pausen reinmache, wenn der andere dran ist, dann die ganzen anderen Kapitel durchgehe, dann da einfach nur einzelne Sätze spreche, mich da vorher mit reinfühlen, reinlesen muss. Ich habe jetzt auch Duettlesungen gemacht, wo ich mit den Aufnahmen warten soll, wo ich sie alleine gemacht habe, die einzelnen Sätze, aber ich habe die Kapitel der Sprecherin geschickt bekommen und sie hat meine Kapitel bekommen.

Jennifer Rolle (1:29:47): Ja. Das

Till Beck (1:30:07): Dann könnte ich mir das alles anhören und darauf reagieren. Das ist natürlich vom Aufwand her sehr hoch, weil ich das ganze Kapitel mit Skript durchgehen muss, auf der Tonspur schauen muss, wo ist das, wo setze ich das hin und so weiter. Aber da habe ich auch zwei Zweimalungen dazu.

Jennifer Rolle (1:30:09): krass

Till Beck (1:30:36): eigentlich ein wahnsinnig schönes Mittel. Weil du plötzlich einfach nicht mehr ich als Mann keine Frauen mehr spreche oder die Protagonistin mehr spreche und die Frau nicht mehr den Protagonisten spricht. Und das ist ja oft mal passiert, dass man ja plötzlich eine andere Sprache, eine andere Tonlage hat und einen Sprachfluss hat, als die Sprecherin ihre Figur spricht.

Jennifer Rolle (1:30:39): Danke. Das ist fun. Hmm.

Till Beck (1:31:05): und ich eine andere und genauso andersrum. Und das passiert nicht mehr. Und dadurch kannst du halt einen total schönen Dialog entstehen lassen und nochmal eine ganz andere Emotionalität in dein Buch bringen.

Jennifer Rolle (1:31:06): dass das genauso anders kommt.

Till Beck (1:31:20): Aber es ist teilweise auch so, dass in diesen Kapiteln halt einfach ich vielleicht in einer halben Stunde drei Sätze sage. Und damit finde ich, ist das jetzt ein bisschen obsolet. Also weil dann sich dieser Effekt des Dialoges nicht wirklich einstellen kann. Und wenn es jetzt Bücher oder gibt, wo die sehr dialoglastig sind, dann kann damit Da kann man dann richtig toll spielen und richtig tolle Sachen machen. die ersten Duettlesungen, die ich gemacht habe, war halt auch so, dass ich da sag ich pro Kapitel mal einen Satz oder zwei Sätze oder dann kommt ein Teil, wo ich mehr sage, dann kommt wieder nichts. Und andersrum genauso. Da hab gedacht, das ist ein schönes Stilmittel, aber Aufwand nutzen. Hätte ich jetzt mal angezweifelt, ehrlich gesagt.

Jennifer Rolle (1:32:20): Ich stelle mir das vor allem sehr schwierig vor, wenn man das dann nicht live zusammen performt, sondern irgendwie so abgekoppelt einsprechen muss. Das stelle ich mir wahnsinnig herausfordernd vor.

Till Beck (1:32:33): Da kommt mir natürlich mal eine Schauspielausbildung zu Hilfe. Also dass ich einfach sag, dann sind wir wieder bei aufnehmen, bewerten Handeln. Diese tolle Basic-Regel aus dem Schauspiel. Da kann ich mich selber schon gut hineinbegeben, mich reindenken und reinspielen. Aber natürlich, ist einfach, wenn du immer vor Ort zusammen bist und direkt miteinander voneinander abnimmst und miteinander spielst, wird das immer was komplett wirklich was ganz anderes sein als wenn ich jetzt hier bei mir bin die Sprecherin ist in Köln Hamburg sonst irgendwo und am Schluss wird alles zusammengesetzt das wird funktionieren das funktioniert auch sehr gut finde ich aber klar wenn man zusammen im Studio sitzt und da Tage miteinander verbringt da wird was ganz anderes entstehen das wird aber so weit Ich habe es noch nicht gemacht. Soweit ich weiß, wird es auch relativ selten gemacht, weil der Kostenaufwand extrem hoch ist. Man müsste zwei Sprecher für eine gewisse Zeit im selben Studio in derselben Stadt holen. Das ist natürlich... Ich weiß nicht, das müssen jetzt Produzenten beantworten, da die Kosten-Nutzen-Lage ist. Das kann ich nicht beantworten. Ich kann es mir nur schwierig vorstellen.

01:33:59 Grenzen der Trennung zwischen Beruf und Privatleben

Jennifer Rolle (1:34:00): Jetzt machst du bestimmt nicht nur mich ganz wuschig mit deiner Stimme, wenn du irgendwas vorliest, sondern bestimmt offensichtlich auch noch viele andere Menschen und auch Frauen. Bist du jemals belästigt worden und hast du jemals erlebt, dass Menschen das nicht trennen können? Bist du vielleicht auch schon gestalkt worden oder hast du da irgendwelche komischen Anekdoten erlebt?

Till Beck (1:34:05): Ja. Nee, ohne Witz. jetzt, was man mir ja des Öfteren zu Recht vielleicht vorwirft, ist ja, dass ich jetzt nicht so wahnsinnig präsent auf Instagram bin oder auf Social Media bin. Aber ich glaube, dass ich dadurch dem Ganzen einfach auch keine Plattformen gebe. Also es mag sein, dass mir da bestimmt schon mal Nachrichten geschickt wurden, die habe ich aber vielleicht dann einfach nicht gelesen oder oder auf das einzige was jetzt vielleicht in die Richtung von unangenehm gehen könnte, ist das mal auf der Messe mal so, kannst du mal für mich das und das sagen, hörst du? Und du denkst, ich will jetzt gerade nichts sagen, ich will einfach nur auf dieser Messe sein. Aber das empfinde ich nicht als unangenehm. ist einfach, weil das ist ja auch ein schönes

Jennifer Rolle (1:34:57): oder auch das Eins, was es ist.

Till Beck (1:35:22): Eine schöne Rückmeldung für mich, dass jemand das einfach mag, was ich mache, das fühlt sich einfach toll an. Eine Bestätigung für seine Arbeit zu kriegen, immer ein geiles Gefühl.

01:35:35 Lieblingswörter und Nerv-Wörter

Jennifer Rolle (1:35:35): Aber da sprichst du noch was anderes an.

Till Beck (1:35:54): Das hatte ich erst letztens, das habe ich einfach nicht. Wenn sich diese Endungen wiederholen, klingen denn denn, denn denn, denn, denn, oder mir fällt es jetzt konkret nicht ein, aber was sagst du, das hab ich, also der Toningenieur mit dem ich aufgenommen habe, sich totgelacht, weil ich es einfach beim zwölften Versuch einfach noch nicht hingekriegt habe. Das ein verkröntes Wort. Ich denkste, das gibt's denn nicht. Warum kann ich das jetzt nicht?

Jennifer Rolle (1:36:24): Okay, aber so braves Mädchen gehört nicht dazu.

Till Beck (1:36:28): ⁓ Das ist ja sozusagen keine Zungenakrobatik, die man da vollbringen muss. Braves Mädchen, das sage ich immer noch.

Jennifer Rolle (1:36:38): Das atmest du so weg.

Till Beck (1:36:44): Ich finde, es gibt in manchen Büchern wiederholen sich dann so Ausdrücke. Da ist dann der Punkt, wo es einfach gesättigt ist, dass du dir das vorhin gesagt hast, jetzt schreibst es schon wieder. Dann ist dieser Sättigungspunkt vorbei und dann kommt das wieder und dann passt das auch wieder. Das hatte ich schon ein paar Mal, dass ich mir dachte, echt, nochmal, na gut.

Jennifer Rolle (1:36:49): Ja, ja.

Till Beck (1:37:13): Kriegste!

Jennifer Rolle (1:37:14): Okay, aber das ist dann auch vom Buch zu Buch unterschiedlich. LizBerlin fragt noch, ob sich durch das Sprechen, das irgendwie bei dir verändert hat, wie du dir Menschen anguckst und wie du ihnen zuhörst. Wahrscheinlich so im Hinblick darauf, dass du noch mal mehr schaust, kann ich mir da irgendwas abgucken oder wie betont der, wie spricht der, das dann vielleicht selber einzubauen irgendwo in irgendwelche Charaktere, die du sprichst.

01:37:22 Lernen durch Abgucken

Till Beck (1:37:49): Also das habe ich schon immer gemacht, seit ich eigentlich auf der Schauspielschule war. Dass man sich halt einfach Menschen bisschen beobachtet in Situationen, das halt irgendwie vielleicht in eine Figur entfließen zu lassen auf der Bühne. Beim Fürsprechen habe ich jetzt sozusagen privat mir jetzt nicht Leute angehört. Aber ich höre mir immer wieder mal Kollegen und Kolleginnen an und gucke, wie machen die das?

Jennifer Rolle (1:37:53): Mhm.

Till Beck (1:38:19): Und dann machen sie Sachen, wo ich mir denke, so, boah, geil, das ist ja richtig gut, was sie da gemacht hat. So versucht es dann zu analysieren, wie sie, warum was sie gemacht hat. Und dann kann sie echt, klaue ich. Dann bin ich einfach, aber ja, ich habe mir mal sagen lassen, das macht eigentlich jeder in der Branche. Natürlich, du kopierst. Also das ist ja auch, ich kopiere ja, also, um mich jetzt da wirklich zu rechtfertigen. Man kopiert ja Menschen, Lebewesen.

Jennifer Rolle (1:38:30): Still with pride! Ja, natürlich.

Till Beck (1:38:48): Das ist ja was man kopiert, auf sich überträgt und dann wieder sichtbar macht oder hörbar macht.

Jennifer Rolle (1:38:56): Wie willst du sonst besser werden? Und deine Palette erweitern, wenn du nicht kopierst?

Till Beck (1:39:01): Ja, und ganz ehrlich, gibt halt einfach wirklich, also ich habe wahnsinnig tolle Kolleginnen und Kollegen, die einfach wahnsinnig geile Arbeit machen und da wo ich mir denke, so, da kannst du ja eine Scheibe abschneiden, das ist ja genauso wie bei jedem Lehrern, der bringt mir ja eigentlich sein Können, bringt er mir ja bei. Und so gucke ich mir halt Dinge ab.

01:39:28 Arbeitsrhythmus

Jennifer Rolle (1:39:28): Sag mal, wie lange kannst du so am Stück vorlesen?

Till Beck (1:39:34): eine Stunde maximal. Ja, dann brauche ich eine Pause. Jetzt hier auf den Meter eineinhalb, da geht auch mal gerne die Luft aus. Also ich habe hier einen Lüfter drin, aber der ist einfach so laut, wenn der läuft, auch selbst auf kleinster Stufe, dass das natürlich auf der Aufnahme drauf ist. Und da muss ich dann so nach einer dreiviertel Stunde, Stunde muss ich hier raus lüften und dann kann ich weitermachen. Das ist eigentlich für mich eigentlich auch ein ganz guter Rhythmus.

Jennifer Rolle (1:40:03): Und das heißt, wie lange ziehst du das dann so am Tag durch? Hast du so typischen 8-Stunden-Tag, wie ein normaler Angestellter, oder wie machst du das?

Till Beck (1:40:04): Habe ich festgestellt. Nee, schaffe ich gar nicht. Das schafft meine Stimme nicht, meinen Kopf nicht und meine Augen schaffen das auch nicht. Also wenn es sein muss und ich mal was durchziehen muss, dann mache ich schon. Ich habe auch mal so einen Zehn-Stunden-Tag gehabt mit Pausen. Also ich habe nicht zehn Stunden am Stück gesprochen. Das wäre gelogen und auch völlig übertrieben. Aber ich schaue so, ich zwischen sechs

Jennifer Rolle (1:40:16): Mhm. Thanks.

Till Beck (1:40:38): Sechs Stunden schaffe ich gut, wenn es ist, dann noch mal sieben Stunden. Aber dann ist wirklich einfach, dann hört die Stimme auch auf zu arbeiten. Und da muss ich natürlich auch aufpassen, weil die muss ja morgen auch wieder funktionieren. Also die braucht dann ihre Regeneration, Schlaf und vor allem Stille. Also nichts mehr sagen, nichts mehr sprechen.

Jennifer Rolle (1:40:44): bin auch auf der Arbeit. Und da muss ich auch aufpassen, weil ich morgen auch wieder trainieren und die Kompanieöre nicht genau so schlagen kann. Ja, darauf zählt auch so eine Frage von Headphone Empress ab. Ob du es nach getaner Arbeit dann auch genießt, mal so stille Ruhe, sagen, nichts mitteilen zu müssen, sondern einfach nur die Klappe zu halten.

Till Beck (1:41:06): Hm. Ja. Ja, vor allem, also absolut. Also gibt Tage, wo ich dann mich natürlich auch mit Freunden treffe oder noch rausgehe oder irgendwas mache. Aber das habe ich schon auch festgestellt dadurch, dass ich ja auch mich selber den ganzen Tag höre, auf den Kopf höre. Ich höre mich den ganzen Tag. Dann ist man einfach mal so Momente, Ruhe, Stille, nichts dich herum. Bin ich schon sehr dankbar. Ja, also das... Brauche ich dann nicht den ganzen Abend und keiner darf mir mich herum reden oder so? Das ist sicher nicht, aber man denkt so, wir pfeifen die Ohren. Bitte, gibts mir fünf Minuten, bitte. Doch, doch, das, ja, ja.

01:42:07 Die Zukunft der Stimme in der KI

Jennifer Rolle (1:42:08): Ich will nochmal ein ernstes Thema ansprechen in der Szene, das ist Thema KI. Bist du schonmal angesprochen worden deine damit eine KI zu trainieren? Würdest du es machen?

Till Beck (1:42:14): Ja. Nee, zum Glück nicht. Nein. Das ist wirklich ein sehr großes, sehr spannendes Thema, finde ich. in unserer Branche, und da rede ich sozusagen von uns SprecherInnen, und gerade was halt im Synchron abgeht, ist ja wirklich dramatisch und wirklich schlimm. Und uns wird das wahrscheinlich auch in einer gewissen Form, also im Hörbuchbereich auch treffen. lässt sich nicht vermeiden. wenn man jetzt auch schon so sieht, ich habe auf Instagram so Videos gesehen von, hey, warum liest du noch überhaupt hier, du kannst dir das ganze Buch vorlesen, du bist ein Blöde, du verschwendest doch viel zu viel Zeit, wo ich mir denke, das ist die dümmste, die ich jemals gesehen habe, weil jemand Bock Buch zu lesen, weil der Vorgang an sich auch ein sehr, sehr schöner ist. Aber wieder zurück zum KI zu kommen. Ich glaube, wir haben im Hörbuch noch

Jennifer Rolle (1:43:16): Aber weil das nicht jemand braucht, weil der Vorgang ein bisschen noch nicht sehr, schön ist. Aber wieder zurück, ich gleich nicht gekommen.

Till Beck (1:43:29): zwei Vorteile gegenüber der KI. Das eine ist, wir haben eine Fanbase, mich, Kolleginnen und Kollegen vielleicht einfach auch haptisch mal erleben möchte und dem ganzen nachgeht, weil eine KI könnte natürlich auch meine Stimme faken und dann wären die Fanbase immer noch bedient, aber jetzt sozusagen auf einem Live-Moment, eine Messe, man eine Form von Sichtbarkeit hat und so weiter. Das ist natürlich ein Vorteil bei uns Hörbuchsprechern. Das ist beim Synchron, soweit ich das weiß, weil ich mich nicht im Synchron bewege, aber natürlich jeder weiß, das ist die Stimme von Leonardo DiCaprio, weil niemand weiß, wer es ist. Wie heißt denn überhaupt der Sprecher dahinter? Wie sieht denn der überhaupt aus? Das ist so ein Vorteil, den wir beim Hörbuch, glaube ich, haben gegenüber Synchron und auch gegenüber der KI.

Jennifer Rolle (1:44:20): Vielen

Till Beck (1:44:25): Und das zweite woran ich glaube, was im Moment noch so ist, ist, dass eine Geschichte, wenn sie von einem Menschen vorgetragen wird, automatisch eine Seele bekommt. das sehe ich als meine Aufgabe, wenn ich eine Geschichte vortrage, ihr eine Seele einzuchauchen. Und ich glaube nicht, dass das wirklich glauben und hoffen, dass das eine KI kann.

Jennifer Rolle (1:44:26): was im OVN-Konfirm ist. Das ist jetzt meine Aufgabe.

Till Beck (1:44:54): Also das habe ich auf den Messen und bei Produzenten so bisschen raus gehört, man so viel prompten dass sich der Aufwand auch noch nicht lohnt. Und was ich halt einfach, das ist meine persönliche Bewertung und mein persönlicher Geschmack, ist einfach immer das. Wenn ich etwas sehe, was eine KI produziert hat, wie ein Foto oder ein Text, geschrieben ist, verliert er für mich sofort an Besonderheit. Er kriegt mich

Jennifer Rolle (1:45:15): was passiert, was im Herzen passiert, ein Foto, Text, was beschrieben ist, das geht damit.

Till Beck (1:45:26): da steht überhaupt keine eigene Kreativität, keine eigene Leistung und auch keine Seele dahinter. Ich war mal auf einem Filmfestival, auch... Es ein Kurzfilmfestival, da wurden KI-Filme ausgezeichnet. Und vorher wurden halt einfach normale Filme... Und dann man so ausgezeichnet und da waren immer in den Kategorien, wo alle nominierten und da immer die ganzen Filmteams auf die Bühne geholt. Die ganze Bühne war voll von Menschen. Dann kam diese KI-Kategorie, waren fünf nominierte, da standen noch fünf Menschen auf der Bühne. Und ich dachte mir auch so, wie traurig. Also das ist so ein unfassbar trauriges Bild. Das sieht jetzt schon cool aus, was ihr da gemacht habt und was ich da gesehen hab. Das kann man jetzt nicht leugnen, dass das nicht irgendwie einen Look hat. Aber dann kam es zu der Rede des Gewinners. Der vorher war da gesagt, er war mal Musikdozent und jetzt hat er sich in dieses KI-Thema reingearbeitet und dieser Kurzfilm, den er da gemacht hat. Der gewinnt Preise und der ist so stolz und der feiert total

Jennifer Rolle (1:46:19): Vorher war das eine SDR-Alarm, also die Dozenten, jetzt hat die Medizin kein Thema mehr der Arbeit zu tun, die sich diese Künstler in der Welt machen.

Till Beck (1:46:34): Und da hat er eben zwei Sachen gesagt, die mich fast wütend gemacht haben. Wenn man auch sagt, den Film, den er gemacht hat, den hat er nicht gemacht.

Jennifer Rolle (1:46:42): Vielen Dank.

Till Beck (1:46:47): Das war die KI, die den Film gemacht hat, aufgrund seiner Idee. Aber wenn da hinten so ein ganzes Team steht, die haben einen Film gemacht. Die stehen da, bei einem Hörbuch. Das hat ein Team gemacht. Das fängt an bei der Autorin, schreibt. Das geht über ein Lektorat. Das geht über den Hörbuchproduzenten, der den Mut auch in die Hand nimmt, Geld rein investiert.

Jennifer Rolle (1:46:48): Das

Till Beck (1:47:15): Sprecher, Sprecherinnen, Toningenieurinnen. ist ja ein geiles Team, was ein Produkt entstehen lässt. Und da ist es einfach so, die KI guckt, das haben andere gemacht und lässt entstehen. Und dadurch verliert es für mich einfach eine Besonderheit und dadurch Wichtigkeit. Aber das Gefährliche ist natürlich einfach, wir konsumieren alle auch viel zu gerne. Ich auch. Und KI wird uns halt den Konsum erleichtern, verbilligen, verschnellern. Und das ist natürlich ein irres Verkaufsargument. Wir können noch schneller, noch mehr konsumieren und damit hat eine Marktmacht. Es ist wahnsinnig schwierig, wahnsinnig komplex. Das Wichtigste, fände ich, was man machen sollte, ist wirklich einfach zu deklarieren, dass es einfach heißt, dass es ausschließlich mit KI gemacht und das ist von Menschen gemacht. Weil das KI einfach in einem Rechercheprozess, in einem Produktionsprozess, also KI ist ja auch geil irgendwo.

Jennifer Rolle (1:48:08): war sehr schwierig, war dann am wenigsten fändlich gewesen, was man machen sollte.

Till Beck (1:48:34): erleichtert viele Arbeitsschritte, verbessert viele Arbeitsschritte. das ist ja auch da. Also dass man sagt, wir haben völlig ohne KI gearbeitet. Das wird ja nicht mehr stattfinden. Findet glaube ich auch heute schon nicht mehr statt. Aber dass man wenigstens deklariert, dass es zu 75 oder ausschließlich mit KI produziert und da hängen halt noch Menschen dahinter, dass man das wenigstens labelt. Das fände ich wichtig. ob das kommt, ob das die EU durchsetzen kann, ist eine gute Frage.

Jennifer Rolle (1:49:03): Vielen Ja, und die Übergänge sind ja auch fließend. Also es ist ja auch gar nicht so einfach. Weil, so wie du sagst, in der Zwischenzeit wird mit Sicherheit alles Mögliche, KI, schon irgendwie unterstützt, selbst wenn da noch viele Menschen daran beteiligt sind, irgendwas zustande zu bringen, werden die mit Sicherheit auch in der Zwischenzeit KI nutzen. Wäre ja auch schon blöd, nicht. Warum soll man sich das ihrem Leben nicht leichter machen?

Till Beck (1:49:33): Ja.

Jennifer Rolle (1:49:48): Du einen unbezahlten Praktikanten, der dir einfach Dinge macht.

Till Beck (1:49:52): Aber was ich ganz wichtig finde, einfach auch... Und das muss ich mir immer wieder selber sagen, weil klar, ich wach manchmal auch in der Früh auf und denk mir so, fuck, die KI kommt. Also, shit. mal schauen, wie lange das noch gut geht, wie lange ich noch einen Job hab. Dann denke ich mir auch immer so, ja, okay, gewisse Dinge kann man halt auch nicht aufhalten. so muss man mit gewissen Dingen einfach auch versuchen, umzugehen und zu leben. Und das Schöne ist einfach ...

Jennifer Rolle (1:50:18): und seine Kreativität wieder spielen zu lassen und sich wieder was Neues zu suchen, neue Betätigungsfelder.

Till Beck (1:50:21): Bis gleich. Absolut. Und das andere ist so... Und umso schöner finde ich es jetzt gerade, was ich machen darf. Weil ich möchte es mir einfach auch nicht... Man darf sich auch immer nicht den Moment von der Zukunft zerstören lassen. Weil sonst sind wir immer so mit Zukunftsängsten... Die holen einen, glaube ich, immer wieder ein. Und wenn man sich den hingibt, dann könnte man sich den ununterbrochen hingeben. Aber das zerstört dir halt auch immer den schönen Moment, den du jetzt erleben kannst. Und den...

Jennifer Rolle (1:50:51): im Hier und Jetzt anstatt irgendwie mit den Gedanken irgendwo anders zu

Till Beck (1:50:54): Genau. Und greif den und leb den und freu dich einfach so. Weil der andere Kack, der wartet morgen schon wieder auf dich. Das finde ich ganz wichtig.

01:51:04 Wie geht's weiter bei Till?

Jennifer Rolle (1:51:05): Aber das ist genau das, was deine Community sich natürlich auch fragt. Mal jenseits des KI-Trends, Susan liest und hört, hat das auch ganz konkret ausgedrückt, ob du dich, die Frage ausgedrückt, ob du dich dann in fünf bis zehn Jahren auch hoffentlich immer noch als Hörbuchsprecher siehst. Ja.

Till Beck (1:51:24): Ja, ja, Also liebend gern, wenn man mich dann noch hören möchte. so ist ja auch immer so eine Frage. Ist das ein Trend, eine Welle? Ich hoffe natürlich nicht und ich tue alles dafür, dass das auch nicht so ist, ich liebe diesen Job einfach viel zu sehr, als dass ich sage so

Jennifer Rolle (1:51:33): Das ist ja auch immer so eine Frage.

Till Beck (1:51:54): Das mache ich jetzt ein paar Jahre und dann habe ich wieder Bock auf was anderes. Ich habe da durchaus was für mich gefunden, was mir wirklich sehr viel Freude bereitet. Von dem ich auch mal manchmal eine Pause brauche. Das ist ja wie bei jedem Job, ich, und bei jedem einfach auch. Aber ich sehe mich da definitiv noch. Ich hoffe, alle anderen sehen mich in zehn Jahren da auch noch.

Jennifer Rolle (1:52:08): noch mal. Wie gesagt, ich glaube, da kannst du eher die Gemüter mit beruhigen, mit diesen Antworten. ⁓

Till Beck (1:52:26): Ach schön, ja, dann tu ich das super gerne. ich bleib da.

Jennifer Rolle (1:52:30): Das ist gut. ähm, Sibylle... 2022... Hätte gerne noch gewusst, welche Arten von Fans dir lieber sind. Die, dich fordern, die dich anquatschen, die auf dich zugehen oder die, die dich eher aus der Weite still bewundern.

Till Beck (1:52:54): Ich bin immer der Meinung, quatscht mich an. Also wenn ihr mich anquatschen wollt, dann quatscht mich an. Weil ich finde es immer so, ich habe das paar Mal mitbekommen, dass jemand enttäuscht war, weil er sich nicht getraut hat, mich anzusprechen. Und das tut mir dann leid, weil ich mir auch denke so, einerseits mich freut es ja, dass ich Fans habe. Ich bin so dankbar, dass es Leute gibt, die das einfach cool finden, was ich mache. Ohne diese Leute, die das cool finden, gäbe es mich ja auch nicht als Till Beck oder hätte ich auch keinen Job und dürfte diese wundervolle Arbeit nicht machen. deswegen bin ich immer sehr froh, wenn mich jemand anspricht und sagt so hey, können wir ein Foto machen, ein Autogramm, ich bin da super gerne dafür, bin ich super gerne dabei. Also sprecht mich super gerne an. Bevor ihr traurig seid, dass ihr es nicht getan habt, quatscht mich an. Ich halte das aus, keine Sorge.

Jennifer Rolle (1:53:56): zu wissen. darfst du schon verraten, woran du gerade arbeitest, was wir so als nächstes von dir erwarten dürfen?

Till Beck (1:54:07): Ich habe jetzt, was habe ich gemacht, von Nina Schilling habe ich ein Buch eingesprochen, die letzten zwei Wochen, dann Underwater Re-Breathe, war auch ein Roman, ich gemacht habe. Ich habe heute mal zufällig auf, weil ich musste mal kurz recherchieren, was diese Trilogie hieß, die ich als erstes gemacht habe, weil ich wusste, dass diese Frage kommt. Dann habe ich geguckt auf Audible und da sind ja schon auch einige Bücher, schon vorbestellbar sind. Also Hörbücher, die so kommen. Aber wir können sie ja mal so machen, weil ich mich auch auf die Frage eingestellt hatte, warum ich denn auf Social Media so wenig präsent bin. Ach so Herrn, du hattest doch schon von Abschluss gesprochen.

Jennifer Rolle (1:54:56): Das käme jetzt als nächstes nämlich. Ja, das wäre doch so ein Abschlusswunsch aus der Community, dich mal mehr zu zeigen.

Till Beck (1:55:11): Ich gehe da ja echt immer wieder hart mit mir ins Gericht. Ich muss auch sagen, nach so sechs, sieben Stunden in dieser Box mit Kopfweh und ich sehe nichts mehr und will nichts mehr hören, fällt es mir todeschwer, mich dann noch mit Social Media auseinanderzusetzen. Aber was ich mir vorgenommen habe, ist wenigstens, und das wäre ja ein wenigstens mal nur zu sagen, was man gerade macht oder was man gerade gemacht hat. Das würde ja quasi nur einen Bild und eine kleine Hörprobe behalten. Daran bin ich sehr am Arbeiten, dass der Innere Schweinehund und ja, ich drück uns alle die Daumen. Ja, große Worte, große Worte. Dass es besser wird oder dass da mehr kommt.

Jennifer Rolle (1:56:01): Also Leute, folgt Till Beck auf Instagram, da geht's ab demnächst richtig ab auf dem Kanal.

Till Beck (1:56:07): Wie brutal. Wie die Hölle. Es wird trennen, oder? Es wird brennen.

Jennifer Rolle (1:56:14): Das heißt Instagram ist auch dein Preferred Kanal. Du bist jetzt nicht noch auf Facebook, TikTok oder irgendwo anders.

Till Beck (1:56:23): Ich habe einen TikTok-Account, aber den habe ich noch gar nie benutzt, weil ich schon selbst mit Instagram, wie man vielleicht weiß, schwerlich zu ran gekauft habe. Vielleicht erst mal eins nach dem anderen. Und Facebook bin ich gar nicht.

Jennifer Rolle (1:56:31): damit schon überfordert bist. Dann gibt es noch einen ganz konkreten Wunsch von Julia.de. Du mögest doch bitte deine Zustimmung geben, dass eine Kerze in deinem Namen bei Buckelicious hergestellt werden kann, damit ihre Babylon-Reihe auf ihrem Regal komplett ist. Sehr konkrete Wünsche hier.

Till Beck (1:57:06): Ja. Wie antwortet man da jetzt drauf? Weil das war ein schwieriges Thema, ich ehrlich sagen. Weil... Sagen wir so, wir werden so oft angefragt... Und da geht es nicht nur mir so, was ich so höre. Ist, dass wir oft angefragt werden für Dinge, ob wir...

Jennifer Rolle (1:57:13): Ich Okay?

Till Beck (1:57:40): arbeiten können im Endeffekt, aber wir sollen dafür nichts kriegen. Und diese Anfrage spielt so eine ähnliche Kategorie rein und deswegen ist das einfach auch nicht zustande gekommen, weil ich mir natürlich auch denke, wer arbeitet schon gerne für umsonst?

Jennifer Rolle (1:57:58): Ja, ja, ja.

Till Beck (1:58:06): Das klingt immer so, dass man sagt, hier, aber du machst doch dafür und hier, mach doch mal schnell und da kannst du doch noch und hier kannst du noch. Für mich ist das natürlich auch und für alle anderen auch. ist jeder investierter Zeit, Können, Ausbildung wirklich, wirklich viel rein. Und wir reden natürlich auch über eine Branche, wo man sagt, wir verdienen jetzt nicht unsere Millionen damit, sondern wir müssen schon viel tun dafür, dass wir dann auch was kriegen. Und das ist immer so ein bisschen dieses so, was man in der Schauspielerei immer immer gehört hat so, aber du machst das doch gern. Dann brauchst du auch kein Geld. Dann denke ich mir so, das stimmt, ich machs auch super gerne, aber leider muss ich ja doch was essen. Und leider muss ich auch eine Rechnung zahlen. Und dann kann man natürlich auch sagen, ja, aber dann such dir doch was Gescheites, wo du das Geld verdienst. Dann sag ich, ja, aber dann mach ich das andere ja nicht mehr.

Jennifer Rolle (1:58:38): ⁓ Tja, das nützt nichts.

Till Beck (1:59:07): Und deswegen, ich würde dir da super gerne die Zustimmung geben und ich finde die Idee total toll. wie das Ganze sozusagen gelaufen ist, da gab es Diskrepanzen, wenn wir das so.

Jennifer Rolle (1:59:23): Aber es gibt etwas, was man umsonst von dir bekommen kann, zumindest wenn man bei unserem Gewinnspiel mitmacht. Wir werden nämlich drei Sprachnachrichten mit einem selbstgewählten Text von dir verlosen. Und am besten, ihr schaut jetzt einfach mal auf unseren Instagram-Kanal. Da werdet ihr das sehen, was die Bedingungen sind, dann könnt ihr teilnehmen und

Till Beck (1:59:32): Ja. Ja.

Jennifer Rolle (1:59:52): Wir werden drei Gewinnerinnen auslosen, die dann Till einen kleinen Text geben dürfen, den er der Gewinnerin dann einspricht als Sprachnachricht. Genau. Wieso ist das? Also insofern gibt es heute doch noch was umsonst. In Fall ja. In diesem Fall ja?

Till Beck (2:00:07): So ist das. In dem Fall ja. Man muss auch, wenn man mich ⁓ ein Foto oder ein Autogramm bitten, da werde ich sicherlich auch kein Geld dafür verlangen. Da freue ich mich. Nein, das wird nicht passieren. Das wird nicht passieren.

Jennifer Rolle (2:00:27): ja, wenn man dann schon für Autogramme Geld kriegt muss, dann hat man es echt geschafft. So, mann! Lieber Till, wir haben jetzt schon über zwei Stunden hier miteinander verbracht. Das ist, glaube ich, das längste Interview, was ich jemals geführt habe. Ansonsten nochmal an euch da draußen. Also, dieser Vodcast erscheint alle zwei Wochen, mittwochs morgens. wenn dir diese Folge hier gefallen hat, hinterlass doch gerne einen Daumen hoch oder ein Sternchen, ein Kommentar, was immer auch deine Plattform dahergibt.

Till Beck (2:00:42): Ja, wow!

Jennifer Rolle (2:01:07): ganz toll ist auch, wenn du den Kanal hier abonnierst, weil das bedeutet dann, dass er auch noch noch mehr Menschen ausgespielt wird und angeboten wird. Und wenn du der Meinung bist, dass dieser Kanal es wert ist, dann wie gesagt, folge diesem Kanal gerne, denn Sharing is Caring. ja, damit verabschiede ich mich erstmal ganz herzlich bei dir, Till. Ganz, ganz herzlichen Dank für deine Geduld und für für dieses offene und teils amüsante, teils nachdenkliche Gespräch. Ich hab's total genossen und fand's total toll, dich kennenzulernen.

Till Beck (2:01:47): Sehr schön. Ich sage auch vielen, vielen Dank Jenny. hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich fand es auch mal schön, so bisschen von der Seele weg erzählen zu dürfen und zu sagen und gefragt zu werden. hat sehr gut getan. Vielen Dank.

Jennifer Rolle (2:02:03): Und dann, ihr Lieben, da draußen wünsche ich euch einen tollen Start in den Sommer. Der fängt nämlich am 21.6. Und dann bis zum nächsten Mal. Tschüss!

Till Beck (2:02:16): Tschüss!

 

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